XIX. Präsentieren

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Unsere Finger verschränkten sich ineinander. „Bereit?", fragt Tobio. Zuversichtlich nickte ich. Stimmen schlugen uns aus dem Saal entgegen. Zeit um zu frühstücken.

Es war ein ungewohntes Gefühl. Im Gegensatz zu der Beziehung, die ich mit Tooru geführt hatte, stand Tobio in der Öffentlichkeit zu mir. Es gab keinen Grund, uns zu verstecken. Er hatte kein Problem damit – im Gegenteil, er war stolz darauf, dass wir zusammengehörten und er wollte genau das auch zeigen.

Die ersten Augenpaare beobachteten unseren Weg zur Essensausgabe. Wir reihten uns in die kurze Schlange ein und warteten geduldig. Tobio mustere mich.

Mein Puls beschleunigte sich vor Nervosität. Ich hörte das Blut in meinen Ohren rauschen, es ließ die Hintergrundgeräusche verblassen.

Das Dunkelblau fixierte kurz einen Punkt hinter mir, er straffte seine Schultern. Ein undefinierbarer Ausdruck legte sich über seine Miene. Vorsichtig strich er mir eine rote Haarsträhne hinter das Ohr. Mit dem anderen Arm zog er mich zu sich. Sein Herz klopfte schnell gegen meine Fingerspitzen unter seiner muskulösen Brust.

„Sie starren uns alle an, oder?" Bei dem Gedanken an die Augenpaare in meinem Rücken breitete sich Gänsehaut auf meinem Körper aus.

Tobio grinste etwas: „So ziemlich, einer jedoch ziemlich... intensiv."

Bokuto. Mir tat der Kapitän der Fukurodani leid. Ich mochte ihn, aber darüber hinaus hätte es, von meiner Seite aus, niemals funktioniert.

Ein belustigtes Funkeln in Tobios blauen Augen verriet mir, dass es ihm gefiel. Nach gestern Abend wollte er ihm nur zu gern eine reinwürgen.

Mein Freund beugte sich zu mir herunter, sanft küsste er mich auf die Stirn. Sofort zuckten meine Mundwinkel nach oben, meinen errötenden Wangen entgegen.

„Das macht dir Spaß, oder?"

Spitzbübisch grinste er: „Nur ein bisschen."

Er schob unsere Tabletts vorwärts und die freundlich lächelnde Dame übergab uns unser Frühstück.

Wir steuerten auf den Tisch zu, an dem bereits Shoyo auf uns wartete. Er war blass, dunkle Augenringe umrahmten seine sonst so strahlenden Augen.

„Naaa? Nicht gut geschlafen? Oder zu viel Alkohol getrunken?", neckte Tobio bereits darauf los, nachdem wir uns gesetzt hatten. Shoyo fluchte leise, bevor er den Kopf auf seinen Unterarm ablegte.

Ich versuchte, meine Aufmerksamkeit dem Spiegelei auf meinem Teller und nicht der fragenden Menge zu widmen. Das Besteck glänzte zwischen meinen Fingern. Ich beobachtete die Bewegung meiner Knöchel, die weiß durch die helle Haut hervortraten.

Tobios warme Hand legte sich auf meine.

„Du brauchst sie nicht zu ignorieren. Die meisten sind viel zu erledigt von gestern Abend."

Den Rat befolgend ließ ich meinen Blick über die Aula schweifen. Er hatte Recht. Zumindest fast. Ausgerechnet gelbe Iriden bohrten sich in meine. Die grauschwarzen Haarspitzen, die sonst immer hoch gestylt waren, hingen Bokuto ins Gesicht. Freiwillig verlor ich das Blickduell und stocherte im Essen herum.

„Er beobachtet uns..."

„Jap, tut er schon die ganze Zeit." Tobio versuchte nicht einmal, das Grinsen in seiner Stimme zu unterdrücken.

„Ich sollte mit ihm sprechen."

Aus den Augenwinkeln sah ich, wie Tobio in der Bewegung verharrte. „Wieso?"

„Er hat sich um mich gekümmert. Er wollte nur, dass ich mich hier wohlfühle."

„Ja, seine... Fürsorge habe ich mitbekommen."

Nicht genug (Kageyama x OC) | Haikyuu Fanfiction | AbgeschlossenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt