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"Ich lass das Licht an, bis Du schlafen, kannst,
doch du wälzt dich hin und her."

Wie gerneich für ihn da sein würde. Ich würde ihm die Nähe geben, die er in seinem Leben noch nie hatte. Ich würde ihm zuhören, ich würde der erste sein, der seine Sorgen und Ängste ernst nimmt. Ich würde ihn einfach nur zum lächeln bringen wollen, einen Lichtblick sehen lassen, seine Stütze sein...

"Schläfst die Nächte von mir abgewand,
Bist Du einsam neben mir?"

Wie gerne würde ich doch bei ihm liegen und ihm zeigen, dass ich das niemals zulassen würde. Wenn es sein muss, würde ich mir jede fünf Minuten eine neue dumme Ausrede einfallen lassen, nur um noch ein wenig länger in seiner Nähe bleiben zu können. Ich glaube nicht, dass er einsam neben mir ist. Ich glaube, er hat Angst davor, nicht mehr einsam zu sein. Doch ich möchte ihm diese Angst nehmen.

Er ist innerlich zerissen, er weiß, wie ich zu ihm stehe, aber sein Ego steht ihm diesmal im Weg, anstatt ihm zu helfen.

"Halt Dich an mir fest, wenn das Leben Dich zerreißt,
halt Dich an mir fest, wenn Du nicht mehr weiter weißt.
Ich kann Dich versteh'n.
Halt Dich an mir fest, weil das alles ist, was bleibt."

Ich sank weiter in mir zusammen, ich hatte die Knie angewinkelt und war nun nur noch ein kleines Päckchen auf einem viel zu großen Sofa. Ich lauschte der Musik und bemerkte erst, dass jemand mit mir im Raum war, als ich einen langen schwarzen Mantel sah. Entgegen meiner Erwartung, Spott zu ernten, kam Kylo langsam auf mich zu und kniete sich vor mich. Er schob vorsichtig meine Beine neiseite und legte seine Hände unter mein Kinn. Als ich hochschaute, realisierte ich, dass seine Augen die ersten waren, die mich jemals mit einer derartigen Schuld und Sorge angesehen hatten. Seine Mundwinkel zuckten leicht nach unten und ich war kurz davor, wieder in Tränen auszubrechen, diesmal nur, weil ich so berührt war von seiner Art, eben jene Art, die er mir noch nie wirklich gezeigt hatte. Ich wollte gerade ein paar Laute hervorbringen, doch Kylo schob seinen Kopf vor, bis unsere Lippen sich trafen.
In seinem Kuss lag so viel Schuld und die innigste Bitte um Vergebung. Kurz bevor er sich lösen konnte, legte ich meine Hand an seinen Hinterkopf und zwang ihn, diesen Kuss weiter zu führen. Ich spürte ein leises Seufzen gegen meine Lippen, eine Bestätigung, dass dies unerwartet für ihn kam und ich unternahm den Schritt, nun auch alle Gefühle in diesen Moment zu bringen, die sich bei mir angestaut hatten. Nach Ewigkeiten lösten wir uns doch, völlig außer Atem und glücklich. "Es tut mir leid, ich wollte nicht, dass es soweit kommt, ich..." Ich legte ihm einen Finger auf die Lippen. "Ich liebe Dich auch.", flüsterte ich und zog ihn in einen weiteren, liebevollen Kuss.

Das Lied hatte ich völlig vergessen.

"Halt Dich an mir fest, weil das alles ist, was bleibt..."

Halt Dich An Mir Fest ~ Kylux FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt