Ihre Hand sauste auf mich runter. Das Messer konnte ich ihr wohl nicht wegnehmen, sie war viel zu stark in ihrerem Traum und das übertrug sich. Also drehte ich meinen Kopf so schnell es ging zur Seite weg. Sie erwischte meinen Hals und hinterließ eine tiefe Schnittwunde. Zuerst spürte in nur das kalte Metall welches Mira durch meinen Hals jagte, dann fing mein Hals an zu brennen, als hätte jemand Alkohol (wird auch zum desinfizieren genommen) in die offene Wunde geträufelt. Ich quickte laut auf. Mira ließ das Messer besinungslos fallen, es viel klirrend zu Boden. Ich musste sie wecken, bevor sie, schlafwandelnd, noch etwas anstellte, also sprang ich auf, trotz meines brennenden Halses. Ich hielt Mira an ihrer zierlichen Schulter fest. Ich drehte sie zu mir um und schüttelte sie, dabei hielt ich mir mit einer Hand die brennende Wunde. Sie schrie. Dann wachte sie auf und fing an zu weinen, als sie meine blutende Hand sah. Ich kniete mich vor sie, ich vergaß meine Schnittwunde und nahm Mira in den Arm. "Kommst du mit?", fragte ich sie. "Nach unten?" Ich deutete die Treppe hinunter, durch die sperangelweit offen stehende Tür, sie nickte brav. Ob sie verstand, was ich sagte? Wahrscheinlich nicht, sonst könnte sie sprechen, es lag ja nicht an ihren Stimmbändern sondern daran, dass sie alles wieder vergessen hatte.
Sie nahm meinen Hand, ihre war eiskalt, als hätte sie gerade im Schnee gebadet. Wir liefen die knartschenden Treppen runter. Unten wickelte ich vorsichtig einen weißen Verband um meinen Hals.
Ich wollte Mira gerade in ihr Bett bringen, als sie wie angewurzelt stehen blieb. Ich drehte mich langsam zu ihr um, irgendwie hatte ich Angst, dass sie irgendwas hatte. Einen Schlaganfall oder so. Mein Herz klopfte so laut, dass ich es hören könnte. Aber Mira stand da einfach nur bewegungslos, konnte sie nicht mehr gehen? Ich zog ein wenig an ihrer Hand, sie schüttelte den Kopf, hieß das jetzt, sie konnte nicht mehr gehen? Ich spürte einen dicken Klos in meinem Hals. Mira hob ihre Hand und zeigte auf den Keller, in dem sie wohnte, dann schüttelte sie betroffen den Kopf und machte einen Gesichtsausdruck als hätte sie einen Geist gesehen. Für ihr Alter war sie ganz schön schlau.
Sie wollt nicht allein schlafen. Mira sah müde aus, sie war leicht, also nahm ich sie auf den Arm und trug sie die Treppe hoch, in mein Zimmer. Mein Bett war groß genug, so dass sie auch darin schlafen konnte. Ich legte sie neben mich, sie atmete schon tief, ich quetschte mich an die Wand, um sie nicht zu überrollen, falls ich mich drehte. Mein Hals brannte noch immer und ich hoffte, dass er sich nicht entzündete. Dann dachte ich an Ryan, der jetzt wahrscheinlich vor dem kaputten Fenster auf und ab lief. Ich spürte einen eiskalten Wind, der durch den Raum zog. Ich hatte das Fenster ganz vergessen, dass noch immer kappt war. Ich überlegte, was ich wohl all meinen Freunden zu Weihnachten schenken sollte. Summer mochte Elche, die in der Nacht leuchteten, sie fand sie 'interessant'. Ryan...mit ihm musste ich noch mal reden, was er denn gemacht hatte.
Meine Augen wurden schwer und irgendwann fielen sie ganz zu und ich fiel in einen traumlosen Schlaf.
Nächster Morgen (8:26 Uhr):
"Evelyn! Bist du wach?", rief meine Mutter hoch. Jetzt schon. "Ja", antwortete ich mit heiserer Stimme. Mein Hals tat weh und zwar nicht nur von außen, sondern auch von innen. Meine Mundhöhle war komplet ausgetrocknet. Ich hatte einen pfahlen Geschmack im Mund. Grelles Licht fiel in mein Zimmer. "Kommst du mal runter? Telefon für dich!" Ich krabbelte aus meinem Bett, extra vorsichtig, um Mira nicht auf u wecken. "Ja, ich komme!", krächzte ich und lief zu meiner Mutter. Sie stand im Schlafanzug in der Küche und hielt mir das Telefon entgegen. "Es ist...die Polizei." Sie sah erst auf ihre frisch lakierten Fußnägel und dann zu mir. Sie ließ fast das Telefon fallen, als sie mich sah. "Was?", fragte ich genervt.
"D-dein Hals...", stotterte sie. "Ist ne lange Geschichte erzähl ich dir gleich, gib mir erstmal das Telefon." Meine Stimme hörte sich wirklich schlimme an.
"Hallo?", fragte ich.
"Hallo, ich bin ein Polizist."
"Ja, ich weiß", motzte ich ihn an.
Auf einmal hatte ich Angst, dass sie mich beobachtet hatten, als ich das Fenster eingetreten hab. Das eigentlich total unmöglich war, da ich ja ein Wolf war.
"Sind sie Evelyn?", fragte der Mann.
"Jaha."
"Du bist ganz schön frech, wie konnte Ryan nur mit ihnen zusammen sein?", hörte ich den Polizisten leise murmeln. "Wir wollten mit ihnen über Ryan reden."
Oh gott.
"Ja?", fragte ich mit zittriger stimme.
"Wollen Sie in einer Stunde zu uns kommen?"
"Damit ich sie persönlich kennenlernen kann?", fragte ich spöttisch. "Das kann ich mir auch sparen."
"Nein, damit wir ES mit ihnen besprechen können."
"Ja, ich bin in einer Stunde da."
Er legte auf, ohne auch nur ein Wort zu sagen, man wie nett. Ich drehte mich um und da stand Mom. "Warum ist dein Fenster kaputt und warum liegt ein Messer in deinem Zimmer und was ist mit Mira? Sie ist völlig verstört."
Dann erzählte ich ihr die ganze Geschichte.
^^das nächste Kapitel, wie findet ihr es? Wenn es euch gegfällt, votet :) wenn es euch nicht gefällt schreibt es in die Komis :D ich freu mich immer über Kritik :*
Hel, euer Gummibärchen ♡ ♥ ♡
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Und alles ist anders
WerewolfEvelyn und Mira, die beiden Geschwister, leben mit ihren Eltern in London. Eigentlich ist alles perfekt, doch es gibt ein Problem; Mira ist Todkrank, sie macht unzählige Therapien aber es bringt nichts, Evelyn ist am verzweifelt. Mira selbst scheint...