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Ich war aufgeregt. Immerhin würde ich gleich auf einer riesigen Party strippen und dafür 1000€ bekommen. Gut gelaunt lief ich zu der Adresse, die mir Mingi gegeben hatte. Soweit ich wusste, war das ein Hotel.

"Yeosang!", rief jemand hinter mir und ich konnte die Stimme sofort zuordnen. Ich drehte mich um und sah, wie Seonghwa direkt vor mir stehen blieb.

"Seonghwa.. hey", begrüßte ich ihn. Das Timing war ziemlich ungünstig, aber bisher hatte ich mich immer irgendwie rausreden können.

"Wohin gehst du?", fragte er und nahm meine Hand. Sein Lächeln hätte mich normalerweise zum Dahinschmelzen gebracht, aber jetzt konnte ich nur daran denken, ihn wieder anlügen zu müssen.

"Also.. ich muss arbeiten", erklärte ich, was nicht einmal gelogen war. "Gut, dann komme ich mit, ich muss sowieso in dieselbe Richtung", entgegnete er. "Nein, das geht nicht!", rief ich und sah danach direkt auf den Boden. Ich hasste diese ständigen Lügen, aber ich konnte ihm auch nicht die Wahrheit sagen.

"Wieso? Was ist so schlimm daran, wenn ich dich zu deiner Arbeit begleite?", wollte er wissen und ich spürte seine Blicke auf mir. "Es geht einfach nicht.. okay?", langsam wusste ich nicht mehr, was ich sagen sollte.

"Nein, es ist nicht okay", antwortete er und jetzt sah ich ihn an. Sein Blick hatte irgendwas Enttäuschtes an sich, was mir fast das Herz brach.

"Ich habe es satt, dass du mich andauernd anlügst. Denkst du, ich merke das nicht?", seine Stimme klang wütend und ich konnte es ihm nicht einmal übelnehmen.

"Kannst du mir nicht einfach vertrauen?", ich wollte jetzt nicht diese Diskussion führen. Nicht jetzt, nicht morgen und am besten einfach nie.

"Wieso soll ich dir vertrauen, wenn du mich anlügst?", fragte er.

"Weil ich dich liebe und das war genau das, was ich immer vermeiden wollte. Aber jetzt ist es so und so sehr ich dich auch liebe, bin ich nicht bereit meinen Job dafür aufzugeben. Also bitte vertrau mir und frag nicht weiter nach", bat ich ihn und ich spürte die Tränen in meinen Augen. Wieso musste Liebe nur so weh tun? Dabei war vorher alles so perfekt gewesen... zu perfekt.

"Wenn du so ein riesen Geheimnis aus deinem Job machen musst, weiß ich nicht, ob unsere Beziehung überhaupt Sinn macht", sagte er plötzlich nach einiger Zeit des Schweigens.

Geschockt sah ich ihn an und spürte die heißen Tränen meine Wangen hinunterlaufen.

"Seonghwa.. i-ich..", stammelte ich, doch brach ab, nachdem der erste Schluchzer nicht mehr zu unterdrücken war. Ich ballte meine Hände zu Fäusten und ging einen Schritt rückwärts. Was sollte ich jetzt noch sagen? Würde ich die Wahrheit sagen, wäre es sowieso aus zwischen uns. Wenn ich aber weiter log, wäre es auch aus.

Ich hatte mich dazu entschlossen ein Risiko einzugehen und nun musste ich die Konsequenzen ertragen. Es war alles meine Schuld.

Mit dieser Erkenntnis ließ ich Seonghwa einfach stehen und rannte los.

My study, my work as a whore & LOVEWo Geschichten leben. Entdecke jetzt