„Hey Jimin." begrüßte Jin den Jüngeren sanft lächelnd. „Ehm Hey... Nein, wir wurden nicht geschickt... wir sind hier zum Reden. Dürfen wir reinkommen?" fragte Taehyung nervös, er machte keinen Rückzieher und wollte sich auch nicht nach Hause schicken lassen, obwohl er Jimin verstehen konnte, denn seine Eltern waren schon immer merkwürdig gewesen. Richtige Kontrollfreaks. Jimin haderte mit sich. Damals wollten sie nicht mit ihm reden und jetzt plötzlich sollte er ihnen Gehör schenken? Andererseits wollte er nichts lieber als seine Freunde wieder haben. Außerdem konnte das ja nicht Jahrelang so weiter gehen. Vielleicht würden dann auch seine seelischen Wunden heilen. Also tat er das für ihn einzig Richtige und machte die Tür weiter auf, damit die beiden eintreten konnten. „Natürlich aber wir gehen auf die Terrasse. Ihr könnt die Schuhe anlassen."
Das Penthouse war zweistöckig und ziemlich simpel geschnitten. Taehyung und Jin schauten sich kurz um. Dabei fiel Jin die Tür rechts neben der Wohnungstür auf. Es war eine Milchglastür mit einem schwarzen dicken Rahmen. Mitten auf der Glasfläche prangte ein schwarzes Schild mit der Aufschrift ‚Genius Lab'. War das nicht der Name von Yoongis Studio früher gewesen? Was machte das hier? Er würde Jimin nachher auf jeden Fall fragen warum er auch ein ‚Genius Lab' hatte.
Die drei jungen Männer saßen mittlerweile auf der Dachterrasse. Es war ein warmer Sommertag und der Wind wehte angenehm durch ihre Haare. Jimin war irgendwie verwirrt, was wollten Taehyung und Jin hier? Tae meinte sie wollten Reden wahrscheinlich über damals aber warum erst jetzt? Der Rothaarige hatte Jimin seinen Macchiato gegeben und dieser hatte sich gefreut. Karamell Macchiato war schon immer sein Lieblingsgetränk gewesen. Taehyung hatte nach langer Zeit endlich wieder das ehrliche Lächeln gesehen, welches er so vermisst hatte. Weder Taehyung noch Jimin wussten so recht wie sie anfangen sollten. Klar Taehyung und Jin waren hier um zu reden, aber so ein ernstes Gespräch anzufangen ist schwieriger als gedacht. Doch der Älteste der dreien gab sich einen Ruck. „Wir wollten mit dir reden. Es geht um damals, dass konntest du dir bestimmt schon denken.", sagte Jin ruhig, woraufhin Jimin mit seinem Kopf nickte. Ja das hatte er sich bereits gedacht.
Nun ergriff Taehyung das Wort: „Okay... dann falle ich mal gleich mal mit der Tür ins Haus." Er atmete kurz durch ehe er Jimin ernst ansah. „Hast du die Briefe damals wirklich geschrieben?" Nachdem Tae die Frage gestellt hatte fiel ihm ein Stein vom Herzen. Die Stirn des Angesprochenen legte sich verwirrt in Falten. Sogleich stellte er irritiert eine Gegenfrage: „Welche Briefe?" Briefe? Von was genau sprach Taehyung? Er hatte den Jungs noch nie in seinem Leben Briefe geschickt. „Ich habe euch noch nie in meinem Leben Briefe geschrieben.", fügte Jimin noch ehrlich hinzu. Warum sollte er sie anlügen? Doch konnte er die Mimik der beiden nicht deuten. Irgendwie schienen sie froh zu sein, zeitgleich aber irgendwie auch traurig. Bevor einer auch nur etwas sagen konnte, ergriff Jimin erneut das Wort. „Vielleicht solltet ihr mir erklären was genau passiert ist, als ich damals in Japan war."
Jin und Taehyung hatten also recht mit ihrer Vermutung, außer Jimin log ihnen eiskalt ins Gesicht ohne mit der Wimper zu Zucken. Das wiederum hielten sie für absurd, schließlich war ihr Mochi noch nie gut im Lügen gewesen, sie hätten es bemerkt. Da waren sich beide ziemlich sicher. Jimin schaute beide erwartungsvoll an, ehe er zu seinem Getränk griff und etwas davon trank. Irgendwie war es Taehyung unangenehm über früher zu reden, jetzt wo er wusste das sein ehemals bester Freund nichts damit zu tun gehabt hatte. Innerlich seufzte dieser nur, hätten sie damals bloß geredet. „Als du nach Japan geflogen bist, war an sich noch alles gut, das einzige was sich geändert hatte, war das Ari plötzlich bei uns abhing um Freundschaften mit uns aufzubauen." Jimin hatte seine Arme auf die Armlehnen des Stuhls gelegt und seine Hände ballte er langsam zu kleinen Fäusten. Er war sichtlich angepisst, und das nur durch die Erwähnung seiner Schwester. Also steckte seine Familie dahinter. Damit hatte er schon gerechnet. Diese Menschen holten sich alles was sie wollten und wenn sie über Leichen gehen mussten. Jedes Mittel war ihnen recht. Eigentlich bräuchte Taehyung gar nicht weiterreden, denn Jimin wusste, dass die Jungs in ein mieses Spiel gezogen wurden. Und das alles weil seine Eltern, insbesondere seine Mutter, Yoongi nicht an seiner Seite, sondern an Aris sehen wollten. Sie hatten es doch tatsächlich geschafft. Jimin merkte wie er immer trauriger wurde und sich langsam Tränen in seinen Augen sammelten. „Ungefähr nach einem Monat deiner Abwesenheit wurde es komisch. Ari hat sich total an Yoongi rangeschmissen, als gäbe es kein Morgen mehr. Er hat ihr oft genug klar gemacht, dass er mit dir zusammen ist und dich liebt. Sie hat aber nicht locker gelassen. Es war echt extrem, sodass wir schon eingeschritten sind. Ein paar Tage später kam sie mit sechs Briefen zu uns. Für jeden von uns einen in deinem Namen." Der Silberhaarige lächelte traurig als er hörte das Yoongi seine Schwester immer abgewiesen hatte, Yoongi war schon immer ein guter Mensch gewesen.
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Ten years later | Yoonmin | BTS
Hayran Kurgu> ON GOING < „Warum kann das nicht aufhören Hyung? Warum? Er kann das doch auch? Wieso komme ich nicht über ihn hinweg?" Nach 10 Jahren laufen sie sich zufällig über den Weg. Alte Wunden reißen auf und die Gemüter sind ein reines Chaos. Was ist dama...