Das anmutige Tier nicht einmal beachtend, wandte er sich von dem Schauspiel ab, welches sich ihm Tag und Nacht bot und kehrte in seine Gemächer zurück. An Schlaf war nun nicht mehr zu denken. So zog sich der Prinz eine Hose und eine lange Tunika über, schloss aber nicht die Knöpfe, sodass seine Brust und der flache Bauch unbedeckt blieben.
Zu dieser Stunde würde er unmöglich jemanden antreffen, dem der Anblick seines nackten Oberkörpers ungeziemend erscheinen könnte.Barfuß schritt Loki durch die Türen seiner Gemächer und begab sich zu dem einzigen Ort, welchen er sehr häufig um diese Uhrzeit aufsuchte. Die Flure wurden seicht von herableuchtenden Kerzen beleuchtet. Doch selbst wenn diese erloschen wären, würde Loki den Weg auch ohne Kerzenschein finden.
Die Türen knarrten ein wenig, als er sie ohne großen Kraftaufwand aufstieß. Er machte sich keine Sorgen jemanden dadurch geweckt zu haben. Es waren keine Gemächer in der Nähe.
Der Schwarzhaarige bewegte sich auf eines der vielen Bücherregale zu. Ihm war egal welches Buch. Er hatte kein bestimmtes im Sinn. Er wollte nicht darüber nachdenken. So zog er einfach eines, irgendeines, aus dem Regal und begann „Die Flora und Fauna Midgards" zu lesen.
Ihm war es gleich, ob er die Wörter verstand, ob sie zu ihm durchdrangen oder ob er sofort wieder vergaß, was auch immer auf diesen Seiten geschrieben stand. Er wollte nicht nachdenken. Keine Gedanken zulassen, welche ihn dazu verleiten könnten abzuschweifen und ihn an Dinge denken ließen, an welche er nicht zu denken versuchte.Seine Methode half nur dürftig, denn Loki schweifte schneller ab, als ihm lieb war. Frustriert klappte er das Buch zu, sodass es einen lauten Knall erzeugte und legte es beiseite. Dann rieb er sich mit den Händen über sein Gesicht und strich danach seine Haare nach hinten. Wieso konnte er nicht aufhören an seinen Traum zu denken? Denselben Traum, den er nun seit einer Weile immer wieder träumte.
War er schon so verloren, dass er sich in seinen Träumen eine nicht-existierende Person zu seinem Leben dazu fantasierte? Der Prinz konnte sich die Frage nicht beantworten. Das Einzige das er wusste war, dass es ihn mehr betrübte, als er zu verstehen mochte. Es machte einfach alles keinen Sinn. Sollte es überhaupt Sinn ergeben?
Er versuchte sich zu fokussieren und als er mehrere Male tief ein und wieder aus geatmet hatte, versuchte er erneut das Buch nicht nur zu lesen, sondern auch zu begreifen, was dort geschrieben stand.
Wenn noch jemand anderes sich in diesem Moment der Bibliothek befand, so hätte dieser jemand wohl einen aufgebrachten und verwirrten jungen Mann beobachten können, welcher versuchte seine Gedanken zu ordnen. Nur dort war niemand anderes in der Bibliothek. Es war kaum jemals ein anderer, außer seiner Wenigkeit, in dieser Bibliothek. So sah ihn auch niemand.
Loki las und las und bis zum Anbruch des Tages beendete er „Die Flora und Fauna Midgards" und schaute der Sonne bei ihrem Aufgang zu.
Er begrüßte den neuen Tag nicht. Er interessierte sich nicht einmal dafür. Die Sonne könnte für immer fort sein und es könnte ihm nicht egaler sein.
Denn es wird sich nichts ändern.
Es wird alles bleiben wie es eben nun einmal ist.
Manche Dinge kann man nicht ändern,
so sehr man es auch möchte.Und so ging Loki zu Bett.
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Behind Green Eyes || Loki Laufeyson
FanficEr war wie ein Schatten. Niemand bemerkte ihn und jeder mied ihn, wie ein kaputtes Spielzeug, mit dem niemand mehr spielen wollte. Loki, fühlte sich wahrlich verlassen und alleine, genau wie eines dieser kaputten Spielzeuge.. Er hatte ein Herz aus E...