Pov. Grayna
Ich saß gemütlich im Wohnzimmer auf der Couch und las in Ruhe mein Buch, als plötzlich Beyal ins Zimmer gestürmt kam.
"Was ist los?", fragte ich ihn neugierig, während ich mein Buch weglegte.
"Die Patrouille hat einen fremden Wolf in unserem Territorium ausgemacht", berichtete er mir.
"Wo?", sagte ich ernst und stand auf.
"An der Südgrenze", gab Beyal mir knapp als Antwort.Kurze Zeit später standen wir in unserer Wolfsgestalt vor dem Haus und liefen in den Wald hinein. Mein braunes Fell verschmolz beim laufen förmlich mit den Farben der Bäume, während Beyal als Weiß-grauer Schatten hinter mir her rannte.
Es hatte gerade angefangen zu stürmen und es sah nicht gerade danach aus als ob es bald aufhören würde.Nach einer Weile entdeckte ich die Patrouille in der Ferne und sprintete die letzten paar Meter zu ihnen. Bei ihnen angekommen waren die zwei Neuankömmlinge mehr als verwirrt.
Sie hatten eigentlich einen Streuner erwartet oder vielleicht einen Boten aus einem der verbündeten Rudel.
Doch die fünf Wölfe der Patrouille umkreisten einen am Boden liegenden Wolf der unter einem heruntergestürzten Ast eingeklemmt war.Sein dunkles Fell war dreckig und zerzaust, er atmete schwer und überall auf seinem Körper waren kleinere und größere Wunden zu sehen.
Aber das was sie am meisten verwirrte war das seltsame Halsband das er trug.
Außerdem sah er so aus als würde er kurz vor dem Hungertod stehen. Sein Körper bestand fast nur noch aus Haut und Knochen."Alpha, was sollen wir mit ihm machen?", fragte mich einer der Wölfe über den Rudellink in Gedanken.
"Wir bringen ihn zu unserem Rudelhaus und lassen ihn dort untersuchen", antwortete ich nach kurzem überlegen.
"Ist das nicht etwas gefährlich? Ich meine, was wenn er ein verstoßener ist?", sprach ein anderer seine Zweifel aus.
"Er sieht nicht wirklich so aus wie ein verstoßener", erwiderte Beyal.
"Vielleicht weiß er ja etwas darüber was da draußen vor sich geht. Wir übernehmen ab hier. Setzt eure Patrouille fort und meldet euch sofort bei mir falls ihr noch etwas ungewöhnliches finden solltet", befahl ich ihnen. Die Wölfe nickten noch kurz und liefen weiter.Mit der Hilfe von Beyal zogen wir den Ast beiseite und hievten den fremden Wolf auf meinen Rücken.
Etwas langsamer als vorher liefen wir wieder nach hause. Zum einen weil ich aufpassen musste das der fremde nicht herunter fiel, zum anderen hatte es mittlerweile angefangen ziemlich stark zu regnen.Hin und wieder winselte der Wolf auf meinem Rücken auf.
"Was meinst du wo er her kommt?", fragte mich Beyal.
"Vielleicht ist er ja aus Nicos Rudel."
"Aber dann hätte er doch von der Nordseite aus kommen müssen. Außerdem hab ich ihn noch nie zuvor gesehen."
"Stimmt."
Nachdenklich liefen wir nebeneinander her.Endlich bei der Siedlung angekommen erwartete uns bereits der Rudelarzt der den fremden Wolf sofort untersuchte.
Draußen setzte bereits die Abenddämmerung langsam ein.
Der Arzt meinte die Untersuchungen könnten länger dauern und höchstwahrscheinlich würden sie die ersten Informationen erst am nächsten Tag erfahren.
also beschlossen Beyal und ich morgen wieder zu kommen, in der Hoffnung das wir dann vielleicht mit dem Fremden reden konnten.
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Getötet, Besessen und Befreit
Hombres LoboNach dem plötzlichen verschwinden mehrerer Werwolfsrudel versuchen Grayna und seine Gefährten herauszufinden was passiert war. Währenddessen werden auch andere auf die Situation aufmerksam, die ein weit aus größeres Problem darstellt wie irrtümlich...