Eine Frage des Kombinierens

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„Also ich hatte schon länger den Verdacht, dass diese Spukerscheinung von etwas ablenken will. Nur von was wusste ich nicht, bis wir in dem Haus den Geheimgang entdeckt haben, der in unser Museum geführt hat. Als dann noch der Diamant gestohlen wurde, war für mich sonnenklar, dass es dieser Geheimgang gewesen sein musste, der den oder die Täter Zugang zu dem Museum verschafft hat. Wer jedoch dahintersteckte, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht", begann Justus eine ausführliche Erklärung abzugeben.

„Und was hat dich dann auf den Hausmeister gebracht?", unterbrach Cotta den Ersten Detektiv interessiert.

„Zunächst die zufällige Entdeckung des Kostüms", meinte Justus sachlich, „Ich glaube ich brauche nicht zu erwähnen, dass es äußerst dämlich gewesen wäre, wenn der Direktor seine Verkleidung in seinem Arbeitsraum versteckt, allerdings habe ich schon geahnt, dass auch andere Personen Zugang zu seinen Räumlichkeiten hatten."

„Damit lagst du ja vollkommen richtig Justus, aber wie kommt denn die blaue Farbe auf die Hände des Hausmeisters?", erkundigte sich der Inspektor mit gerunzelter Stirn.

„Ich bin immer auf solche Situationen vorbereitet und immer eine kleine Tube einer Spezialpaste bei mir, wenn man damit Gegenstände präpariert hat und diese jemand anfasst, färbt sie ab und der oder diejenige bekommt blaue Flecken, was wir in diesem Fall sehr schön bei unserem Hausmeister sehen können", vollendete Justus seine Erklärung.

„Das kling alles sehr logisch, aber wieso haben Sie das Kostüm im Büro ihres Arbeitgebers versteckt?", wollte Cotta von dem Mann, welcher noch immer in der Falle saß, wissen.

„Natürlich um den Verdacht auf jemand anderen zu lenken! Aber wieso seid ihr mir so schnell auf die Schliche gekommen ihr Gören, es hätte doch jeder Handschuhe tragen können!"

„Das ist ganz einfach: unsere anderen Verdächtigen haben uns bereitwillig ihre Hände gezeigt und auf ihnen waren keine Spuren der Paste zu sehen. Wenn wir dann weiter nach dem Ausschließungsverfahren weitergehen bleiben am Ende nur Sie übrig", meinte Justus schulterzuckend. „Das ist alles nur eine Frage des Kombinierens."

„Das... das glaube ich jetzt einfach nicht! Ich wurde von ein paar Kindern überführt! Was für eine Schande!", jammerte der Mann. Er schien den Tränen nah zu sein.

„Ach machen Sie sich keine Sorgen, sie sind nicht der Erste der dem Genie Justus Jonas unterlegen ist", tröstete Peter den Hausmeister, als ihn zwei Beamte auf die Füße zogen und ihn aus dem Haus bugsierten.

„So den Drahtzieher des Einbruches hätten wir dingfest gemacht, bleibt nur die Frage wo seine Komplizen abgeblieben sind", murmelte Justus und blickten den zwei Polizisten nach, welche den Verbrecher aus dem Haus trugen.

„Was bitte willst du damit schon wieder sagen?", erkundigte sich Cotta verblüfft.

„Es ist im Grunde genommen ganz einfach, in der Nacht in der wir den Geheimgang entdeckt haben und ihm gefolgt sind konnten wir ein Gespräch belauschen, in dem es um einen Auftrag und um einen gestohlenen Edelstein ging. Ich vermute, dass es sich dabei um den Hope Diamanten ging", erklärte Justus seine Vermutung.

„Wenn du damit Recht hast, dann wird der Kerl schon noch auspacken, in der Aussicht auf Strafmilderung", meinte Cotta trocken. „Gibt es sonst noch etwas was du uns mitteilen möchtest?"

„Nur eine Frage: hat man den Diamanten schon gefunden?"

„Nein hat man nicht, du kannst es mir ja sagen, wenn du diese Nuss geknackt hast", scherzte Cotta, „Vorausgesetzt er erzählt es uns nicht auf dem Revier. Los Männer Abmarsch! Auf uns wartet noch eine Menge Arbeit."

Kaum waren der Inspektor und seine Männer mit dem Hauptverdächtigen verschwunden drehte sich Bob zu Justus um und fragte seinen Freund: „Wo könnte er denn den Edelstein versteckt haben?"

„Lass ihn Bob. Ich sehe es ihm ja schon an, sein Gehirn läuft auf Hochtouren deshalb möchte er nicht mehr gestört werden. Wahrscheinlich präsentiert er uns morgen das Versteck auf einem Silbertablett", neckte Peter den ersten Detektiv.

„Lasst mich einfach in Ruhe über die ganze Sache Nachdenken", antwortete ihm Justus schlicht.

Gemeinsam machten sich die drei Fragezeichen auf den Weg in Richtung Schrottplatz. Dort angekommen trennten sich ihre Wege. Während Peter und Bob nach Hause fuhren betrat Justus den Wohnwagen, setzte sich in seinen Sessel, stützte sein Kinn auf seine Faust und dachte nach.

„Wenn ich einen Diamanten verstecken müsste, wohin würde ich ihn tun, damit ihn möglichst keiner findet?", fragte er sich selbst. Unruhig ging er in dem kleinen Raum auf und ab.

Plötzlich traf ihn die Erleuchtung wie ein Blitz und Justus schlug sich reflexartig mit der Hand auf seine Stirn. „Autsch!", murmelte er mit zusammengebissenen Zähnen. „Ich glaube ich weiß wo ich eine Antwort auf dieses Rätsel finde!"

Entschlossen ging er zu dem großen Aktenschrank, welcher hinter dem Schreibitsch stand und öffnete das oberste Fach.

„K k k... irgendwo muss dieser Fall doch zu finden sein", murmelte er aufgeregt.

Nachdem er einige Minuten lang hektisch Schubladen aufgerissen und geschlossen hatte, fand er, was er suchte. „Karpatenhund" stand in schlichten schwarzen Buchstaben auf dem schmalen Ordner.

„Dann wollen wir doch einmal sehen, ob mich das weiterbringt", meinte Justus motiviert und überflog die einzelnen Seiten.

Nach wenigen Minuten sprang Justus Jonas auf und tobte: „Ich Ochse! Ich Rindvieh! Ich Vollidiot! Wieso ist mir das nicht schon früher eingefallen? Das macht das Ganze doch so viel einfacher!"

Schnell griff er zum Telefon und wählte Peters Nummer. Nach dem zweiten Klingeln meldete sich Mr. Shaw und fragte: „Hallo wer ist da?"

„Hallo hier ist Justus ist Peter zufällig zu sprechen?"

„Nein der ist schon im Bett und da bleibt er auch, soll ich ihm morgen von dir etwas ausrichten?"

„Ja das wäre sehr nett!" antwortete Justus in den Hörer und diktierte Peters Vater eine Nachricht für seinen Sohn.

Wenige Minuten später klingelte das Telefon in der Zentrale erneut. Als sich niemand meldete rief Peter bei Bob zu Hause an, erreichte jedoch nur die Mutter seines Freundes, da dieser gerade in seinem Zimmer saß und lernte.

„Soll ich ihm etwas von dir ausrichten?", erkundigte Sie sich hilfsbereit bei Peter.

„Nein, das ist etwas was wir von Angesicht zu Angesicht besprechen sollten", murmelte Peter. „Wenn er sich heute Abend noch blicken lässt sagen Sie ihm bitte er soll mich umgehend zurück rufen.

„Ist gut, ich werds ihm sagen", meinte Mrs. Andrews und verabschiedete sich.

„Was hat Justus bloß von mir gewollt?", rätselte Peter, als er kurz darauf die Stiege nach oben in sein Zimmer hochstapfte. An diesem Tag erhielt er jedoch keine Antwort auf seine Frage. Diese sollte er erst am nächsten Tag bekommen.

Während Peter einschlief schossen ihm unzähligeGedanken durch den Kopf. Einer davon blieb ihm am Meisten im Gedächtnis:„Vielleicht hat Justus etwas kombiniert und ist so auf die Lösung des Fallesgekommen... Wo würde ich wohl diesen Klunker verstecken wenn ich müsste..." 

Die drei Fragezeichen und das blaue GerippeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt