chapter 8: intuition
Changbin
„Was meinst du mit jemand war heute hier unten?! Wer? Konntest du irgendwen erkennen? Meinst du es sind deine Eltern?!", meinte ich geschockt über dessen Worte und blieb für eine Sekunde auf der Stelle stehen. Felix biss sich auf die Lippe und ich konnte sehen, wie sein Körper begann zu zittern. Wow, Changbin... Etwas mehr Mitgefühl zeigen, immerhin muss er den Schock seines Lebens gehabt haben und konnte keine Sekunde schlafen.
„Es war eine Gruppe von Jungen. Vielleicht vier oder fünf von dem was ich erkennen konnte. Sie wurden nicht von meinen Eltern geschickt, zumindest vermute ich das. Es waren einfach normale Jugendliche... trotzdem hatte ich so große Angst entdeckt zu werden, dass ich die ganze Nacht wach geblieben bin und gelauscht habe, wo sie sich gerade befanden. Ich bin von Stelle zur Stelle gelaufen, damit ich so weit wie nur möglich von ihnen entfernt war. Zum Glück hatte ich die Tasche von dir, sonst hätte ich meinen Schlafplatz niemals einfach so mitnehmen können", erklärte er und auch wenn ich wusste, dass diese Nacht die Hölle gewesen sein musste, war ich glücklich, dass diese Typen nicht zu den Leuten gehören, die Felix suchten. Obwohl... sicher sein konnte man sich da auch nicht.
„Sind sie denn noch hier?", fragte ich und blickte von links nach rechts.
„Ich habe um ehrlich zu sein keine Ahnung... Gut möglich...", meinte er und ich sah zu ihm. Jetzt wo ich da war, schien der Junge kein Problem damit zu haben aus seinem Versteck zu kommen und zurückzugehen.
Nun davon wissend sah ich mich um. Alles war wie immer und andere Geräusche konnte ich auch nicht hören. Naja, wenn diese fremden Jungen auf der anderen Seite des Bunkers waren, würde ich sie auch nicht hören, wenn sie ein Metallkonzert geben würden.
„Meinst du, dass sie dich gesehen haben?", meinte ich dann und der Jüngere zuckte nur mit den Schultern. Okay, das war kein „Ja", aber auch kein „Nein". Immerhin ein Anfang.
„Naja, dann lass uns einfach durch den Bunker laufen und falls wir jemanden antreffen, kann immer noch ich mit ihnen reden, okay?", bot ich an und merkte, dass der Blonde zögerte, doch letztendlich zustimmte. Ich wusste nicht mal wirklich, ob er Angst davor hatte, dass die Jugendlichen ihn von irgendwoher erkennen könnten oder ob er Angst vor der Kommunikation mit vielen unbekannten Menschen hatte. Er war was zwischenmenschliche Aktionen betrifft, halt echt unterentwickelt und das wusste er auch. Da konnte ich die Panik schon verstehen.
So liefen wir in eine Richtung, von der wir beide wussten, dass kein Weg zugeschüttet sein würde. Mittelfristig würden wir auch wieder auf Felix Schlafplatz treffen und wenn dieser leer war, könnte er sich für die Zeit auch schon mal dort einnisten.
„Hier, ich habe dir Handschuhe mitgebracht. Es schien gestern so, als könntest du sie gut gebrauchen. Deine Hände fühlten sich an wie Eisblöcke.", spaßte ich, um ein Gespräch anzufangen. Felix sah nur zu mir und blinzelte.
„So schlimm?", fragte er und blickte auf seine Hände hinunter. Ich angelte in der Zeit besagte Handschuhe aus meiner Jackentasche. Danach griff meine Hand nach seiner und wieder waren seine Fingerspitzen eiskalt. Ja, es war wohl besser, dass ich ihm die Handschuhe mitgebracht habe.
„Deine Hände sind ja richtig heiß", meinte er überrascht und ich schüttelte den Kopf amüsiert. Stattdessen zog ich ihm die Handschuhe vorsichtig über die Finger und versuchte durch Reibung mehr Wärme zu erzeugen.
„Nicht nur meine Hände sind heiß", grinste ich und zog die Augenbrauen grinsend nach oben. Manchmal war meine Ironie etwas fragwürdig, aber ich fand es meist amüsant anzusehen, wie die Leute auf diese reagierten. Auch Felix sah mich augenblicklich an.
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Latibule
FanfictionLatibule - (n.) a hiding place; a place of safety and comfort - changlix (changbin x felix) - lost places - fluff - dark & comfy