Kapitel 3🌷

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Der erste Schultag verging ohne weitere Vorkommnisse. Wenn man außer Acht ließ, dass die Zeitung voll mit Harrys Gesicht gefüllt war und ihn einen Lügner nannten. Denn niemand schien Harry glauben zu wollen, dass der dunkle Lord zurückgekehrt war. Professor Dumbledore glaubte ihm. Da war sich Y/N sicher. Y/N schenkte daher den Sticheleien und dem Gequatsche alles, was das anging, keine große Beachtung. Ihr tat Harry leid, der nun jeden Tag die Blicke und Geflüster der anderen Schüler ertragen musste. Hermine, Ginny und Ron versuchten ihn aufzumuntern.
Am nächsten Tag beim Frühstück in der großen Halle stellte Dumbledore eine neue Lehrerin für Verteidigung gegen die dunklen Künste vor. Sie kam einen Tag später auf Hogwarts an, da sie im Zauberministerium noch eine wichtige Anhörung beiwohnen musste, hatte Dumbledore erklärt. Harry lehnte sich zu Hermine und flüsterte: "Das ist Umbridge. Sie arbeitet für Fudge.“ Hermine sagte nichts.
Umbridge hielt eine kleine Rede. Aber die meisten Schüler hörten ihr nicht zu. "Ich hoffe, dass der Fluch auf dem Posten des Lehrers von Verteidigung gegen die dunklen Künste anhält“, lachte Ron. Die meisten Schüler am Gryffindor-Tisch lachten ebenfalls.
Y/N war in ihren Gedanken versunken und ließ ihren Blick schweifen. Sie blieb am Slytherin-Tisch hängen. Dabei spielte sie an ihrem Ring herum.
Sie sah Malfoy, wie er sich mit Pansy Parkinson unterhielt. Dabei sah er etwas verärgert aus. Y/N fand ihn interessant. Genau in dem Moment, als Malfoy ihren Blick bemerkte und sie fragend ansah, wurde Y/N in ihre Seite gestoßen. Sie drehte sich zu Hermine um. "Wo bist du denn nur mit den Gedanken? Wir haben dich etwas gefragt“, sagte Hermine amüsiert. "Entschuldigt bitte. Was gibt es denn?“, fragte sie und schenkte Hermine ein Lächeln in der Hoffnung, dass sie nichts mitbekommen hatte.
"Wir haben über die neue Lehrerin gesprochen und Harry hatte erklärt, dass er sie schon von seiner Anhörung kannte“, fing die Brünette an zu erklären. "Das Ministerium mischt sich in die Angelegenheiten von Hogwarts ein“, murmelte Y/N. "Das wird Dumbledore sicher nicht gefallen“, fügte Harry hinzu und unsere Blicke gingen wie automatisch zu Dumbledore. Sein Gesicht war ausdruckslos. "Hey Brüderchen“, begrüßten die Weasley-Zwillinge ihren Bruder Ron.
"Was wollt ihr, Fred und George?“, fragte dieser gelangweilt."Würdest du das hier für uns testen?“, fragte Fred und George hielt Ron ein Bonbon hin. Ron verzog sofort das Gesicht und sah sich das Bonbon genauer an.
"Was ist das für ein Teil?“, fragte Ron daraufhin. "Hey ihr Beiden“, mischte sich Harry ein und begrüßte die Zwillinge. Es schien so zu sein, als hätten die Zwillinge jetzt erst die Anwesenheit der anderen am Tisch wahrgenommen. Sie schauten in die Runde und George packte das Bonbon wieder weg. Fred und George setzten sich. "Du bist also Y/N“, stellte Fred fest. "Wie es scheint, hast du dich für die richtige Truppe auf Hogwarts entschieden?“, sagte George weiter. "Jungs“, mahnte sie Ginny. Hermine lachte. "Richtige Truppe?“, fragte Y/N. Fred lehnte sich etwas zu Y/N, als würde er ihr ein Geheimnis erzählen wollen. "Ich weiß nicht, ob du es schon wusstest“, fing er an und schaute sich kurz um, um zu checken, ob jemand hinhören würde. Alle hörten gespannt zu, was Fred als nächstes sagen würde.
"Harry ist der Auserwählte“, flüsterte Fred dann wieder an Y/N gerichtet und George brach in lautes Gelächter aus. "Ihr seid so blöd“, meckerte Ron die Beiden an und Harry wurde etwas rot, aber verdrehte die Augen. "Unfassbar“, zischte Ginny und schließlich fingen alle an zu lachen.
Y/N verließ etwas früh ihren Schlafsaal, um etwas zu holen, bevor sie zum Unterricht gehen würde. In Wahrheit hatte sie kurz vorher beobachtet, wie Malfoy die große Halle alleine verlassen hatte. Y/N lief ihm unauffällig hinterher. Es schien so, als würde er zu seinem Unterricht gehen wollen. Plötzlich blieb er stehen und drehte sich um.
"Kann ich dir helfen?“, fragte er Y/N mit rauer, dunkler Stimme. Aber das machte Y/N nichts aus. Sie lief die letzten Schritte auf ihn zu und blieb vor ihm stehen. "Es wäre nett, wenn du mir sagen könntest, wo ich die Gewächshäuser finden würde“, sagte sie und lächelte etwas. Malfoy hingegen verzog keine Miene.
"Wieso fragst du nicht Potter und seine Freunde?“, fragte er mit einem gewissen Hohn in der Stimme.
"Weil sie schon weg sind und ich mich noch nicht auskenne“, erwiderte Y/N. „Sehe ich aus wie ein verdammter Wegweiser?“, kam es daraufhin etwas hart von Malfoy. Y/N nutzte die Gelegenheit und schob sich unauffällig ihren Ring ab. Auf den Ring war der Anfangsbuchstabe des Familiennamens eingraviert. Dann hörte sie es in ihren Kopf. Die Stimme.

"Sie hat mich beim Frühstück schon so komisch angesehen... Ihr Name sagte mir etwas. Nur was?... Wieso starrt sie mich an?“ Seine Stimme. Y/N hatte gerade seine Gedanken gehört. Y/N schob sich den Ring wieder auf den Finger und sagte: "Entschuldige bitte. Ich wollte dich nicht nerven.“ Dann ging sie an ihm vorbei und ließ ihn stehen. "Was bei Merlin?“, fragte sich Malfoy kurz bevor er seinen Weg wieder aufnahm.
Y/N lief die Korridore entlang und hoffte jemanden aus ihrem Haus zu begegnen, denn sie hatte sich wirklich verirrt. Sie hatte ein schlechtes Gewissen. Sie hatte ihren Eltern und Dumbledore versprochen, ihren Ring nur in gefährlichen Situationen abzunehmen und jetzt hatte sie es bei Malfoy getan. Dumbledore war der Meinung, dass es unhöflich war, die Gedanken anderer ohne ihre Erlaubnis in Anspruch zu nehmen. Deshalb verhexte er diesen Ring, der sie davon abhalten würde. Aber wenn sie ihn abnahm, würde sie es wie gewohnt tun können. Y/N war eine Legilimentorin. Man kann zum Gedankenlesen den Zauberspruch Legilimens zur Hilfe nehmen oder beherrscht es von Natur aus ohne diesen. Meist bemerken Legilimentoren, die diese Fähigkeit von Geburt an besitzen, zunächst zufällig die Gedanken anderer und können daraufhin lernen, diese Fähigkeit zu kontrollieren. Die Fähigkeit macht sich ab dem Alter von vier bis sechs bemerkbar und wird stärker je älter man ist. Y/N war eine sehr gute Legilimentorin. Sie war es von Geburt an. Dies war auch der Grund, weshalb sie zu Hause unterrichtet wurde. Y/N hatte alles im Griff. Sie war bereits so fortgeschritten, dass die Person, dessen Gedanken sie lesen würde, es nicht einmal merken würde. So wie es vorhin bei Malfoy tat.

Draco Malfoy x Reader / Gedanken*Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt