Ein großer Schritt

397 21 0
                                    

Da waren wieder diese Bilder von Dee, wie er mich anfasste und Gee der mir drohte mit mir noch nicht fertig zu sein. Ich erschrak aus meinem Traum und weinte, hoffte innerlich, dass sie niemals wieder aus dem Gefängnis kämen. 

Auch Jake war wieder in meinem Traum gewesen, seine hilflosen Schreie und Blicke hinterließen jedes Mal ein qualvolles Stechen in meiner Brust.

Ich war am Abend früher ins Bett gegangen, weil mich die Migräne plagte. Jake schien noch mit Johnny im Wohnzimmer zu sitzen. Da die Nacht jetzt eh für mich gelaufen war, stand ich auf um mir eine Cola aus der Küche zu holen. Pancho sah interessiert zu mir auf, blieb dann aber doch im Bett liegen.


Auf dem Weg zur Küche sah ich Jake, wie er gerade den Rauch weg wedelte den er ausgepustet hatte und Johnny schnell den Joint reichte. Als ob ich nicht schon längst mitbekommen hätte, dass er sich gelegentlich mit Johnny einen rauchte. 

"Du bist ja wach?!", in seiner Feststellung lag ein kleiner ertappter Unterton. 

Ich ging wortlos weiter in die Küche und holte mir eine Cola, ehe ich mich schnaufend zu Jake aufs Sofa fallen ließ. "Schlecht geträumt." 

"Das tut mir leid Schatz, sind die Kopfschmerzen wenigstens besser?" 

Ich blickte zum Couchtisch und schüttelte deprimiert den Kopf. 

"Ich wüsste ja was da helfen könnte.", sagte Johnny und ich sah wie er auf den Joint in seiner Hand deutete. 

Jake sah ihn erbost an und schüttelte verbietend den Kopf. 

"Ach komm was solls.", sagte ich zu Johnny und nahm ihm die Tüte ab. 

Jake griff nach meiner Hand um ihn mir wieder weg zunehmen. "Nichts da! Damit fangen wir gar nicht erst an!" 

"Lass sie doch!", wandte Johnny ein. 

"Eben, du rauchst dir auch ab und zu einen. Und es ist ja nicht das erste Mal.", sagte ich und entriss ihm den Joint wieder. 

"Wie nicht das erste Mal?", er sah wieder mit bösen Blicken zu Johnny. 

"Habe damals mit einer Studi-Kollegin und ihrem Freund gelegentlich gekifft."

"Aber...", Jake schaute mich verdutzt an. "Lea ich weiß nicht ob das gerade der richtige Zeitpunkt dafür ist."

"Und ich könnte mir keinen besseren vorstellen.", sagte ich und nahm einen tiefen Zug. 

"Gut, verbieten kann ich es dir nicht.", er schüttelte leicht entsetzt den Kopf und hielt mir seine Hand entgegen. "Dann will ich aber auch noch mal." 

"Ihr beide.", Johnny schüttelte kichernd den Kopf und fing an sich eine neue Tüte zu drehen. "Teilt euch den Rest!"


Im Fernsehen lief gerade Harold und Kumar. Nachdem Jake und ich aufgeraucht hatten lehnte ich mich an seine Schulter und er kraulte mir über den Rücken. 

"Das wird aber nicht zur Gewohnheit.", grummelte er mir leise zu und ich entgegnete mit einem Nicken.

Als Johnny nach zwanzig Minuten einschlief, schaltete Jake den Fernseher aus und reichte mir seine Hand um ins Schlafzimmer zu gehen. Pancho schickte er ins Wohnzimmer, er machte sich sonst einfach viel zu breit im Bett.

"Wie lange weißt du es schon?", fragte er mich während er sich seine Jeans auszog.

"Schon etwas länger.", entgegnete ich und legte mich aufs Bett. 

"Ich hätte es dir sagen sollen.", er legte sich neben mich und gab mir einen zärtlichen Kuss auf die Stirn. 

"Schon okay Jake, mich stört das nicht, so lange du es damit nicht übertreibst."

Duskwood - breaking wallsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt