Seit sechs Wochen waren wir zurück aus unseren Flitterwochen. Wir hatten wirklich wundervolle drei Wochen in Afrika verbracht. Drei Wochen nur wir zwei. Jake und ich. Mitten in der Savanne. Wir haben Tiere in freier Wildbahn gesehen, die ich sonst nur aus dem Fernsehen oder Zoo kannte.
Es war einfach unglaublich, diese Sonnenuntergänge von unserer Terrasse aus und die Giraffen die morgens direkt an unserer Unterkunft entlang spazierten. Das schönste was ich je gesehen hatte und ich habe diese wahnsinnigen Wochen gemeinsam mit meinem Traummann erlebt.
Wären da nicht diese vielen tollen Fotos für unser Album entstanden, würde ich es immer noch nicht glauben.
Nach unseren Flitterwochen kehrte schnell wieder der Alltag ein. Jake war gerade mit Johnny auf einer zweiwöchigen Geschäftsreise in der Stadt und ich blieb währenddessen in Duskwood.
So lange waren wir beide bisher noch nie voneinander getrennt, aber da Jessy mit Dan zum Urlaub machen in Colville bei ihrer Schwester war, half ich Richy in der Zwischenzeit in der Werkstatt aus.
Nachdem ich mein Fernstudium kippte, hatte ich noch nichts neues wieder angefangen, aber Jake und Johnny hatten im Moment so viel zu tun, dass sie ebenfalls meine Hilfe bei dem Bürokram gebrauchen konnten. Also war ich sowas wie deren Sekretärin.
Aktuell kümmerte ich mich also um deren Kundenanfragen, Termine und Rechnungen, selbiges tat ich zusätzlich gerade auch bei Richy.
Für Pancho hatten wir noch immer kein zu Hause gefunden, aber das wollten wir auch gar nicht mehr, er gehörte mittlerweile zu uns und hatte sich so sehr an unsere Freunde gewöhnt, dass es ihm auch nichts ausmachte gelegentlich bei Lilly oder Hannah unterzukommen. Und da ich gerade wirklich viel um die Ohren hatte hauptsächlich in der Werkstatt, weil Jessy beim Rechnungen schreiben ganz schön in Verzug geraten war, blieb Pancho ein paar Tage bei Lilly.
"Hey ho Lea. Wusste gar nicht, dass du schon hier bist.", sagte Richy, als er mein vorübergehendes Büro betrat. "Geht es dir gut? Du siehst furchtbar aus."
"Danke Richy, dir auch einen guten Morgen.", entgegnete ich augenrollend. "Welche Frau hört so früh morgens nicht gerne, dass sie schrecklich aussieht."
"Sorry, guten Morgen Lea.", kichernd kratzte er sich am Hinterkopf, ehe er besorgt auf mich hinab blickte. "Aber ernsthaft, ist alles Ordnung bei dir?"
"Habe ne furchtbare Nacht hinter mir, kaum geschlafen.", erklärte ich kurzerhand. "Bin einfach nur hundemüde und die letzten Tage habe ich ständig Kopfschmerzen."
"Du wirst doch wohl nicht krank?"
"Nein, keine Sorge. Ich lasse dich nicht hängen."
"Hast du Mal ne Tablette versucht?"
"Du weißt, dass ich keine Tabletten nehme. Das geht gleich schon wieder."
"Dann vergiss wenigstens nicht ausreichend zu trinken.", er stellte mir eine Wasserflasche auf den Schreibtisch. "Und falls du es dir doch anders überlegst, Jessy hat immer Kopfschmerztabletten in der Schublade."
"Danke Richy, du bist ein wirklich fürsorglicher Chef.", entgegnete ich lächelnd.
"Meld dich wenn du noch was brauchst.", sagte er zwinkernd und ging wieder in die Werkstatt, während ich mich an die Rechnungen machte.
"Lea? Hey, ich bezahle dich aber nicht fürs Schlafen!"
"Hmm. Oh. Sorry Richy.", ich wachte verwirrt auf, als er mich ansprach.
"Ist wirklich alles gut?", er setzte sich auf meinen Schreibtisch und sah mich bekümmert an.
"Ja ja, geht schon, war nur kurz weg genickt."
"Hast du heute schon was gegessen?"
Ich schüttelte den, auf meinen Händen gestützten, Kopf, während ich mir über die Schläfen rieb.
"Mir ist gerade wirklich nicht nach Essen."
"Los, wir holen uns Frühstück aus dem Café!", er stand auf und streckte seine Hand zu mir.
"Nein, geht schon Richy."
"Keine Wiederrede!", noch immer hielt er mir seine Hand hin um mir aufzuhelfen.
Da ich scheinbar eh keine Wahl hatte, nahm ich nickend seine Hand entgegen und stand auf.
Als ich gerade den ersten Schritt tätigen wollte, wurde mir plötzlich schwarz vor Augen.
Richy fing mich intuitiv auf und schloss seine Arme fest um mich. "Vielleicht solltest du dich doch besser etwas hinlegen."
"Ich glaube das ist keine so schlechte Idee.", murmelte ich und schmiegte mich an seine Brust.
"Komm, ich bringe dich nach oben.", hauchte er mir seinen Atem aufs Haar, ehe er mich stützend in seine Wohnung brachte.
Nachdem ich meine Jeans ausgezogen und mich in Richys Bett gelegt hatte, kam er ins Schlafzimmer und reichte mir einen Tee, als er sich neben mich aufs Bett setzte.
"Tut mir Leid, dass ich dich allein in der Werkstatt lasse.", flüsterte ich und nippte vorsichtig an meiner Tasse.
"Schon okay. Du hast die letzten Tage so viel aufgeholt, da komme ich wohl ein, zwei Tage alleine klar.", besänftigte er mich. "Jessy kommt ja auch bald zurück. Ruh du dich erstmal aus!"
"Danke Richy.", murmelnd gab ich ihm die leere Tasse und kuschelte mich in sein Kissen.
"Ich geh dann mal wieder an die Arbeit und zögre nicht mich anzuklingeln, wenn du etwas brauchst.", behutsam strich er mir die Haare hinters Ohr und zog mir die Decke über die Schulter.
Noch bevor er die Tür hinter sich schloss, war ich bereits eingeschlafen.
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Duskwood - breaking walls
FanfictionDiese Geschichte ist die Fortsetzung zu meiner Fanfiction "Duswood - the truth". Ich empfehle also zuerst mit dem ersten Teil zu beginnen. Lasst euch von der Anzahl der Teile nicht abschrecken, meine Kapitel sind wie in der ersten fanfiction relati...