Friedlich schlafend

316 21 6
                                    

---Jake---

"Danke, dass du mich gleich angerufen hast."

"Ist doch selbstverständlich.", entgegnete Richy, als wir die Treppe zu seiner Wohnung hoch gingen. "Du hättest, aber wirklich nicht extra herkommen müssen."

"Doch, du hast sowieso schon genug Arbeit am Hals, da musst du dich nicht auch noch um Lea kümmern."

"Ach was, mache ich doch gerne.", er schloss mir die Tür auf und ließ mich eintreten. "Sie hat den ganzen Tag noch nichts gegessen, ich wollte sie aber auch nicht aufwecken. Habe zwischendurch mal nach ihr gesehen und ihr neuen Tee hingestellt."

"Alles klar, danke nochmal Richy.", sagte ich, ehe er sich wieder auf den Weg in die Werkstatt machte und ich das Schlafzimmer betrat.


Richy hatte mich vor sechs Stunden angerufen und mir gesagt, dass es Lea nicht gut gehen würde.

Ich machte mich gleich auf den Weg hierher um nach ihr zu sehen, wie es schien war sie seitdem tatsächlich nicht einmal aufgestanden. Sie lag friedlich schlafend in Richys Bett und auf dem Nachttisch stand noch die halbvolle Tasse Tee, als ich mich zu ihr aufs Bett setzte.

"Hey meine Schöne.", flüsterte ich und legte meine Hand sanft an ihre Schulter. "Möchtest du nicht langsam aufstehen?" 

"Hmm? Jake?", murmelte sie und rieb sich verschlafen die Augen. "Was machst du hier? Wie spät ist es?" 

"Fünf Uhr. Richy hat mich angerufen und sagte du wärst krank.", ich gab ihr einen zärtlichen Kuss aufs Haar.

"Was? Hab ich wirklich so lange geschlafen?", sie setzte sich auf und streckte sich.

"Wie geht es dir jetzt?", ich reichte ihr die Tasse vom Nachttisch. 

"Etwas besser, glaub ich.", sagte sie und trank den Tee in einem Zug aus. "Du hättest aber wirklich nicht die lange Fahrt auf dich nehmen müssen um her zu kommen, ihr wärt doch in zwei Tagen sowieso zurück."

"Ich wollte aber nach dir sehen und die zwei Tage kommt Johnny auch alleine klar."

"Danke Jake.", entgegnete sie mit einem zarten Lächeln auf ihren Lippen. 

"Bedank dich nicht. Für dich würde ich auch ohne zu zögern um den Globus reisen.", erwiderte ich lächelnd und führte meine Lippen an ihre für einen liebevollen Kuss. "Sollen wir nach Hause fahren?" 

"Ja bitte."

Nickend reichte ich ihr ihre Jeans und Schuhe.


Nachdem Lea sich angezogen hatte, machten wir uns auf den Weg nach unten und verabschiedeten uns bei Richy, bevor wir zu unserer Wohnung fuhren. 

Auf der Autofahrt begann Leas Magen bereits fordernd zu knurren und wir bestellten uns noch vom Wagen aus Pizza nach Hause, damit wir nicht allzu lange warten mussten bis das Essen kam.


Bei der Wohnung angekommen öffnete ich Lea die Beifahrertür und reichte ihr meine Hand. 

"Mein Gentleman.", kichernd fasste sie danach und stieg aus. Blieb einen Augenblick stehen und hielt sich an der Tür, während sie die Augen schloss.

"Alles okay Lea?", besorgt legte ich meinen Arm um sie und sah sie an. 

Sie zögerte einen Moment ehe sie antwortete. "Ja geht wieder, mir wurde nur kurz schwindlig."

"Nicht, dass du mir noch zusammenklappst.", mit meinem Arm fest um ihren Rücken begleitete ich sie in die Wohnung bis zur Couch. "Such dir schonmal ein Film aus, das Essen sollte auch gleich kommen.", sanft hauchte ich ihr einen Kuss auf die Stirn und ging in die Küche.


Genau passend als ich ich mit Leas Tee und einer Flasche Cola zurück ins Wohnzimmer kam, klingelte es an der Tür.

"Sitzen bleiben!", mahnte ich Lea, die gerade aufspringen wollte um die Pizza entgegenzunehmen. 

Augenverdrehend lehnte sie sich wieder auf dem Sofa zurück und ich schritt mit einem Schmunzeln auf den Lippen zur Tür.


Als ich die Pizzakartons auf dem Couchtisch abgestellt hatte, startete Lea den Film 'Bad Boys', ehe sie fast ausgehungert über ihre Pizza herfiel. 

"Schling nicht so, sonst wird dir gleich schlecht!", sagte ich grinsend. 

"Aber es ist Pizza." erwiderte sie mein Grinsen. "Und ich hab heute noch nichts gegessen."

Ohne weiteren Kommentar schüttelte ich den Kopf und konzentrierte mich wieder auf den Film.


Nachdem Lea die ersten drei Pizzatücke förmlich eingesaugt hatte, sprang sie urplötzlich auf und spurtete ins Bad. Ich war ihr gleich nachgegangen und hörte schon im Flur wie sie sich übergab. 

Im Bad lehnte ich mich in den Türrahmen und sah zu ihr runter. Sie kniete vor der Toilette und stützte sich mit den Armen auf der Klobrille ab. 

Nachdem sie fertig zu sein schien, lehnte sie ihren Kopf auf ihren Arm und schloss die Augen. 

"Ich hab dir gesagt du sollst nicht so schnell essen.", warf ich ihr vor und erntete ihren bösen Blick, der mir ein gemeines Grinsen entlockte. 

Sie zeigte mir den Mittelfinger und begann erneut zu würgen. 

Ich hockte mich hinter Lea, streichelte ihr über den Rücken, während sie sich erbrach und hielt ihr die Haare zurück.

"Geht es wieder?", ich reichte ihr ein paar Blatt Klopapier, als sie ihren Kopf in ihre Hand stützte und sie putzte sich nickend über den Mund. 

Ich betätigte die Spülung, bevor ich mich an die Wand zurück lehnte und Lea sich an meine Brust zurück fallen ließ. 

Ich gab ihr sanfte Küsse auf den Hinterkopf und fühlte über ihre Stirn. "Du solltest wohl lieber mal Fieber messen Schatz. Zieh dir was bequemes über und ich hole dir das Thermometer aus meinem Koffer." 

Ich half ihr aufzustehen und verließ das Badezimmer.


Während Lea noch im Bad war, hatte ich die Couch bereits ausgezogen und ihr Bettzeug aus dem Schlafzimmer rüber geholt. 

In Top und Jogginghose bekleidet betrat sie das Wohnzimmer und streckte erfreut lächelnd ihre Arme vor, als ich meinen Hoodie für sie auszog. Behutsam zog ich ihn ihr über den Kopf und gab ihr einen fürsorglichen Kuss auf die Stirn. 

Dann kuschelten wir uns aufs Sofa und ich reichte ihr das Thermometer.


Fieber hatte sie jedenfalls keins, nur etwas erhöhte Temperatur. 

Während ich den Film nochmal von Anfang abspielte, schmiegte Lea sich an meine Brust und ich legte meine Arme fest um sie. 

Obwohl sie erst den halben Tag bei Richy im Bett verschlafen hatte, schlief sie ganz schnell wieder in meinen Armen ein.

Duskwood - breaking wallsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt