Schluckauf

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Das Kinderzimmer war seit fünf Wochen fertig und mit dem Einzug des Faultiers vom Pineglade, war das Zimmer letztendlich komplett. Ich konnte den Tag kaum noch abwarten bis unser Würmchen endlich zur Welt kommen würde. 

Ich war jetzt in der dreißigsten Schwangerschaftswoche, gestern beim Ultraschall konnten wir sehen, dass unser kleiner Schatz sich bereits gedreht hat. Eigentlich etwas früh, doch das hat nichts zu bedeuten sagte unsere Ärztin, allerdings sollte ich mich die nächsten Wochen trotzdem mehr schonen als zuvor.

Jake war mit Pancho im Park, als ich gerade die Wäsche aus der Maschine holte und es plötzlich klingelte. Mit dem Wäschekorb unterm Arm ging ich an die Tür. 

"Johnny? Was machst du denn hier?", fragte ich irritiert. "Dachte du kommst erst morgen zurück."

"Hey Lea. Kam beim Kunden nicht weiter.", erklärte er kurzerhand, während er mir ins Haus folgte. "Muss Jake sich selber drum kümmern."

"Jetzt wo du es sagst, er hat da glaube gestern irgendwas erwähnt.", sagte ich und machte mich auf den weg zur Terrasse um die Wäsche aufzuhängen. 

"Gib mir den Wäschekorb, das kann ich mir nicht mit ansehen.", sagte Johnny und nahm mir den Korb aus den Händen. "Du sollst dir Ruhe antun. Wo willst du sie hin haben?"

"Auf Terrasse!", sagte ich augenverdrehend. "Und ich dachte jetzt wo Jake spazieren ist, könnte ich endlich mal in Ruhe etwas tun."

"Auf Terrasse? Wir haben November!", fragend sah er mich an. 

"Aber die Sonne scheint und es ist trocken. Mach jetzt einfach, sonst mach ich es selbst.", sagte ich und wollte ihm die Wäsche schon wieder abnehmen, ehe er sie mir vor der Nase weg riss.

"Nichts da!" mahnte Johnny, stellte den Korb auf dem Terrassenstuhl ab und klappte den Wäscheständer auseinander.

"Danke Johnny.", schmunzelnd gab ich ihm einen kleinen Kuss auf die Wange und hing mit ihm zusammen die Wäsche auf.


Danach gingen wir in die Küche und ich stellte uns Kaffee an. 

"Lea alles in Ordnung?", fragte Johnny mich, als ich mir Bauch und Rücken hielt. 

"Alles gut, nur ne wehe.", beruhigte ich ihn. "Und der Rücken bringt mich noch um."

"Jetzt setz dich hin.", er zog mir einen Stuhl zurück und holte die Tassen aus dem Schrank. 

"Nein, Johnny geht schon.", ich fing an die fertige Spülmaschine auszuräumen. "Ich muss ein bisschen was tun."

In dem Moment kam Pancho gefolgt von Jake in die Küche. 

"Hey Johnny.", grüßte er ihn, bevor er mich mahnend ansah. "Schatz du sollst das nicht! Ich mach das schon. Setz dich hin!" 

"Hab ich ihr auch schon gesagt.", warf Johnny ein. 

"Ihr seid nervtötend.", schnaubte ich gestresst und setzte mich letztendlich doch hin, weil mir etwas schwarz vor Augen wurde. 

Jake reichte mir unaufgefordert einen Joghurt aus dem Kühlschrank. "Iss den, dann geht es gleich wieder."

"Danke mein Schatz.", erwiderte ich zaghaft lächelnd, während er mir zu zwinkerte. 

Er sorgte sich wirklich rührend um mich und unser Baby und wusste genau wann ich was brauchte. Es war schön so umsorgt zu werden, doch es konnte manchmal auch unglaublich nervig sein, wenn sie einem alles abnehmen wollten. 

Aber ich wusste ja, dass Johnny und ganz besonders Jake es nur gut mit mir und dem Baby meinten.


Duskwood - breaking wallsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt