Jahr 75 der neuen Zählung
Algiar boxte ununterbrochen darauf ein. Immer und immer wieder. Aber der Gegner gab nicht nach. Baumelte immer wieder hin und her, was Algiars Wut nur noch vergrößerte. Plötzlich hielt er inne. Dann gab er dem Boxsack noch einen Tritt und setzte sich auf die Bank, die an der Wand daneben stand. Eine Träne kullerte ihm die Wange herunter. Seine Mutter war tot und das hatte Algiar erst jetzt wirklich realisiert. Jetzt, als er hier in Sicherheit war. Bei den Rebellen. Algiar schlug mit der Faust auf die Bank. Er schrie auf, als sich ein stechender Schmerz durch den ganzen Arm bis zur Schulter hochzog. Warum hatte es nur so weit kommen müssen? Ein weiteres Mal verfluchte Algiar Milan für seine Taten. Damit hatte dieser Verrückte sich einen mächtigen Feind geschaffen. Das schwor Algiar sich. Er wollte ein mächtiger Feind werden und ihn schließlich in seinem Spiel schlagen. Plötzlich wurde Algiar aus seinen Gedanken gerissen, als sich die Schiebetür mit einem Rauschen öffnete. Schnell wischte er sich die Träne aus dem Gesicht und schaute auf. Eine Frau trat herein. Ihr Gesicht konnte Algiar nicht erkennen, da sie auf den Boden schaute. Algiar stand neugierig auf. In diesem Moment hob die Frau den Kopf. Algiar erschrak als er sie erkannte, und führte zum Schlag aus, solange er noch konnte. Mühelos fing sie seine Hand ab, und drehte sie ihm auf den Rücken. Algiar stieß einen erstickenden Schrei aus. „Warum denn gleich so gewalttätig?",fragte die Frau und lächelte überlegen. „Wie bist du hier reingekommen?",wollte Algiar wissen. Sie ließ ihn los. Schnell versuchte er, so weiten Abstand zu nehmen, wie es nur ging. „Ich arbeite hier.",antwortete Freya. Die Frau, durch die Algiar von Milans geheimer Organisation gefangen worden war. Sie hatte sich kaum verändert. Nur das Haar trug sie jetzt offen. Algiar schaute sie verwirrt und misstrauisch an. Freya lachte freundlich. „Ich dachte, ich wäre damals so nett zu dir gewesen, dass du mir vertraut hast. Aber da war ich wohl zu tief in meiner Rolle gewesen. „Soll das ein Trick sein?" Algiar wartete verunsichert auf die Antwort. Freya seufzte und schüttelte den Kopf. „Ich kann wohl nicht von dir erwarten, dass du mir so schnell glaubst. Wie auch?" Einen Moment überlegte sie, dann fuhr sie fort: „Denkst du wirklich Milan wäre so leichtsinnig und würde dich nach seinem Triumph einfach frei laufen lassen? Er wollte dich irgendwo für immer wegsperren und ich war die Person, die ihn daran gehindert hat. Ich habe ihn davon überzeugt, dass du noch nützlich sein könntest... Und es hat funktioniert." „Das ist immer noch kein Beweis.",stellte Algiar kühl fest. Just in diesem Moment öffnete sich die Tür ein zweites Mal und Will trat herein. „Seid ihr bald so weit? Wir haben keine Zeit zu verlieren." Freya schaute zu Will herüber. Dann wieder zu Algiar. Sie grinste. „Glaubst du mir jetzt?" „Ich weiß nicht.",meinte Algiar zögerlich. Will schaute den jungen Mann eine Zeit lang an, bevor er begriff, worum es gerade ging. „Freya war und ist unsere Spionin in Milans Organisation.",erklärte er, „Und sie konnte uns bis jetzt immer einen kleine Vorteil gegenüber unserem Gegner verschaffen. Immerhin hat sie sich zu Milans rechter Hand hochgearbeitet." „Das kann doch alles gar nicht sein." Will räusperte sich. „Ich kann verstehen, dass du jetzt ein bisschen überfordert bist, aber wir haben keine Zeit zu verlieren. Milan hat dir einer seiner besten Truppen hinter hergeschickt. Und sie werden dich finden. Das sind Profis." „Milan ist ein Wahnsinniger. Er hat dir mit Absicht einen Vorsprung gelassen, damit er dich wieder einfangen kann. Das gehört zu seinem ... Spiel.",erklärte Freya. „Und deshalb haben wir, während du geschlafen hast, schon einen perfekten Plan entwickelt.",behauptete Will, „Du musst das letzte grüne Fleckchen Erde finden." „Drilemor.",flüsterte Algiar, „Aber warum ist das so wichtig?" Will schüttelte den Kopf. „Das soll Freya dir erklären, sobald Zeit dazu ist." „Ja.",antwortete diese darauf, „Wir haben ein Team zusammengestellt, mit dem wir für alles gewappnet sind." Freya trat zur Tür und Will folgte ihr. Die Beiden hielten inne, als sie merkten, dass sich Algiar kein Stück bewegte. Freya schaute ihn flehend an. „Du musst uns jetzt vertrauen!" Algiar nickte unsicher und trat zu den Beiden. Zu dritt verließen sie den Übungsraum und liefen den langen Gang entlang. Will öffnete eine weitere Tür und alle drei traten ein. In der Mitte des Raumes stand ein großer Tisch, an dem vier Männer saßen. Freya verkündete stolz: „Das ist unser Team." Der erste Mann stand auf und stellte sich vor die drei hin. „Da seid ihr ja.",sagte er erleichtert und auch ein bisschen vorwurfsvoll. Hektisch zuckte er mit dem Kopf hin und her und landete schließlich mit dem Blick auf Algiar. „Du bist also SEIN Sohn.",stellte er ehrfürchtig fest. „Alhiar? Das ist Cet. Ein begnadeter Wissenschaftler, der herausgefunden hat, wo ungefähr sich die Insel befunden hat." „Na ja ...",sagte Cet leise und schaute peinlich berührt zu Boden. Freya lachte. „Nur nicht so bescheiden." Cet trat zurück und der nächste Mann schob sich nach vorne. „Tim.",stellte er sich selbst vor. „Sprengstoffexperte.",warnte Freya. Dann kam ein weiterer Mann, den Algiar bereits kannte. Alec. Dieser lächelte. Er war nicht mehr so misstrauisch wie am vorigen Tag. „Bester Scharfschütze.",sagte Freya. „Das werden wir noch sehen.",flüsterte Algiar und grinste. Der letzte Mann trat vor „Harry.",stellte Freya vor, „Er kann mehr Kampftechniken, als du kennst." Harry grinste niederträchtig. „Du hast doch eine militärische Ausbildung in Milans Gefolge genossen, oder?" Algiar nickte. Harry forderte: „Versuch mich zu verletzen!" Algiar zögerte und schaute Freya fragend an. Diese lachte und meinte: „Versuch es!" Algiar überlegte kurz und hatte sofort die perfekte Strategie. Noch während er sich wieder zu Harry umdrehte, sprang er in die Luft und versuchte es mit einem Tritt von der Seite. Aber bevor er seinen Tritt durchsetzen konnte, duckte Harry sich und griff in der gleichen Sekunde nach Algiars anderem Bein, welches er an sich heranzog, sodass der junge Mann auf den Rücken flog. Blitzschnell war Harry über ihm und presste ihm den rechten Unterarm in den Hals. So, dass Algiar gerade noch atmen konnte. Auch die Arme waren unfähig etwas zu tun, denn Harry saß mit den Knien darauf. „Gar nicht schlecht.",meinte er, während er wieder aufstand und Algair freundlich die Hand hinhielt, damit er aufstehen konnte. Algiar jaulte, als ein Schmerz durch seinen Rücken fuhr. „Du hast dich wohl ein bisschen angeschlagen.",stellte Harry fest, „Zum Glück bin ich Arzt. Sobald wir Zeit haben, schaue ich mir das mal an." Algiar sah Freyas Grinsen und warf ihr nur einen empörten Blick zu. „Also schön. Genug gespielt.",unterbrach Will das Kennenlernen, „Wir haben noch viel zu tun!"
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Im Schatten der grauen Riesen
Science FictionEin sehr interessantes Science-Fiction Projekt in dem drei Autoren immer wieder neue Teile dazuerfinden werden. Mehr dazu im Vorwort ...