Kapitel 3 🌷

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,,Y/N" hörte ich Hermines Stimme.
Aber ich tat so, als würde ich schlafen. Ich hatte keine Lust, mir irgendwelche Entschuldigungen anzuhören. Ich hörte Hermine und Ginny miteinander in einem geflüsterten Ton sprechen.
,,Meinst du, dass sie sauer ist?", fragte Hermine.
,,Keine Ahnung, du kennst sie doch. Das wird sich erst morgen früh zeigen", antwortete Ginny.
Dann schlief ich ein.

*
Heute Morgen stand ich etwas früher als die anderen auf und machte mich schnell und leise fertig. Ich verließ den Gemeinschaftsraum der Gryffindors und machte mich auf den Weg zum Frühstück.
Die große Halle war, wie ich feststellte, noch ziemlich wenig besucht. Das lag definitiv an der Uhrzeit. Ich setzte mich auf meinen üblichen Platz und goss mir eine Tasse Kaffee ein. Auf etwas anderes hatte ich keinen Appetit. Ich nahm mein Buch und ein Stück Pergament aus der Tasche und schlug das Buch auf.

Als die Tür zur großen Halle aufschwang, sah ich automatisch auf. Malfoy. Er war alleine. Ohne seine Gefolgschaft. Ich sah wieder zu meinem Buch und nippte ab und zu an meinem Kaffee. Nebenher schrieb ich mir einige Notizen vom Buch ab.
Dann hörte ich es scheppern und sah auf. Malfoy hatte seine Tasse fallen lassen. Der ganze Tisch war voller Kaffee. Er sah sich kurz um und dabei traf mein Blick kurz auf seinen.
Er sah wieder weg, zog seinen Zauberstab aus dem Umhang und schwang ihn. Daraufhin war der Tisch wieder sauber und die Tasse, die zuvor zerbrochen war, stand wieder im makellosen Zustand vor ihm. Zufrieden sah er sich um. Wenn ich mich nicht täuschte, suchte er meinen Blick.

,,Arrogant wie eh und je", sagte ich leise, aber dennoch laut genug, dass Malfoy es hörte. Er schnaubte und ich verdrehte meine Augen, bevor ich mich wieder meinem Buch widmete.
Plötzlich stand Malfoy direkt vor mir.
,,Hast du ein Problem damit, y/NN?", fragte er etwas verärgert.
Ich schlug mein Buch zu und stand auf.

,,Und was willst du jetzt machen, Malfoy?", fragte ich amüsiert.
,,Du wagst es so...", fing er an, aber ich unterbrach ihn.
,,Ja, ich wage es, so mit dir zu sprechen. Und an deiner Stelle würde ich mir zweimal überlegen, welches Verhalten du dir hier erlauben darfst", sprach ich weiter.

Malfoy riss überrascht die Augen auf. Dass ich das mal schaffen würde, hätte ich nicht gedacht.
,,Aber...", sagte er. Ich sammelte meine Sachen ein und sah ihn noch mal mit einem genervten Blick an. Malfoy sah sich um. Es waren nur wenige Schüler anwesend, aber es würde reichen, damit es sich im gesamten Schloss rumspricht. Ich ließ ihn stehen und ging in Richtung der Flügeltür, um die Halle zu verlassen.
Dean stand mitten im Gang zwischen den Tischen. Er muss es mitbekommen haben, denn Dean runzelte die Stirn.
,,Alles okay? Was war das denn?", fragte er mich, als ich neben ihm zu stehen kam.
Ich winkte ab: ,,Ja, alles gut."
,,Sicher?", fragte er mich besorgt.
Ich lächelte ihn an und sagte noch mal: ,,Ja, alles gut."
,,Okay", sagte er und sein Blick ging zu Malfoy und dann wieder zu mir.
,,Ich bin schon fertig mit dem Frühstück. Wir sehen uns im Unterricht", verabschiedete ich mich. Ohne mich noch mal umzusehen, verließ ich die große Halle.

*

,,Psst, y/N"...
Wir hatten Verwandlung bei McGonagall.
,,y/N", wiederholte sich Hermine.
,,Was ist?", sagte ich härter als beabsichtigt.
,,Sie ist definitiv noch sauer", stellte Ron fest.
,,Mr. Weasley, Miss y/NN, gibt es einen Grund, wieso Sie meinen Unterricht stören?", fragte McGonagall.
,,Entschuldigen Sie, Professor", sagte ich schnell und Ron verzog entschuldigend sein Gesicht.
,,Nun denn. Bitte fangen Sie mit den Übungen an", sagte McGonagall.
Ron hatte nicht zugehört und lehnte sich zu Hermine.
,,Was muss ich jetzt machen?"
Hermine seufzte, während Ginny kicherte. ,,Typisch Ron."

*
,,y/N, warte mal", hörte ich Harrys Stimme, als ich gerade dabei war, das Klassenzimmer für Verwandlung zu verlassen. Ich hatte kein Wort mit ihnen gesprochen und ihnen auch keines Blickes gewürdigt.
Zwischendurch habe ich Dean angeschaut und hatte das Gefühl, beobachtet zu werden. Als ich umschaute, war es Malfoy, der mich immer mal wieder ansah, aber seinen Blick sofort abwandte, sobald ich ihn ansah. Idiot.
Dean hingegen sah mich mit einem Blick an, den ich nicht definieren konnte. Es war anders als früher. Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte. Ich hatte für dieses Wochenende zugesagt, aber ich könnte...
,,Es tut uns leid", sagte Harry und holte mich aus den Gedanken.
,,Wirklich", fügte Ginny hinzu.
Ich sah jetzt in die Gesichter meiner Freunde.
,,Kannst du uns noch mal verzeihen?", fragte Hermine und setzte ihren Hundeblick auf. Ron sagte nichts. Er nickte nur zustimmend.
,,Na gut, aber das ist das letzte Mal. Verstanden?", sagte ich gespielt ernst und musste dann lachen.
Wir verließen den Klassenraum und liefen in Richtung der Bibliothek. Wir hatten jetzt eine Freistunde und wollten unsere Hausaufgaben, die McGonagall uns gerade aufgegeben hatte, erledigen. Zumindest die meisten von uns.
,,Sag mal, y/N", fing Harry an.
,,Was war das mit Malfoy heute Morgen beim Frühstück?", fragte er.
Ich hob die Augenbrauen.
,,Ihr habt es also schon gehört?", fragte ich.
,,Ja, du weißt doch, dass sich in Hogwarts alles schnell rumspricht", sagte Ginny.
,,Also?", wollte Ron wissen.
,,Malfoy ist ein Idiot und ich habe es ihm gesagt. Mehr nicht", sagte ich und zuckte mit den Schultern.
Hermine öffnete die Tür zur Bibliothek und wir gingen alle rein.
,,Wenn man vom Teufel spricht", sagte Ron geflüstert, als wir Malfoy mit Zabini und Parkinson an einem Tisch sitzen sahen. Die drei sahen kurz auf und flüsterten sich etwas zu. Dann lachten sie und wir gingen an ihnen vorbei.

Wir suchten uns einen freien Platz und setzten uns. Dabei flüsterte Harry Ron etwas zu, was ich aber nicht hören konnte. Daraufhin lachte Ron. Malfoy saß nun mit dem Gesicht zu uns, wobei Parkinson und Zabini mit dem Rücken zu uns saßen.
Wieder fühlte ich mich wie im Unterricht für Verwandlung beobachtet. Ich sah auf und begegnete dem Blick von Malfoy. Dann sah er wieder weg. Ich kann mich nur wiederholen.
Was für ein Idiot.

Draco Malfoy × Reader (y/N)/ Anziehung *Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt