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Flügelschläge, dunkle Wolken am Himmel, schwarze Federn fielen herab, ein Gewitter tobte. Ein lautes krächzen riss ihn aus seinem Traum. Aufrecht saß Loki zwischen zerwühlten Laken. Die Haare hingen ihm in sein Gesicht. Mit einer Handbewegung strich er diese nach hinten.

Nur ein Traum. Er öffnete die Hand.. Träume waren nicht real. ..etwas kitzelte seine Handfläche. Eine Feder?

Nicht real.

Loki entzündete eine Kerze.

Beeindruckt aber auch etwas verwirrt merkte er, dass dort tatsächlich eine Feder in seiner Hand war, er legte sie beiseite. Wie konnte das möglich sein? Was für eine Art Zauber musste er gewirkt haben? Er konnte sich nicht vorstellen, dass diese Feder allein einen Weg in seine Handinnenfläche gefunden haben soll.
Verlor Loki den Verstand?

Erneut überprüfte er, ob diese Feder wirklich da war. Und das war sie wirklich. Sie war genauso real wie alles andere in diesem Raum.
Er schaute sogar in das Innere seines Kissens, um sicher zu gehen dass es nicht etwa eine Feder daraus hätte sein können. Doch dem war nicht so. Die Federn darin waren viel zu klein. Daunenfedern.

Die Feder in seiner Hand war schwarz. Schwarz wie die Nacht. Es könnte eine Raben Feder sein, dachte Loki.

Er warf sich nach hinten, wieder zurück in die Kissen. Die Sonne würde bald aufgehen und so sehnte der Prinz sich nicht danach, schon aufzustehen.


Jemand stemmte eine der vielen goldenen Türen des Palastes auf und trat einen Schritt hinein. Vor ihr erstreckte sich in goldenen Einzelheiten ein großes Schlafzimmer. Inmitten diesem war ein großes, prunkvolles Bade Becken zum hinabsteigen. Darüber hinaus, erstreckte sich ein Balkon über die gesamte Länge des Zimmers, am gegenüberliegenden Ende des Raumes. Ganz rechts war ein gigantisches Himmelbett in welchem eine Person mit schwarzen Haaren schlief. Ein Mann. Er lag auf dem Bauch und nur der Unterleib war mit einer Decke bedeckt.  Der Oberkörper hob und senkte sich gleichmäßig.

„Wie lange wollt Ihr noch starren?", vernahm sie eine von den Kissen leicht gedämpfte Stimme. Ertappt und erschrocken taumelte sie einige Schritte zurück. Er lag noch immer auf dem Bauch und rührte sich nicht. Sie nutzte die Chance um sich ungesehen davon zu machen und verließ das Zimmer, das Geräusch der zufallenden Tür war alles was sie hinterließ. Und einen verdutzt blickenden Prinzen, welcher der Tür interessierte Blicke schenkte.

Loki verschenkte danach kaum noch einen Gedanken an die Person, die eben in sein Gemach stürmte. Es war bestimmt eine der Mägde, welche versehentlich die falsche Tür erwischt hatte. Das wäre nicht das erste Mal gewesen, dass so etwas passierte.

Seine wahre Aufmerksamkeit gehörte der Feder, welche ihn, als er sie erblickte, erneut neugierig machte. Nur mit einer leichten Hose bedeckt, verließ er das Bett und betrat die Balkon. Dort angekommen entdeckte er noch eine Feder, die auf dem Boden lag.

Er nahm diese zwischen Zeigefinger und Daumen und hielt sie gegen das Licht, um sie genauer zu betrachten. Sie schimmerte leicht blau und lila, wenn er sie neigte. An manchen Stellen war die Federfahne durchbrochen und die Sonne strahlte hindurch. Mit einem anderen Finger fuhr der Prinz behutsam darüber.

Beide mussten von demselben Vogel stammen, da war sich der Prinz sicher. Nur war die Frage, wie eine dieser Federn Nachts unbemerkt in seine Hände gelangen konnte. Es wird sie doch sicher niemand dort platziert haben? Selbst wenn dem so sein sollte, wieso sollte jemand so etwas tun? Zu welchem Zwecke? 

Als Loki bemerkte, dass seine Fragen mal wieder nur in das Leere führten beließ es dabei.

Behind Green Eyes || Loki LaufeysonWo Geschichten leben. Entdecke jetzt