Kapitel 4: Warnungen

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[Überarbeitet am 25.08.2015]

Ich drehte mich auf dem Absatz um und sah ihn an. „Eure Majestät.", sagte ich tonlos. Er hatte wieder seinen lüsternen Gesichtsausdruck aufgesetzt und betrachtete mich mit einem anzüglichen Grinsen. „Was sollte Eure abwehrende Reaktion zu Tisch MyLady?", fragte er, während er näher an mich herantrat. „Nun...Euer Gnaden...Ihr...Nunja...es war eine unangenehme Situation...", brachte ich heraus. Er hob eine Augenbraue. „Unangenehm? Unangenehm fandet Ihr also. Das einzige Unangenehme war Eure Verwehrung. Ihr habt dem König ein Verlangen verwehrt, wisst Ihr das? Und wisst Ihr was noch unangenehm werden könnte?" Er trat noch ein Stück näher an mich heran. „Die Konsequenzen, die ich euch versprochen habe, könnten auch unangenehm für Euch werden.", flüsterte er mit einem animalischen Glimmen in den Augen und legte seine Hand in meinen Nacken. „Eure Hoheit...", fing ich an und überlegte fieberhaft, was dem entgegenzubringen war. „Ist das denn...muss das denn...", murmelte ich in mich hinein, wusste aber, dass es sinnlos war. „Nun, wie sieht es aus MyLady? Ich gewähre Euch die Wahl des Ortes, wo ich die Konsequenzen ausführen werde." Wie rücksichtsvoll. Ich antwortete nicht. „Ich habe Euch eine Frage gestellt.", sagte Joffrey mit gefährlich ruhiger Stimme. Als ich keine Anstalten machte zu antworten, schlug mir Joffrey ohne Vorwarnung hart ins Gesicht. Ich stolperte an die Wand zurück und hielt mir eine Hand an die Wange. Sie brannte höllisch, blutete aber nicht. „Wenn ich etwas von dir verlange, hast du es gefälligst zu machen du kleine wertlose Hure!", schrie mich Joffrey an und drängte mich eng an die Wand. Er presste seinen Körper auf meinen und zwang mir seine Zunge in den Mund. Er hielt mit einer Hand meine Arme fest und schob die andere in meinen Ausschnitt. Ich versuchte vergeblich ihn vom mir zu drücken, aber er war zu stark. Ich spürte seine Erektion fordernd an meiner Hüfte und betete für irgendeine Unterbrechung, irgendetwas das ihn zwang aufzuhören. Die Götter schienen mir gnädig, denn plötzlich hörte man Schritte auf dem Gang. Joffrey ließ sofort von mir ab und strich sich seine Kleider glatt. Ich tat es ihm gleich und schickte einen Dank gen Himmel.

Zwei Sekunden später kam Tyrion um die Ecke. Als er Joffrey und mich erblickte blieb er abrupt stehen und musterte uns aufmerksam. Ich trat rasch auf ihn zu. „Tyrion. Ich habe dich schon gesucht." Er schaute erst mich und dann Joffrey fragend an. Joffrey räusperte sich. „Nun gut, MyLady, vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit, ich denke wir können unsere Konversation heute Nachmittag in den Gärten fortsetzen." Mhh, genau, Koversation. Er nickte Tyrion zu, wagte es jedoch nicht mir vor Tyrion einen seiner bedeutungsvollen Blicke zuzuwerfen und schritt schnellen Schrittes den Gang entlang. Als er um eine Ecke verschwunden war, sah mich Tyrion misstrauisch an. „Was hatte das zu bedeuten Lady Sansa?" Mist. Ich musste mir eine gute Ausrede einfallen lassen, denn Tyrion gehörte nicht zu der Art von Menschen, die sich leicht mit einer Antwort zufrieden gaben. „Ich..er...Seine Majestät wollte nur...", fing ich an, fieberhaft überlegend was ich ihm auftischen sollte. Tyrion runzelte die Stirn und fragte: „Hat er euch in irgendeiner Weise angefasst?" Seine Miene war eisern und seine Blicke schienen mich zu durchbohren. „Nein, nein, er wollte nur...nun, seine Majestät meinte...er wollte mit mir über Lady Margaery reden." Es war das erste, was mir in den Sinn gekommen war. Vermutlich nicht sehr überzeugend. Tyrion zog eine Augenbraue hoch. „Warum?" Ja, das war die Frage. „Wegen..der Hochzeit..und ihrem Hochzeitskleid...er brauchte...Beratung...", stottere ich herum und trat nervös von einem Fuß auf den anderen. „Aha." Tyrion wirkte nicht überzeugt. Natürlich nicht. Er nickte mit dem Kopf und ich ging in die Knie, um ihn besser zu verstehen. „Sansa", fing er an, „du weißt ich habe keine Angst vor Joffrey, er ist ein kleiner, arroganter Pisser und außerdem feige. Wenn er Euch in irgendeinerweise Leid antut, und ich das erfahre, wird ihm das sehr, sehr leid tun. Dafür werde ich sorgen. Nur weil er der König ist, kann er nicht über andere verfügen. Natürlich solltest du dich vorsehen, er ist es gewohnt dass zu bekommen, was er haben will. Das, und seine Dummheit und Unfähigkeit, machen ihn gefährlich, besonders in seiner Stellung. Der Platz auf dem Eisernen Thron tut ihm nicht gut." Ich nickte zustimmend. „Und, was habt Ihr heute vor zu tun MyLady?", fragte Tyrion höflich. „Es ist schönes Wetter. Ich werde meine Zeit in den Gärten verbringen und mir vielleicht ein Buch mitnehmen." „Ein guter Gedanke. Ich muss mich leider um geschäftliche Dinge kümmern, als Meister der Münze habe ich viel zu tun.", sagte er mit einem Lächeln. „Wenn Ihr irgendetwas braucht, könnt ihr Shae Bescheid sagen."

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