Du musst erstmal nicht alles wissen

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Cassy

Ich weiß, dass Jared vermutlich denkt, dass ich Angst habe. Angst vor Colson oder vor dem, was alles vielleicht noch passieren könnte...und damit hat er Recht. Colson ist nicht mehr der, den ich damals kennengelernt habe. Er ist ein ganz anderer, tickt völlig anders. Ich weiß, dass er Mal ein Drogenproblem hatte und erst wenige Monate, bevor wir uns kennengelernt haben, Clean wurde. Zumindest als wir dann anfingen uns zu Daten, hatte er mir davon offen erzählt, dass er seit 6 Monaten Clean sei. Er war abhängig von Meth und rauchte ab und zu auch bisschen Gras. Aber gestört hatte es mich nie, dass er mit Drogen zu tun hatte, er meinte ja, er seie zu dem Zeitpunkt ein Halbes Jahr Clean gewesen. Ich habe nur ein ungutes Gefühl... vielleicht tut er die Dinge, die er gerade tut, weil er Rückfällig geworden ist. Eines steht fest, ich werde nicht zur Polizei gehen, ehe ich nicht weiß ob an meiner Vermutung etwas dran ist oder nicht. Ich werde ihm niemals verzeihen, dass er mich hinter meinem Rücken mit meiner besten Freundin hintergangen hat, dass er mich auf dem Parkplatz bedrängt hat, dass er mich beschatten lassen hat. Falls er wieder Drogen nimmt, will ich ihm lieber helfen, als ihn vor die Hunde zu schicken. Er ist auch nur ein Mensch. So viele Scheiße wie er auch gebaut haben mag. Aber davon werde ich Jared erstmal nichts erzählen.

Und da sah ich sie. Meine Eltern, wie sie den Tisch deckten und Peter ihnen half. Wir gingen um die Ecke und kamen immer näher. Dann sah ich Britney und ich musste mir ein Augenrollen unterdrücken. Als sie mich sah, Musterte sie mich von oben nach unten und im Gegensatz zu mir, unterdrückte sie sich nicht das Augenrollen.
„Da seid ihr ja!" begrüßte uns meine Mutter und stellte die Teller ab. Sie kam näher und umarmte uns beide kräftig.
„Wie habt ihr beide denn geschlafen?"
„Sehr gut Sharon, Danke!" sagte Jared und lächelte.
Mein Vater umarmte mich ebenfalls und schüttelte Jared die Hand.
„Hallo Peter. Wie geht's?" Er hat sich nicht verändert. Schon als ich ihn das allererster Mal gesehen hatte, trug er immer eine Jeans und glatt gebügelte Hemden in ganz verschiedenen Mustern und Farben. Auch seine Haare sind immer zerzaust.
„Gut."
Ja, von ihm bekommt man nur kurze Antworten, außer man unterhält sich über ein Thema seiner Interesse. Wie Physik, Mathe oder irgendwelche Wissenschaftler. Ich bezeichne ihn immer als Sheldon Cooper 2.0. Aber so ist Peter halt.
„Das ist Britney. Sie wohnt gegenüber und wollte Hallo sagen, da sie mitbekommen hat, dass Cassy wieder in der Stadt ist." Stellte meine Mom, Jared Britney vor.
Ganz sicher wollte sie mir Hallo sagen und Schweine können fliegen.
„Freut mich." Sagte Jared trocken und ich weiß, dass das nicht ernst gemeint ist, nachdem ich ihm von ihr erzählt habe.
„Freut mich ebenfalls." antwortete Britney in einer Stimmlage die mir gar nicht gefällt.
Sie streckte Jared die Hand aus und er schüttelte sie, ohne dabei Britney auch nur anzusehen. So macht er das richtig.
Britney drehte sich zu mir, zwinkerte mir zu und richtete ihre Spitze Nase auf und grinste mich hämisch an.
„Und das ist ihr jüngerer Bruder Peter."
„Hallo Peter. Ich bin Jared. Freut mich dich kennenzulernen." Äußerte Jared und lächelte Peter an. Beide Schüttelten sich die Hände.
Mein Vater teilte noch die Teller aus und platzierte sie auf dem Tisch. Brötchen verschiedener Sorten befanden sich in der Mitte des Tisches. Daneben standen Hausgemachte Marmeladen in verschieden Sorten und auch Wurst und Käse.
„Setzt euch.” bat uns meine Mutter.
Jared ging vor und ich folgte ihm. Jared war gerade dabei, Zwei Stühle für uns hervorzuziehen, als Britney sich vor mich drängte und sich dazwischen grätschte. Oh, Nein. Ihr Spiel oder was auch immer, hat begonnen. Wenn sie wenigstens Hässlich wäre. Aber das ist sie nicht, ganz im Gegenteil. Sie sieht weitaus besser aus als ich und hat auch noch diesen Körper. 90/60/90, das sind eindeutig die Maße die auf sie zutreffen würden. Und dann noch dieses Gesicht ohne jegliche Unreinheiten. Blonde Wellige Haare bis zu ihrem Hintern. Da würde jeder Mann schwach werden. Aber nicht Jared. Zumindest Vertraue ich ihm so sehr, wie ich es bisher bei noch keinem Mann getan habe. Außerdem hatte er Camilla ja auch abblitzen lassen und die war ja auch eine Granate.
„Ich glaube du solltest lieber dort sitzen." Sagte sie mir, mit diesem Arroganten Unterton.
Jared und ich tauschten diesen einen Blick aus und dann nickte er mir zu, dass es okay ist.
Ich nahm Gegenüber von ihm Platz.
Mir gefällt es echt nicht, dass Britney sich einfach neben Jared gesetzt hat, aber was soll ich machen? Neben mir saß Peter und außen saßen sich jeweils meine Mom und mein Dad gegenüber.
„Kaffee?" fragte meine Mom in die Runde und gab die Kaffeekanne herum. Ich schüttete mir meine Tasse zur Hälfte voll und gab sie dann weiter. Mit Milch füllte ich mir die Tasse dann bis knapp unter den Rand voll.
„Dann lasst es euch schmecken." Eröffnete meine Mom das Frühstück. Alle griffen nach den Brötchen und die Gespräche fingen automatisch an ins Rollen zu kommen. „Wie läuft dein Studium Peter?" 
So weit ich weiß, Studiert er Physik.
„Gut."
„Gut." Okay das war die kürzeste Unterhaltung die mir Peter jemals gegeben hat. Aber naja, was soll's.
Auch Jared scheint deutlich von Britney zugetextet zu werden. Ich kann nicht ganz verstehen, um was es geht, da sich meine Eltern auch noch unterhalten und über den ganzen Tisch reden, da sie am weitesten von einander getrennt sitzen, aber soweit ich rausgehört habe, möchte Britney mehr über Jared's Karriere wissen. Sie weiß wohl ganz genau, dass er Prominent ist. Jared warf mir diesen 'Bitte Töte mich' Blick zu, aber ich möchte mich nicht einmischen. Ich habe ebenfalls keine Lust mich mit Britney zu unterhalten. Da bleibt mir doch nur Peter.
„Du studierst doch Physik. Was behandelt ihr gerade?" Fragte ich ihn, obwohl es mich nicht wirklich interessiert.
„Ja. Im theoretischen Teil haben wir gerade die Quantenmechanik begonnen."
„Und um was geht es da?" Ich hasse mich jetzt schon dafür die Frage gestellt zu haben...
„Grob gesagt, um das Verhalten und die Wechselwirkung kleinster Teilchen. Gerade haben wir mit der Heisenbergschen Unschärferelation begonnen. In Mathematik geht es gerade um Differenzialrechnungen, Vektor- und Matrizenrechnungen."
Ich hab keinen Schimmer was er mir gerade erzählt hat, aber ich nicke das jetzt alles mal so ab.
„Das klingt sehr schwer." Er nickte und wandte sich wieder seinem Brötchen zu und belegte dies mit Käse.
Jared begann gerade sein Brötchen mit Butter zu beschmieren und sieht sehr gelangweilt aus, sich mit Britney zu unterhalten. Kann ich vollkommen nachvollziehen.
Britney fing an, Jareds Oberarm zu berühren. Die soll die Finger von ihm lassen!
Sie schaute zu mir rüber und zwinkerte mir ganz dreist zu!
Da ich ihre andere Hand nicht sah, ließ ich beabsichtigt meinen Löffel fallen um unter den Tisch zu schauen. Ihre Hand lag auf seinem Knie und sie machte kreisende Bewegungen mit ihrem Daumen auf seinem Jeansstoff.
„Du weißt aber schon, dass ich mit Cassy zusammen bin oder?" fragte Jared Britney.
Britney lehnte sich Jared etwas entgegen, sagte irgendwas und biss sich verlegen auf die Unterlippe.
Jetzt reicht's!
„Alles in Ordnung? Was hat dir das Brötchen denn getan?" fragte mich mein Vater geschockt. Ich schaute auf meinen Teller und realisierte, dass ich versehentlich voller Wut auf diese Bitch, mein Messer in das Brötchen gerammt habe. Immerhin hat sie jetzt ihre Hände vom ihm weggenommen und schaute mich ebenfalls etwas erschrocken an. Jared musste sich das Grinsen unterdrücken.
„Ja, alles bestens." 
Alle wandten sich dem Frühstück wieder zu und auch ich begann mein Brötchen aufzuschneiden und es mit einer dicken Schicht Nutella zu beschmieren. Den Zucker brauche ich jetzt ganz dringend.

Wenige Minuten später, hatte ich beide Hälften von meinem Brötchen verputzt und auch alle anderen waren so gut wie fertig. Jared unterhielt sich wieder mit Britney. Nein, wohl mehr unterhält sich Britney mit ihm. Und meine Mutter unterhält sich mit Peter. Mein Vater hat den Raum kurz verlassen, weil er ein Wichtigen Anruf erhielt. Wahrscheinlich wegen der Arbeit oder so.
„Seid ihr denn alle Satt geworden oder muss ich noch ein paar Tiefgefrorene Brötchen in den Backofen werfen?"
„Nein, Danke Mom. Das war sehr lecker."
Jared schüttelt Dankend den Kopf.
„Ich muss kurz los. Es gab Probleme in einer Firma hier in Portland und ich muss Persönlich erscheinen. Ich bin in ein paar Stunden zurück und dann Unternehmen wir was schönes." Sagte mein Vater während er hektisch den Raum betrat.
„Machen wir." Versicherte ich ihm. Er warf sich in seinen Sakko, schlüpfte in seine teuren Schuhe und verließ samt Aktentasche und Autoschlüssel in der Hand das Apartment.
„Gut, wenn keiner mehr etwas mag, werde ich jetzt aufräumen."
„Ich helfe Ihnen Sharon."
„Ohhhh, Britney du bist ja so ein Engel!"
Natürlich hält meine Mom sie für einen Engel. Sie weiß ja nicht wie sie wirklich ist.
„Und was für einer." Sagte ich Sarkastisch und mit genervter Stimme.
„Cassy!" schimpfte meine Mutter.
Britney hielt sich die Hand vor den Mund, als wäre sie überrascht. Aber das tut sie alles nur um den Anscheinen zu bewahren. Wäre meine Mutter jetzt nicht im Raum, hätte sie mich sicherlich wieder beschimpft. Aber das läuft dann immer beidseitig.
„Ich verstehe immer garnicht, was du für ein Problem mit ihr hast. Sie ist so lieber und Hilfsbereiter Mensch und von dir kommen nur doofe Kommentare. Du solltest dich echt entschuldigen!"
Um nicht noch Streit mit meiner Mutter zu bekommen, tat ich das was sie sagte.
„Es tut mir leid, Britney." Auch unecht, kommt dieser Satz wie ein dicker Kloß aus meinem Hals.
„Ich nehme deine Entschuldigung liebend gerne an." Ich musste mir ein erneutes Augenrollen stark unterdrücken.
„Gut, da das jetzt geklärt ist." Meine Mom stand auf und sammelte die Teller ein. Auch ich und Jared beteiligten uns am Aufräumen.
Ich packte die Lebensmittel zurück in den Kühlschrank und er räumte gemeinsam mit meiner Mutter den Geschirrspüler ein, während meine Mutter etwas aus ihrem Anwaltsjob erzählte. Und Britney, ja wo war Britney? Britney war gerade auf dem Weg zur Toilette. Klar, erst "helfen" wollen und sich dann auf die Toilette verziehen. Ich bin mir sicher, dass sie garnicht auf Toilette muss. Sie drückt sich nur davor, den Lappen in die Hand zu nehmen, oder die Essensreste in den Müll zu entsorgen. Die Nägel könnten ja abbrechen.
Peter schnappte sich den Waschlappen und übernahm den Part, mit dem Tisch abwischen.
„Danke für's helfen." Sagte meine Mutter zu uns allen.
Britney kam aus dem Badezimmer. Wahrscheinlich hat sie auf das "Danke" gewartet um wieder auftauchen zu können. Peter warf den Lappen in die Spüle und bedankte sich ebenfalls, bevor er sich dann davon machte. Britney kam näher und umarmte meine Mutter. „Vielen Dank für das Frühstück, Sharon." Dann ging sie Richtung Ausgang machte aber einen Letzten Stopp vor Jared.
„Wir sehen uns." flüsterte sie ihm zu und zwinkerte.
„Ich glaube nicht." Entgegnete er nur ganz trocken als Antwort.
„Wir werden es sehen." Erneut zwinkerte sie. Also Aufgeben tut sie nicht so leicht, dass muss ich ihr lassen.
Sie rempelte mich mit ihrer Schulter beabsichtigt an und verließ dann das Apartment.
„Thomas möchte heute Nachmittag mit euch Golfen gehen. Das und Football sind die einzigen Sportarten für die er sich interessiert. Ich hab da genauso wenig Lust wie ihr wahrscheinlich, aber tut es Thomas zu liebe bitte. Er freut sich sehr darauf Zeit mit Cassy verbringen zu können und auch dich Jared, noch besser kennenlernen zu können."
„Alles gut Mom. Das wird sicherlich toll." Versicherte ich ihr.
Jared nickte und lächelte meine Mutter freundlich an. Er legte einen Arm um meine Schulter und wir gingen wieder auf unser Zimmer zurück.
„Ich rufe euch, sobald das Mittag fertig ist!" rief meine Mutter noch hinterher.
„Geht klar."
Zusammen betraten wir unser Zimmer und ich löste mich von Jareds Arm, der immernoch um meiner Schulter hing und ließ mich aufs Bett fallen. Das Frühstück und alles drum und dran muss ich erstmal sacken lassen. Jared legte sich neben mich.
Ihm geht es wahrscheinlich genauso.


Bad boy in love: Jared Padalecki Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt