PoV Cedrick
Was war da gerade bitte passiert? Die kalte Abendluft wehte mir ins Gesicht und die Straßenlaternen flogen an mir vorbei. Meine Gedanken kreisten und ich bemerkte gar nicht, dass wir schon bei Mias Haus angekommen waren. Vorsichtig ließ ich Nicolas los und schwang mich von seinem Motorrad. Ich nahm den Helm ab und hielt ihm dem großen Blonden entgegen, welcher ebenfalls von dem Motorrad abstieg. "Danke", verließ zurückhaltend meine Lippen. Er grinste leicht. "Kein Problem", sagte er und nahm den Helm und verstaute ihn im kleinen Lagerraum. Schüchtern strich ich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. "Dann bis Montag in der Schule", lächelte ich, winkelte leicht mit der rechten Hand während ich mich umdrehte und zu Mias Haus ging. Vor der Haustür sah ich noch einmal hinter mich. Nicolas stand noch immer an seinem Motorrad und beobachtete mich. Als er sah, dass ich mich zu ihm gedrehte hatte, grinste er mich an. Ich krampte die Schlüssel aus meiner Hosentasche und schloss die Tür auf. Drinnen atmete ich erleichtert aus. Was war da auf der Toilette bitte passiert? Ich zog mir die Schuhe aus und hängte meine Jacke weg. Ich konnte Mia nicht riechen und da das Licht im ganzen Haus aus war, mussten ihre Eltern auch unterwegs sein.
Ich lag auf meinem Bett und sah an die Decke. Der Abend spielte sich immer wieder vor meinem inneren Auge ab. Ich wusste wirklich nicht wie das mit Nico passieren konnte. Es war als hätte etwas anderes Besitz von mir ergriffen. Als wäre ich nicht ganz ich selbst gewesen. Ich strich mir mit einem Finger über die Lippen. Nicolas Smith hatte mich geküsst. Mich. Ich streckte die Arme von mir. Was ein verrückter Abend.
Ein leichter Wind zog durch die dunklen, hohen Bäume. Die Kronen bewegten sich rauschend in der kühlen Briese. Die dicken Stämme waren von dunkelbrauner Rinde überzogen und Efeu kletterte an ihr hinauf. Der Boden fühlte sich feucht und warm an. Er knackte unter meinem Gewicht. Die Luft roch wie vor einem Regenschauer. Ich streifte an den Bäumen vorbei. Ich hatte einen bekannten Geruch in der Nase und verfolgte seine Spur. Das helle Mondlicht schimmerte durch die Baumkronen und erleuchtete mir den Weg durch den Wald. Ich kam an einer kleinen Lichtung mit einem See an. Der Mond spiegelte sich auf der Oberfläche. Ich trat näher ans Ufer und erblickte mein Spiegelbild. Mir schauten zwei eisblaue Augen entgegen. Ich blickte in das Gesicht eines Wolfes. Schneeweiß war sein Fell. Nach einem kurzen Moment realisierte ich, dass ich der weiße Wolf war. Ich schaute erstaunt an mir hinunter und was ich als Füße merkte, waren tatsächlich große weiße Pfoten. Erstaunt drehte ich mich um meine eigene Achse und merkte den weißen plüschigen Schwanz. Wie ein spielender Welpe tobte ich durch die Gegend und freute mich über meine Wolfs Gestalt. Ein Knacken aus dem Wald ließ mich hochschrecken und ich stellte mich dem Geräusch entgegen. Hervor trat ein großer dunkelbrauner Wolf, gefolgt von einem weiteren hellbraunen Wolf, welche ebenfalls so groß war wie der Erste. Ihre Augen schimmerten in einem dunkelroten Ton, wodurch sich mir die Nackenhaare aufstellten. Behutsam kamen beide auf mich zu und schnüffelten in der Luft. Kurz fletschte ich meine Zähne um ihnen zu zeigen, dass sie Abstand halten sollten. Verwundert sah mich der Hellbraune an. Den Dunkelbraunen schien meine Geste nicht zu beeindrucken, da er trotzdem weiter auf mich zukam. Seine roten Augen hatten einen blauen Schimmer und kurz vor mir blieb er stehen. Er war sicherlich einen guten Kopf größer als ich und um einiges kräftiger. Würden wir kämpfen hätte ich wahrscheinlich keine Chance gegen ihn. Während ich in Gedanken versunken war und überlegte wie ich bei einem Kampf eventuell fliehen könnte, streckte der Größere seinen Kopf zu mir und streifte mich an meinem Hals. Augenblicklich durchschossen meinen Körper kleine angenehme Blitze von der Stelle aus, an der er mich berührte. Überrascht zuckte ich zurück und die Blitze verschwanden. Was war das für ein Gefühl? Der Wolf sah mich prüfend an, kam wieder einen Schritt auf mich zu und streifte mich seinem Körper an meinem vorbei. Dort wo sich unser Fell berührte, spürte ich wieder die Blitze und eine angenehme Wärme von seinem Körper. Für einen Moment verließ mich die Kraft in meinen Beinen, doch dann verschwanden die Funken wieder und ich drehte meinen Kopf zu ihm. Er stand schräg hinter mir und sah zu seinem Kumpanen. Der Hellbraune Wolf kam nun ebenfalls auf mich zu und strich seinen Kopf an meinen Hals. Er war zwar etwas kleiner als der Dunkelbraune, jedoch noch immer ein Stück größer als ich. Bei seiner Berührung merkte ich ebenfalls die Blitze auf meinem Fell umherzischen. Er ging ebenfalls an mir vorbei und die zwei sahen mich an als ob ich ihnen folgen sollte. Da sie mich nicht angegriffen hatten, konnte ich ihnen wohl trauen oder? Unschlüssig sah ich zu den Beiden. Als der Dunkelbraune jedoch eine Spielpose wie ein kleiner Welpe einnahm, musste ich innerlich lächeln. Und ich dachte erst, dass er ein großer böser Wolf wäre. Was ein Clinche. Gespielt knurrte ich ihn an und sprang auf ihn zu. Der andere nahm mein rechtes Hinterbein zwischen die Zähne und knurrte ebenfalls. Ich drehte meinen Kopf in seine Richtung und schnappte gespielt nach ihm wodurch er mich wieder losließ. Wir drei spielten wie ein Haufen Wolfswelpen miteinander und tobten über die Lichtung. Es war unglaublich schön. Die Nacht schien nicht zu ende zu gehen. Der Mond stand hoch oben in seiner wunderbaren Fülle und war von kleinen, hellen Sternen umgeben. Wir lagen u dritt nebeneinander, ich in der Mitte zwischen den zwei Größeren. Mein Körper kribbelte an den Stellen wo wir uns berührten und die zwei strahlten eine unglaublich angenehme Wärme von sich. Ich fühlte mich noch nie so geborgen wie zwischen den beiden Wölfen. Der Dunkelbraune legte seinen Kopf auf meine Schulter und ließ entspannt wie Luft aus seinen Lungen. Sein Körper lag hinter meinem und der Hellbraune lag mit seinem Rücken unter meinem Kopf, wodurch ich diesen auf ihm ablegen konnte. Ich atmete ebenfalls tief aus und schloss meine Augen.

DU LIEST GERADE
Gefangen im Mondschein
WerewolfDies ist eine boyxboy Story Unsere Hauptfigur Cedrick Davies ist ein 17 jähriger Omega und dachte bisher, dass er gar keinen Wolf bekommen hat. Aber was passiert, wenn sich kurz vor seinem 18 Geburtstag alles ändert und sein Wolf sich dann auf die A...