Nervige Mitschüler

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Kiran war fürchterlich langweilig. Er saß schon seit mehreren Stunden in diesem Baum und beobachtete gerade seine Mitschüler, die irgendein komisches Spiel spielten. Werwolf oder so. Genervt verdrehte er die Augen. Warum waren sie nur so schrecklich unreif?! Ein Krieg stand ihnen allen kurz bevor und seine Mitschüler spielten ein dämliches Spiel! Sie sollten Angst haben und sich vorbereiten! Warum waren sie nur so dämlich?! War er etwa der einzige Reife hier? Anscheinend schon, dachte er im nächsten Moment, als eine Mitschülerin als Werwolf entlarvt würde und starb. Seine Mitschüler lachten alle. Götter, sie sollten Mal die Augen öffnen und der Wahrheit ins Gesicht sehen. Der Krieg war fast da, man spürte ihn förmlich; Vorräte wurden gebunkert, die Freude war ständiger Sorge gewichen und die Armee trainierte so hart wie möglich. Unreife, dämliche Kinder, dachte Kiran wütend. 

Die Schulklingel läutete auf und kündigte somit den Beginn der sechsten Schulstunde an. Ein Mitschüler sammelte die Karten ein und ein anderer fragte: „Wo ist eigentlich Kiran? Er war heute gar nicht da und niemand weiß was mit ihm sein könnte." Kiran spitze die Ohren. Jetzt wurde es interessant. Wenn irgendjemand von den Erwachsenen mitkriegte, dass er gerade die Schule schwänzte, wäre er am Arsch. Kurz vor einem Krieg waren die Erwachsenen noch über fürsorglicher als sonst. "Wahrscheinlich ist er einfach krank.", sagte eine Mitschülerin schulterzuckend und dann gingen sie in die Schule. Erleichtert atmete Kiran auf und lehnte sich wieder zurück. Plötzlich flog ein Rabe auf einem Ast neben ihm, er hatte eine Rolle an seinen Fuß gebunden. Stirnrunzelnd nahm Kiran ihm die Rolle ab und der Rabe flog davon. Dann fing er an den Brief zu lesen und von diesem Moment an veränderte sich alles....

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