»... ja aber du solltest dich auch da raushalten.« , hörte Vincent seine Frau reden, als er nach Hause kam.
»Kann ich aber nicht.« , sprach nun Robin.
Er rollte mit den Augen, denn er konnte sich vorstellen das auch hier wieder mal kein anderes Thema als Dag und Isabelle auf der Agenda stand.
Mit schlurfendem Gang betrat er das Wohnzimmer. Niemand begrüßte ihn. Die Arbeitsplatte der Küche lag voll mit Zutaten zum Backen, was zeigte, das sie eigentlich dort beschäftigt war, ehe sie wohl ihr Gespräch mit Robin auf der Couch fortgesetzt hatte.
»Das wirst du aber.« , sagte Katja.
»Ich bin doch mitten drin. Ich kann doch dann nicht zu sehen.«
Vincent setzte sich stumm dazu und hörte hin.
»Das ist aber nicht deine Angelegenheit.« , sprach seine Frau und Robin verzog sein Gesicht.
»Sach ma', hörste mir nicht zu? Das weiß ich und deswegen will ich auch, dass Nia aufhört, sich da einzumischen oder jemanden die Schuld dafür zu geben.«
»Das müssen Dag und Isabelle aber alleine mit Nia ausmachen. Nicht du.«
»Wenn ich doch anwesend bin.«
»Ist es immer noch nicht dein Bier.«
»Worum geht's?« , fragte Vincent, obwohl er es sich ja bereits denken konnte.
Nun drehte Katja sich zu ihm um. »Nia war bis eben hier, ist aber gerade vor wenigen Minuten wütend gegangen.«
»Weil sie es nicht abhaben kann, wenn man ihr nicht Recht gibt.« , meinte Robin.
»Kann es sein, dass ihr zwei euch auch nur noch fetzt?« , fragte Vincent, statt aufs eigentliche Thema einzugehen.
Sein Sohn zuckte mit den Schultern. »Sie fängt halt immer wieder aufs Neue an und dann nimmt sie auch noch von Mal zu Mal Dag in Schutz und verteidigt ihn.«
»Wie Nia das aufnimmt, sollte nicht dein Problem sein. Du kannst für sie da sein, aber mehr auch nicht.« , sprach Katja.
»Natürlich ist das auch mein Problem. Sie ist meine Freundin. Mein Tag hängt von ihrer Laune ab.«
»Und dann findest du es ratsam, sie lieber anzupflaumen? Nein Robin. Du solltest mal darüber nachdenken, dass die ganze Situation auch für Nia nicht leicht ist.«
»Habt ihr alle einen Schaden?« Wie so oft versagte seine Stimme am Schluss und er piepste herum. »Sie gibt andauernd ihrer Mutter die Schuld, das ihre Familie kaputt geht, statt zu sehen, das es ihr Vater war, der Scheiße gebaut hat.«
»Stopp.« , sagte Vincent. »Ja, Dag hat das gemacht, aber glaub' mir, dass schon vorher einiges nicht mehr ordentlich lief zwischen Isabelle und ihm. Was Nia macht, ist nicht richtig, da gebe ich dir Recht, aber auch du kannst nicht die Schuld auf eine Person abwälzen.«
»Ihr solltet euch generell da raushalten.« , fügte Katja noch hinzu. »Und jetzt solltest du Nia anrufen und dich entschuldigen.«
Mit lautem Aufstöhnen stand Robin schließlich auf und ging nach oben. Natürlich tat er das stampfend und knallte zusätzlich seine Türe.
»Was hat er denn gesagt?« , fragte Vincent und sah seiner Frau nach, die wieder Richtung Küche ging.
»Dag war offensichtlich mal wieder bei denen zu Hause. Eigentlich um Nia abzuholen, aber er wollte dann wohl nochmal mit Isabelle reden, die dann ein wenig unfreundlich sagte, wie sie berichtete, sie hätte keine Lust darauf. Dementsprechend war Nia schließlich sauer auf ihre Mutter, weil sie immer noch auf eine Reunion hofft.«
»Darauf kann sie lange hoffen.« , meinte Vincent leise.
»Was?«
»Nichts.«
»Mein, was, beruhte nicht auf Was-hast-du-gesagt-mein-Liebling, sondern Erkläre-mir-deinen-scheiß.«
Vincent blickte in ihre Richtung. »Ich meine halt nur, das mit den beiden gehört der Vergangenheit an.«
»Nein, das meinst du nicht. Deine Aussage basiert auf Fakten. Spuck aus. Oder ich bring' dich dazu?«
Er grunzte auf. »Was willst du tun?«
»Ich könnte ein gewisses Teil aus unserer Spielzeug-Box rausholen. Aber glaub' mir, daran würdest du jetzt keine Freude haben.«
Seine Augen wurden kurzzeitig ein wenig groß, da er gedanklich alles durchging, was ihn erwarten könnte. »Eins aus Edelstahl?«
»Nein, aber jetzt, wo du es sagst, könnte ich dies noch zusätzlich verwenden.« Ihr Blick war streng. Eigentlich mochte er diesen, jedoch nicht in so einer Situation.
»Ich wäre ... devot in diesem Verhör?«
»Würde wenig Sinn machen, wenn du da den dominanten Part übernehmen würdest.«
Er zog die Mundwinkel zur Seite und gab sich in letzter Konsequenz geschlagen. »Dag trifft sich weiterhin mit Carla.«
»Wegen des Kindes?«
Vincent kniff ein Auge zusammen. »Eher nicht. Also ich meine ... er verbringt seine freie Zeit mit ihr.«
»Nicht dein Ernst? Du meinst er ...«
»Nein. Nein. Er sagt, dass da bisher nichts mehr war.«
»Und weil er ja bisher immer schön die Wahrheit gesagt hat, glauben wir ihm mal.« , sprach sie geschwollen mit verstellter Stimme.
»Er hätte kein Grund mehr zu lügen Katja. Aber ... ich gehe davon aus, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist.«
»Gott. Was läuft schief bei diesem Kerl? Steckt der in 'ner Midlife-Crisis oder was?«
»Du weißt, das da viel mehr hinter steckt. Also verurteil' ihn nicht.«
»Ihn verurteilen? Mir ist klar, dass meine Freundin ebenso Schuld trägt. Ich bin nicht blöd. Aber trotzdem waren wir dabei, als sie sich verliebt haben. Das kann doch so nicht enden. Nicht wegen einer anderen Frau.«
»Es endete nicht wegen ihr. Das war ein schleichender Prozess. Du weißt genauso wie ich, dass es bereits zu bröckeln begann, als Rio gestorben ist.« Vincent ging nun zu ihr. »Manche schweißt so etwas mehr zusammen. Die beiden haben sich trotz Bemühungen jedoch voneinander entfernt.«
»Ich weiß.«
»Wir sollten uns genauso da raus halten. Das ist nicht unsere Sache. Auch wenn es unsere Freunde sind.«
»Ich weiß.« , wiederholte Katja und ließ sich von Vincent umarmen, der nun hinter ihr stand und ihren Hals küsste.
»Nochmal auf die Box zurückzukommen ... ich hätte ja nichts dagegen, wenn du gleich das schwarze Teil anziehen würdest, was ich so an dir mag. Das, wo ich deine Arme hinten ...«
»Robin ist zu Hause.« , lachte sie. »Aber halt den Gedanken fest für ein andermal.«
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Reißen wir uns gegenseitig raus, oder reiten wir uns rein (Band 3)
FanfictionBAND 3 »Ich will keinen Streit mit dir. Ich will das wir uns beide wie erwachsene Menschen verhalten und ...« »Ich verhalte mich erwachsen oder siehst du, das ich gerade kindisch bin?« , sprach Carla. »Ich weiß, das zwischen uns mehr ist und ich geb...