"Wie gut bist du in Legilimentik?", fragte Draco.
"Sehr gut", antwortete sie.
"Ich weiß, dass du die aktuellen Gedanken ohne Probleme lesen kannst, aber wie sieht es mit der Vergangenheit aus?", fragte Draco und lehnte sich etwas vor.
"Das erfordert viel Konzentration und direkten Augenkontakt", antwortete Y/N und schlug ihre Beine übereinander. "Außerdem müsstest du wissen, dass es auch auf dein Gegenüber ankommt. Wie erfahren ist die Person? Wie geübt ist diese Person? Die wichtigste Frage ist allerdings, ob das mit dem Einverständnis der Person passiert", erklärte sie weiter.
"Tatsächlich war mir das alles bekannt", nickte er. "Wie sieht es mit Okklumentik aus?"
"Bei mir ebenfalls sehr gut, und wie sieht es bei dir aus?", fragte sie gespannt.
"Ich würde sagen, dass ich mich gut halte", sagte er.
Sie richtete sich wieder auf.
"Der Gefallen, Malfoy", forderte sie.
Draco stand auf. "Würdest du es schaffen, in die Gedanken von Dumbledore zu kommen?", fragte er.
Y/N sprang auf. "Dumbledore, wieso Dumbledore?", fragte sie verwirrt.
"Beantworte die Frage", meinte Draco in einer tiefen, bedrohlichen Stimme.
"Natürlich nicht. Dumbledore ist ein sehr mächtiger Zauberer, und er würde es sofort bemerken", antwortete sie und war empört.
Draco Malfoy wollte in die Gedanken von Dumbledore? Wieso?
"Warum willst du in die Gedanken von Dumbledore?", fragte sie immer noch überrascht.
"Es würde genügen, wenn du seine Gedanken lesen könntest, sobald er in der Nähe ist", erklärte Draco.
"Nein. Das kann ich nicht. Nicht, ohne dass er es mitbekommt", erwiderte sie. Was Draco aber nicht wusste, war, dass Y/N durchaus unbemerkt in jeden Kopf gelangen konnte. Das würde Y/N niemandem erzählen. Das hatte sie ihren Eltern versprochen.
Interessanterweise wurde Y/N's Neugier geweckt. Was hatte Draco Malfoy mit Dumbledore zu tun? Was wollte er damit erreichen, wenn er seine Gedanken kannte?
"Malfoy", sprach sie nach einer kurzen Pause. Er sah auf. „Mm?"
"Was passiert hier gerade?", fragte sie und wusste, dass die Gefahr bestand, dass Draco komplett dicht machen könnte.
Draco zögerte etwas. Er dachte nach.
"Es ist kompliziert", sprach er schließlich.
Er fing an, etwas auf und ab zu gehen. Dann fuhr er sich durch seine Haare.
"Malfoy?", fragte sie nach.
Aber Draco reagierte nicht.
Er schnappte sich seinen Besen, aber sie hielt ihn auf, indem sie schrie: "Warte, Draco!"
Er blieb stehen und wandte sich um.
Y/N hatte das Bedürfnis, seine Gedanken zu lesen, aber sie durfte es nicht. Es war falsch.
Sie stellte sich vor das geschlossene Fenster und sah ihn an.
"Vielleicht kann ich dir helfen", hörte sie sich selbst sagen. "Dazu musst du mir sagen, was los ist."
Draco schüttelte den Kopf. "Das kann ich nicht", sagte er, und sein Blick glitt zu Boden.
"Okay. Es mag sein, dass es kompliziert ist. Aber es wird sich immer für alles eine passende Lösung finden", versuchte sie, ihn aufzumuntern. "Ich weiß, dass wir nicht gerade die besten Freunde oder überhaupt Freunde sind, aber wenn du jemanden zum Reden brauchst, werde ich da sein", sagte sie.
Draco sah sie wieder an und nickte kurz.
"Versprichst du mir, nicht ohne meine Erlaubnis in meinen Kopf zu sehen?", fragte er mit rauer Stimme.
Y/N verstand sofort. Er war gerade konzentriert, um eine Blockade aufrechtzuerhalten. Er wollte nicht, dass sie in seinen Kopf sah. Vor allem nicht, nachdem er Dumbledore erwähnt hatte.
Sie nickte zaghaft. "Ich verspreche es."
Dann öffnete sie das Fenster und trat zur Seite. Sie vernahm ein kleines "Danke", bevor er das Zimmer durch das Fenster verließ.
Y/N war fertig mit den Nerven. Was wollte Draco von Dumbledore? Etwas würde hier ganz und gar nicht stimmen. Sie hoffte, dass Draco das Angebot annahm und mit ihr reden würde. Bis dahin würde sie ihn etwas beobachten müssen, was allerdings nicht so einfach sein würde mit ihren Freunden an ihrer Seite. Das würde sich etwas schwierig erweisen.
Plötzlich klopfte es an ihrem Fenster. Es war eine Eule. Sie ging zum Fenster und öffnete es. Sie nahm aus dem Päckchen einen Eulenkeks und gab ihn ihr, bevor sie den Brief von ihrem Bein löste.
"Meine liebste Tochter,
Dein Vater und ich vermissen dich sehr. Wir sind davon überzeugt, dass es dir gut geht. Wir mussten aus verschiedenen Gründen unsere Wohnung verlassen. Wir sind jetzt bei den Weasleys, Sirius und den anderen. Leider wird es keine Möglichkeit mehr geben, uns mit der Eulenpost zu erreichen. Sollte etwas Wichtiges sein, bitte wende dich an Professor Dumbledore oder an Professor Snape. Und ja, Snape hat unser vollstes Vertrauen. Bitte pass gut auf dich auf und nutze deine Fähigkeiten, wenn du denkst, dass es richtig ist. Versuche, Harry Potter etwas unter die Arme zu greifen. Wir lieben dich.
Mom & Dad."
Y/N las den Brief noch einige Male. Ihre Mutter hatte ihr plötzlich erlaubt, Legilimentik anzuwenden. Es war sehr komisch, und Harry helfen? Wobei? Y/N verstand nichts mehr. Warum mussten ihre Eltern ihre Wohnung verlassen? Diese Wohnung war mit allen möglichen Schutzzaubern und Bannern ausgestattet. Nichts, was nicht rein dürfte, konnte dort hinein. Auch kein Voldemort. Und von Snape brauchen wir erst gar nicht anzufangen. Y/N wusste alles über ihn. Dumbledore hatte es ihr im Vertrauen erzählt. Er hatte sie ebenfalls darum gebeten, mit ihren Angelegenheiten zu ihm gehen zu können, wenn er selbst nicht anzutreffen war. Fragen über Fragen.
Y/N verstaute den Brief in ihrer Schublade im Schreibtisch und legte sich schlafen. Dieser Tag war äußerst komisch.
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Draco Malfoy x Reader / Gedanken*
Fanfiction(Y/NN = dein Nachname) Y/N (your Name/ dein Name)ist aus verschiedenen Gründen zuhause unterrichtet worden, bis ihre Eltern zusammen mit Dumbledore entschieden haben, dass sie nach Hogwarts gehst. Dort ist sie im 5.Jahrgang mit Harry,Ron,Hermine un...