»Ich überlege, ob ich mit Isabelle wegfahren sollte.« , sagte Katja zu Vincent, der alleine im Studio saß, während seine Frau ihm ein paar Leckereien vorbeigebracht hatte.
»Wohin?«
»Keine Ahnung. Einfach ein Wochenende oder so weg. So das sie abschalten kann.«
»Hmm.« , murmelte Vincent und starrte auf seinen Bildschirm.
Katja nahm sich einen Stuhl und rollte zu ihm rüber. »Dag ist mit ihr zusammen, oder?«
Er nickte fast unmerklich und grummelte ein weiteres hmm.
»Er hat tatsächlich vor kurzem noch versucht, das Isabelle ihn wieder nimmt, wie kann er dann ...«
»Lass ihn doch.« , meinte Vincent und fing sich einen vielsagenden Blick von seiner Frau ein.
»Ja ich weiß. Wir wollten uns raushalten, aber so schnell kann er doch nicht seine Gefühle wechseln?!« , meinte sie.
»Das hat er auch, glaube ich nicht. Aber ... ihm geht es gut.«
»Isabelle nicht. Sie hat ihn eben angerufen und wollte etwas klarstellen. Mit ihm reden.«
»Und?« Er sah nun vom Bildschirm weg in ihre Richtung.
»Er hat mit dieser Carla rumgemacht. Das konnte man genau hören. Er verheimlicht das nicht mal.«
»Was willst du jetzt von mir hören?«
»Das es nicht gut ist, was er macht.«
»Die beiden sind nicht mehr zusammen. Keiner kann dem anderen einen Vorwurf machen, wenn man weiterlebt.«
»Ach?! So siehst du das?!«
»Wie sollte ich es sonst sehen Katja?« , fragte er. »Natürlich fände ich es auch super, wenn die zwei wieder zusammen wären und wenn alles so wäre, wie es damals war ... aber es ist schon lange vorbei ... Dag hat auch eine sehr beschissene Zeit hinter sich und ich bin froh, dass er jetzt jemanden hat, wo er zumindest zum jetzigen Zeitpunkt glücklich sein kann.«
»Dafür ist es Isabelle aber nicht.«
»Das tut mir auch leid. Isabelle ist ebenso meine Freundin, aber auch wenn es sich scheiße anhört, beide sind schon länger auf Kurs gegangen, dass die Beziehung zwischen den zweien endet. Dag hat im Grunde noch lange gekämpft. Andere hätten viel früher aufgegeben.« Er lehnte sich mehr zurück. »Nur weil er jetzt der Erste ist, der sein Glück anscheinend woanders gefunden hat, sollten wir ihn nicht verurteilen. Vielleicht ist es so besser für beide. Sie haben eine richtig harte Zeit hinter sich und waren unglücklich.«
»Ich weiß. Aber heißt es nicht, in Guten wie in Schlechten Zeiten?«
»Katja, nicht alles kann man ... heilen. Ich bin der Meinung, wenn die Sache mit Rio nicht geschehen wäre, wären beide heute noch glücklich. Aber ... es ist, wie es ist.« , sagte Vincent. »Ich hab mir auch immer vorgestellt, das wir mit sechzig irgendwann noch auf der Terrasse zu viert hängen und nostalgisch unseren Enkeln von unserer Jugend erzählen, aber ...«
»Ist dir mal in den Sinn gekommen, wenn die Beziehung unserer Kinder hält, dass wir vier dieselben Enkelkinder bekommen würden?!«
»Ich hab' eher Panik, das es nicht hält und die Freundschaft irgendwie von uns allen durch diese ganzen Trennungen in die Brüche geht.«
»Jetzt pinsle mal nicht den Teufel an die Wand.«
»Robin und Nia sind noch jung. Die wissen doch gar nicht, was Liebe so richtig ist.«
»Vielleicht ja doch. Nur weil man jung ist, heißt es nicht, dass man weniger von der Liebe versteht.«
»Ich hoffe es.« Katja holte aus einer Tüte eine Backware und reichte sie ihrem Mann. »Schau' einfach, wenn du meinst, du solltest mit Isabelle wegfahren, dann mach es. Aber du musst ihr irgendwie klarmachen, dass man nicht weglaufen kann. Sie muss genauso wie er wenigstens halbwegs einen Schlussstrich ziehen und ihr Leben neu gestalten.«
»Halbwegs? Du denkst, Dag hat nicht komplett abgeschlossen?«
Er schüttelte den Kopf. »Wenn man einen Menschen so geliebt hat, kann man das nicht von heut auf morgen vergessen.« Er biss ab und leerte erst seinen Mund, ehe er weitersprach. »Diese Carla hilft ihm die schlechten Dinge zu ... vergessen. Verdrängen. Auszuradieren. Ich weiß es nicht. Aber das er Isabelle noch liebt, davon bin ich überzeugt.«
»Wolltet ihr nicht irgendwas heut zusammen machen?«
»Ich war doch heut morgen bei ihm. Danach hab ich ihn zu Carla gefahren, weil er seine Sachen dahin gebracht hat, und anschließend haben wir im Café gefrühstückt.«
»Du warst bei ihr?«
»Sie war nicht da.« , rechtfertigte er sich.
»Seine Sachen? Heißt, er ist ... bei ihr eingezogen.«
»Vorerst ... ja.«
»Er hat Carla schon Nia vorgestellt.«
»Wie ich eben sagte ... guck das Isabelle ihr Leben neugestaltet. Anders kann man da jetzt eh nicht helfen.«
»Ich weiß. Aber es tut weh, so etwas mitanzusehen.«
»Trennungen sind nie schön. Nur wenige Leute gehen mit schüttelnden Händen und glücklichen Gesichtern getrennte Wege.«
»Ich weiß.« , wiederholte Katja.
»Wir fliegen bald und kurz danach steht die Tour schon an. Für Isabelle wird es bestimmt leichter, wenn Dag ... unterwegs ist.«
»Aber bestimmt nicht leichter, wenn er im Fernsehen zu sehen ist.«
»Dann soll sie es halt nicht gucken. Ich weiß doch auch nicht Katja, aber ich sag jetzt bestimmt nicht, Sing meinen Song ab, damit es ihr eventuell besser geht. Das ist für Dag und mich eine Riesen-Chance.«
»Das habe ich auch nicht behauptet.« Sie trat leicht nach seinem Stuhl. »Ich meinte damit nur, das so etwas generell hart ist, wenn der Ex irgendwo präsent ist. Eure Songs, all das wird für Isabelle ein rotes Tuch sein.«
»Liebe ist halt ... scheiße.« Sie zog eine Augenbraue hoch. »Du weißt, wie ich das meine.« , verteidigte er sich abermals. »Liebe ist immer irgendwie mit Schmerz verbunden.«
Katja nickte und verzog ihren Mund ein wenig, eh sie sich ebenso etwas aus der Tüte nahm.
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Reißen wir uns gegenseitig raus, oder reiten wir uns rein (Band 3)
Fiksi PenggemarBAND 3 »Ich will keinen Streit mit dir. Ich will das wir uns beide wie erwachsene Menschen verhalten und ...« »Ich verhalte mich erwachsen oder siehst du, das ich gerade kindisch bin?« , sprach Carla. »Ich weiß, das zwischen uns mehr ist und ich geb...