𝕂𝕒𝕡𝕚𝕥𝕖𝕝 𝟜𝟟

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Dag schmiss seine Kleidung auf den Boden und legte sich nur mit der Boxershorts bekleidet ins Bett, nachdem er das Kissen ein wenig hochgelegt hatte.

Er sah auf sein Handy. Vincent hatte ihm geschrieben, dass Katja mit Isabelle nach Hause gefahren wäre und das er später mit Robin und Nia in sein eigenes Heim verschwinden würde.

Dag sendete nur einem Daumen hoch zurück und legte sein Handy auf den Nachttischschrank ab. Er schloss die Augen und rieb sich die Schläfen, ehe er sich an die Nase griff, die zum Glück nicht viel abbekommen hatte.

Als Isabelle ihm die Türe ins Gesicht geschlagen hatte, war das für ihn wie ein Zeitsprung in die Vergangenheit gewesen.

Wieso musste er auch immer wieder an Vergangenes erinnert werden?

Warum musste immer alles noch komplizierter werden?

Isabelles Haare kamen ihm wiederkehrend in den Sinn. Sie sah so anders aus. Für einen Moment dachte er, als die Türe ihn traf, es wäre wie damals, doch dann blickte er auf die Neu-Blondine vor ihm.

Alles war neu.

Es war nicht wie zu jener Zeit, wo etwas Großes ... Bedeutendes ... für ihn begann. Nein, er war in einer neuen Beziehung und seine Frau ... seine Isy ... Isabelle war nicht die Alte.

Sie hatte sich verändert ... oder war dabei sich zu verändern. Zumindest äußerlich ... denn als ihr die Hand ausrutschte, war es seine Isabelle, die er kannte.

Immer wenn sie zutiefst verletzt war und nicht mehr weiter wusste, handelte sie so. Meist bereute sie jenes binnen Sekunden, doch er war sich sicher, dass dies bei Carla nicht der Fall gewesen war.

Sie war gebrochen. Ihr Blick sagte alles. Mit ihren Worten hatte Carla ein Bild in Isabelles Hirn projiziert, was sie zu dieser Handlung erst fähig machte.

Seine Freundin kam aus dem Badezimmer mit einem Top und einem String und kletterte links von ihm ins Bett, nachdem sie das Licht ausgemacht hatte.

Sofort kuschelte sie sich an ihn.

Er ließ es zu, obwohl er gerade an nichts anderes denken konnte, als das er momentan lieber alleine wäre.

Einfach ein Raum, wo er jetzt für sich sein konnte. Alleine mit seinen Gedanken.

Aber wollte er wirklich weiter darüber nachdenken? Oder benötigte er Ablenkung?!

Ja es hatte ihm weh getan, Isabelle so zu sehen ... aber lief es nicht so bei einer Trennung ab?!

Es war schmerzhaft. Selbst für ihn war der Gedanke, das ein anderer in ihrem Leben war quälend.

Wieder dachte er an ihre Haare. Eine Frau ändert sich, wenn sie einen Neuanfang will. Das Klischee kannte er.

Vielleicht wollte auch ihr Neuer diesen Look?!

Er für seinen Teil bevorzugte die alte Isabelle, selbst wenn er empfand, dass ihr der Schnitt, sowie die Farbe stand.

Dag atmete tief ein. Er wollte aufhören, sich über sie Gedanken zu machen. Sein Leben war nicht mehr ihr Gemeinsames.

Carlas Fingernägel fuhren seinen Oberkörper auf und ab. Er genoss die Berührung, hielt aber dann doch ihre Hand fest. »Jetzt nich', okay?!«

»Wieso?«

»Weil ... war heut ein bisschen ... zu viel für mich.«

Carla küsste seinen Hals. »Genau dafür ist das ja gut. Stressabbau.« Mit ihrer Zunge glitt sie bis zu seinem Ohr, wobei ihre Hand wieder auf Wanderschaft ging.

Reißen wir uns gegenseitig raus, oder reiten wir uns rein (Band 3)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt