28. Cannes

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**5 Monate später**

Zoe Po.V*

Ich öffnete die Haustür und sprang Federico in die Arme. „Endlich", flüsterte ich. Er drückte mir einen Kuss auf die Wange und zog mich näher an sich. „Komm rein", sagte ich und zog ihn in die Wohnung. Wir setzten uns auf das Sofa. „Wie geht es dir, Zoe?" fragte er mit einem Lächeln. „Uns geht es ganz gut. Der Kleine macht mich etwas schwach, aber alles ist okay." Sein Lächeln wurde breiter. „Es ist ein Junge?" Ich nickte leicht. „Wie geht es meiner Mom, Matteo und Alessio?" Federico legte seinen Arm um mich. „Deine Mom geht zu einem Psychologen, Matteo trinkt viel, und Alessio versucht, seine Trauer vor Elena zu verstecken. Er will zeigen, dass er stark ist. Jeder kämpft auf seine Weise mit deinem Tod. Und bevor du fragst: Adam ist bei sich zu Hause und tut nichts. Er hat sein Leben aufgegeben. Hast du es bereut zu gehen, als du erfahren hast, warum Adam Alessio erschossen hat?" Ich schüttelte den Kopf. „Nein, Adam will dieses Baby nicht, egal was passiert. Und Hugo will mich umbringen, also muss ich für alle tot sein – außer für mich selbst." Ich streichelte meinen Bauch, als ich ein leichtes Zucken spürte und aufstöhnte. „Alles okay?" fragte Federico besorgt. „Ja, ihm gefällt es nur, mir weh zu tun. Oben rechts ist dein Zimmer. Geh du schon mal hoch, ich komme gleich", sagte ich. Er nickte, nahm seinen Koffer und stieg die Treppen hoch.

„Die scheint es wohl zu mögen, Mama weh zu tun", murmelte ich, als ich mich von Marine aufrichtete. Ich folgte Federico in sein Zimmer und half ihm, seine Klamotten im Kleiderschrank zu verstauen. „Hast du schon einen Namen für den Kleinen?" fragte er. Ich setzte mich neben ihn. „Ja, Roman Navy Garcia/Medici", sagte ich. „Perfekt", erwiderte er.

Hugo Po.V

„Boss, Federico ist in Cannes?" fragte einer meiner Männer. „Und?" erwiderte ich. „Zoe ist am Leben und schwanger." Ein leichtes Grinsen breitete sich auf meinem Gesicht aus. „Mario, geh nach Cannes und bring sie um!"

Federico Po.V

„Und hast du Freunde gefunden? Gehst du aus, geht es dir gut?" fragte ich sie. „Ja, ich habe mich sehr gut mit jemandem angefreundet, wir gehen oft aus." Ich hob eine Augenbraue. „Also ein Mann? Und seid ihr nur befreundet?" Sie nickte leicht. „Er versucht es, aber ich kann nicht, also ja, nur Freunde. Er heißt Hunter, kommt aus Paris, lebt aber hier in Cannes und ist Koch in einem eigenen 4-Sterne-Restaurant." Interessant. „Schön. Gib mir die Einkaufsliste für den Supermarkt, ich gehe schnell." Sie übergab mir einen kleinen Zettel, und ich fuhr los.

Zoe Po.V

Ich ging die Treppen in mein Zimmer und legte mich auf das Bett, um mich auszuruhen. Ich strich mehrmals über meinen Bauch. „Ich kann es kaum noch erwarten, dich in meinen Armen zu halten, Roman", flüsterte ich mir selbst zu. Plötzlich hörte ich Geräusche von unten und stand auf. Ich öffnete vorsichtig die Tür und sah einen schwarz gekleideten Mann mit einer Pistole in der Hand ins Wohnzimmer gehen. Ich schloss die Tür wieder und nahm meine Waffe aus dem Nachttisch, ebenso wie mein Handy. Die Angst stieg in mir auf. Ich rief Federico an, der sofort antwortete.

„Hast du etwas vergessen?" fragte Federico.
„Fede, jemand ist im Haus."
„Was meinst du?"
„Er ist bewaffnet. Fede, komm schnell bitte."
„Versteck dich gut, ich bin schon auf dem Weg. Bewahre Ruhe und leg nicht auf. Ist es nur einer?"
„Ja, nur einer."
„Hast du eine Waffe? Wenn ja, leg sie weg. Wenn er die Waffe in deiner Hand sieht, wird er sofort schießen. Wenn nicht, wird er sich Zeit lassen. Ich brauche noch drei Minuten."
„Fede, ich habe Angst. Wer ist das?"
„Keine Ahnung, aber hab keine Angst."
„Federico, er kommt hoch."
„Du bist im letzten Zimmer. Keine Sorge, er wird es nicht schaffen, reinzukommen."
„Uhh."
„Was ist?"
„Der Kleine. Ich weiß nicht, ich habe Schmerzen."
„Ich bin vor dem Haus, ich komme rein."
„Ahh."
„Shh, Zoe, er wird dich hören."

Ich sah, wie der Türhebel sich bewegte. „Mach auf, Kleines", rief der Mann. Ich versteckte mich neben dem Kleiderschrank und hörte einen Schuss, der durch die Tür ging. Ich hielt meinen Bauch fest, als die Schmerzen stärker wurden. Zwei weitere Schüsse hallten durch den Raum, und ich stand auf. Langsam ging ich zur Tür. „Ah, fuck, wieso jetzt?" hörte ich den Mann sagen. „Wer schickt dich?" Als ich Federico's Stimme hörte, öffnete ich die Tür und sah ihn an. „Zoe", sagte er. Federico schoss dem Mann noch ein letztes Mal in die Brust und kam zu mir. Er legte seine Arme um mich, um mir Halt zu geben. „Sind die Schmerzen schlimm?" fragte er besorgt. Ich nickte schnell. „Etwas stimmt nicht, Fede. Ich hatte noch nie solche Schmerzen." Er half mir die Treppen runter. „Fuck, Fede, ich kann nicht. Ruf meinen Arzt an. Mein Handy ist oben." Er setzte mich auf die Couch und rannte nach oben, dann wieder nach unten zu mir. „Ja, ich rufe für Aisha Michaela Rogers an. Ich bin ein Freund, sie hat höllische Schmerzen. Was soll ich tun?" fragte er panisch.

„Okay, danke. Er ist auf dem Weg hierher, Zoe. Keine Sorge, atme tief ein und aus. Ja?" Ich atmete tief ein und aus und hielt Federicos Hand fest. „Oh, das sind Wehen, Federico. Es ist viel zu früh, ich bin noch nicht mal im 8. Monat." Ich drückte seine Hand fest bei jeder Wehe. „Verdammtes Miststück, wo bleibt der Arzt?" schrie ich panisch vor Schmerzen. „Er kommt, er kommt. Einatmen, ausatmen, Zoe. Es wird schon nichts passieren", sagte Federico beruhigend. Ich schüttelte den Kopf. „Ich habe keine Kraft mehr. Ich kann nicht, ich bin müde, Fede." Er rannte zur Küche, holte eine kalte Flasche Wasser und befeuchtete seine Hände, bevor er meine verschwitzte Stirn abwischte. „Meine Fruchtblase ist geplatzt", sagte ich. Federico's Augen weiteten sich. „Wo bleibt der Arzt?" rief er geschockt. „Uff, okay. Ich muss pressen. Also presse ich, du musst nachschauen, ob der Kopf richtig rauskommt, okay?" Er nickte schnell. „Ich muss nachschauen?" fragte er mich. „Verdammter Scheiß, Fede. Du siehst mich nicht zum ersten Mal nackt. Bitte schau nach. Ich darf mein Baby nicht verlieren. Ich habe schon genug Angst. Hilf mir." Ich spreizte meine Beine und Federico sah unter meinem Kleid nach. „Okay, Zoe, pressen." Ich nutzte all meine Kraft und presste. „Mmm, ahh", und noch einmal, und noch einmal. „Ich sehe den Kopf, Zoe. Komm, wir sind fast da." Ich lehnte mich erschöpft zurück. „Komm, Zoe, du schaffst das." Ich presste noch ein paar Mal und hörte, wie Federico aufstand, eine Schere holte und die Decke von der Couch zog. „Noch einmal", sagte er. Ich sammelte all meine Kraft und presste, bis ich Roman weinen hörte. Federico übergab mir den in Decken gewickelten Säugling. „Shh, da bist du ja", flüsterte ich mit Tränen in den Augen. „Er ist wunderschön", sagte Federico und setzte sich neben mich. „Danke", sagte ich. Federico öffnete die Tür, als der Arzt eintrat. „Aisha, herzlichen Glückwunsch", sagte er, als er die Nabelschnur durchtrennte und Roman betrachtete. „Wir sollten ins Krankenhaus. Da du eine Frühgeburt hattest, müssen wir den Kleinen und dich untersuchen. Der Krankenwagen ist schon unterwegs."

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Amor✔️Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt