𝕂𝕒𝕡𝕚𝕥𝕖𝕝 𝟞𝟜

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»Ich halte nichts von deiner Idee.« , sagte Katja, als sie mit Vincent an ihrem Tisch in Andis Bar saßen.

»Doch. Glaub mir. Das wird klappen.« Er sah zu Robin rüber, der mit Selina und Elias eine Rundführung startete.

Dass sein Sohn seine Freunde mit hatte, fand er, seinen Plan betreffend, natürlich nicht so gut. Denn er hatte ebenso Isabelle und Nia für den heutigen Abend eingeplant. Mit der Hoffnung, das dieses zerstrittene Paar dadurch endlich seinen Streit vergessen könnte.

»Das wird nach hinten losgehen.«

»Nein. Wenn die hier zusammensitzen, werden die auch miteinander reden und zack. Alles wieder gut.«

»Du weißt doch gar nicht, was vorgefallen ist.« Katja trank an ihrem Bier.

»Mit Sicherheit nichts Weltbewegendes. Du hast es doch selbst mitbekommen, wie oft die sich für sinnlose Scheiße gestritten haben.«

»Trotzdem. Robin hat sich einen Unterschlupf bei Elias gebaut. Ich denke, du minimierst das Ganze.«

»Minimieren?« Vincent sah seine Frau mit zusammengezogenen Augenbrauen an.

»Du weißt, wie ich das meine. Das Robin mehr als sonst allem aus dem Weg geht, müsste dir eigentlich zeigen, dass die Sache ernster ist.«

»Ja kennen wir von dir.« , sprach er sein Gedachtes laut aus und fing sich sofort einen bösen Blick ein.

»Wie bitte?«

»Ich meine ... dein Verhalten ... das hast du schön an ihn weitergegeben.«

»Mein Verhalten?« Katjas Blick blieb. »Inwiefern.«

»Ja jetzt doch nicht mehr, aber damals als ich aus Versehen, ich liebe dich, gesagt hatte ... zack bist du abgehauen mit Pierre.«

»Das war kein Versehen.«

»Ist ja jetzt auch egal. Ich wollte dir damit nur mal klarmachen, von wem er diese Angewohnheit hat.«

»Um aufs Wesentliche zurückzukommen: Dein Plan wird scheitern.«

»Warten wir mal ab.«

»Vincent, du kannst daran nicht viel ändern ... konntest du auch bei Isabelle und Dag nicht.«

»Weil das mit den beiden etwas ganz anderes war. Glaub mir, wenn ich gekonnt hätte, hätte ich beide in einen Raum gesperrt bis sie ...«

»Das müssen beide alleine hinbekommen.« , meinte Katja. »Das ist deren Beziehung und es ist viel zu viel vorgefallen, als das du den Liebesboten, Streitschlichter oder sonst was spielen könntest. Er hat sich schließlich für eine andere entschieden.«

»Wegen deines Kuchens ...« Vincent fand, dass jetzt die beste Gelegenheit wäre, darüber zu reden. Katja sah ihn derweil verwirrt an, weil er so plötzlich über etwas anderes sprach. »Vielleicht könnten wir es an zwei Tagen machen. An einen kann Isabelle kommen und am anderen Dag und ... Carla.«

»Wow, jetzt wird auch noch alles aufgeteilt ... komme mir vor, wie der andere Elternteil, der sein Kind alle zwei Wochen zu Besuch haben darf.«

»Ich muss auch Dag entgegenkommen.«

»Ich weiß.« , entgegnete sie ein wenig maulig. »Das da mein Gewissen aber nicht so richtig mitspielt, meiner Freundin zuliebe, musst du aber auch verstehen.«

»Natürlich, aber ... du hintergehst sie ja damit nicht. Ich sag ja nicht, du sollst die beste Freundin von Carla werden, aber ... wir sollten sie akzeptieren, weil Dag unser Freund ist.«

»Ich weiß.« , stöhnte sie leicht auf.

»Und früher oder später wird ja auch Isabelle einen anderen Mann anschleppen.«

»Fühlt sich das nur für mich so ... unwirklich an?« , fragte Katja ihn. »Ich meine ... in meinen Augen werden das immer Dag und Isabelle sein. Ich kann mich mit dem Gedanken einfach nicht anfreunden, dass beide ... getrennt sind.«

»Nein geht mir genauso. Und glaub mir, das stresst mich auch ungemein.« Er blickte zu Robin rüber. »Wenn die beiden das jetzt auch nicht wieder hinbekommen, bröckelt noch mehr auseinander.«

»Dann ist es aber so. Das ist der Lauf der Dinge und da können wir auch nichts dran ändern.«

Robin blickte zu seinem Vater, nachdem er sich von ihm mehr als beobachtet gefühlt hatte. Ihm war klar, dass mit Sicherheit auch Nia und Isabelle heute erscheinen würden. Warum sonst sollte seine Eltern ihn mit hierhergenommen haben?!

Selbstverständlich hatte er deshalb seine Freunde gefragt, ob sie mitkommen würden.

Seinem besten Freund hatte er die Sache mit Selina noch gar nicht erzählt, weil ihn halt selbst private Probleme quälten. Da hatte er nicht vor zusätzlich Amor zu spielen. Aber ihr zuliebe hatte er sie mitgenommen. So konnte sie Zeit mit ihm verbringen und zeitgleich hatte er ihr versprochen, das er es auf jeden Fall noch in die Hand nehmen würde Elias einen Schubser zu geben, sodass er realisiert, was sie für ihn empfand.

Nur erst wollte er auf sein eigenes Leben klarkommen. Ein Leben, das ohne Nia stattfinden sollte. Ohne ihre Freundschaft ... ohne ihre Liebe ... ohne ihre Nähe.

Das, wovor er immer am meisten Angst hatte, war eingetreten.

... und das ausgerechnet Jenaro daran Schuld trug, weil sie ihn bevorzugt hatte, war für ihn umso schlimmer.

Allein der Gedanke, dass sie ihn eventuell noch weiter traf, brachte ihn innerlich fast um.

Sie traf sich mit Sicherheit noch mit ihm. Nia ist immer wieder zu Jenaro zurückgekehrt. Warum sollte es jetzt anders sein?

Er wurde wütend.

Alles war eine Lüge. Er war nur ihr Zeitvertreib gewesen, bis der Idiot mal wieder die Türen für Nia geöffnet hatte.

Er hätte es sich schon denken können, als sie unbedingt in den Club gehen musste ... nur wegen Jenaro.

»Nia ist da.« , meinte plötzlich Elias und stupste Robin an, der daraufhin zur Türe sah.

Sie kam gerade mit Isabelle in die Bar hinein und sah erst erschrocken auf ihn und dann wütend zu ihrer Mutter.

Nia hatte wohl nicht gewusst, dass er ebenso hier sein würde.

Reißen wir uns gegenseitig raus, oder reiten wir uns rein (Band 3)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt