Robin lag auf seinem Bett und starrte die Decke an.
Seine Eltern hatten darauf bestanden, dass er wieder zu Hause nächtigen sollte, weil sie dachten, das würde ihn auch eher auf andere Gedanken bringen. Doch nun lag er da und konnte nicht anders, als sich darüber den Kopf zu zerbrechen, dass Nia ihm durch die Blumen mit dem Song sagen wollte, dass sie weiterhin mit Jenaro schlief.
Die Erkenntnis das es nicht nur Sex sein konnte, tat ihm am meisten weh. Denn egal was war, sie landete immer wieder bei diesem Typen. Von Mal zu Mal ging Nia zurück zu ihm.
Es klopfte an seiner Türe.
»Nein.« , rief er lautstark, doch seine Mutter öffnete diese direkt und lächelte ihn an. »Ich hab' nein gesagt.«
Ihr Lächeln blieb und sie setzte sich zu ihm hin. »Hör zu Robin. Es nützt doch nichts, wenn du hier weiterhin Trübsal bläst.«
»Könnte ihr mich nicht einfach ma' in Ruhe lassen?!«
»Wenn es dich doch so quält, dann setz dich mit Nia zu- ...«
»Nia geht mir am Arsch vorbei. Sie interessiert mich nicht mehr.« , log er.
»Wenn dem so wäre, würdest du nicht hier liegen.«
»Boah bitte, nerv doch nicht.«
»Robin, ich will nur, dass es dir gutgeht.«
»Dann geh' und lass mich alleine.«
»Was hast du getan?«
»Was?« Entgeistert blickte er seine Mutter ein, der mal wieder bewusst wurde, wie ähnlich er doch seinem Vater im Zuge dessen sah.
»Sie hat mit dir Schluss gemacht, also muss ja etwas vorgefallen sein. Ich will dir helfen. Vielleicht kann ich ja mit ihr reden und ...«
»Du wirst nicht mit ihr reden.« , unterbrach er sie. »Sie hat scheiße gebaut. Nicht ich.«
»Gut ... was ...«
»Mein Gott, das geht dich doch nichts an. Kennst du Privatsphäre?« , meckerte er.
»In jeder Beziehung hat man mal Krach, aber es wird doch nicht besser, wenn man sich sauer verkriecht.«
»Es wird auch nicht besser, wenn du mich volllaberst.« , gab er von sich.
»Doch. Reden hilft immer. Du hast doch gesehen, wo nicht-reden hinführt.«
Robin war sich darüber im Klaren, das seine Mutter damit die gescheiterte Beziehung von Isabelle und Dag meinte. »Könnten wir jetzt aufhören. Ich hatte bei Elias meine Ruhe, bis Papa auf die kluge Idee kam, dass Nia mich mal vor meinen Freunden und eurer werten Anwesenheit kräftig blamieren sollte.«
»Was sollte das überhaupt?«
»Frag doch sie.«
»Ich frag aber dich.«
»Du warst dabei. Sie meinte ein Lied für mich zu trällern.«
»Oops I did it again?«
»Du musst den nicht wiederholen.«
»Was meinte sie damit?«
»Ey ehrlich. Nerv doch nich'Mann.«
»Robin, bevor ihr zusammengekommen seid, wart ihr Freunde. Willst du das alles aufgeben?«
»Warum bin ich denn jetzt der doof?«
»Hab ich das gesagt?«
»Indirekt schon.«
Katja rollte zeitgleich mit Robin die Augen und stand dann schließlich auf. »Dein Vater, sowie ich, meinen das nicht Böse.«
»Mir egal.« , brummte er. Er hatte keine Lust mehr, dass andere sich darin einmischten.
Nia hatte ihm einfach zu sehr weh getan ... und zudem hatte sie nicht mal eine Entschuldigung übrig.
Nein, sie musste ihm auch noch auf der Bühne mitteilen, dass sie weiterhin mit diesen Typen in die Kiste stieg.
Er kannte sie sein ganzes Leben bereits, aber das sie so ein kalter Mensch sein konnte und das auch noch ihm gegenüber, erschrak ihn.
Er sah, wie seine Mutter sein Zimmer verließ und die Türe hinter sich schloss.
Im Liegen griff er in seine Schublade und holte ein Polaroid-Foto heraus, das Elias gemacht hatte. Er liebte das Foto, weil beide gar nicht wussten, das er sie fotografieren wollte. Es war ein spontanes Bild.
Nia hatte es als Hintergrund-Bild auf ihrem Handy. Ihm hingegen war ein nicht digitales Bild lieber, weshalb er sich für das Originale entschieden hatte.
Wie konnte sie nur? War alles, was sie getan hatte, einzig und allein ein Spiel für sie? Hatte sie so eine Langeweile oder wieso spielte sie mit den Gefühlen anderer.
Er überlegte, ob er das Bild kaputt machen sollte.
Robin haderte mit sich, traf aber dann die Entscheidung das Foto einfach nur wegzulegen. Er brachte es schlichtweg nicht übers Herz, es zu zerstören.
Vorsichtig öffnete er wiederholt im Liegen die Schublade und legte die Fotografie blind unter irgendwelchen Sachen, die darin vorhanden waren.
Sein Handy vibrierte und er sah drauf. Es war Selina.
- Hey, wie geht es dir?
- Geht. Und dir?
- Gut.
Schrieb sie. Robin wartete, denn ihm wurde angezeigt, dass sie bereits weiterschrieb.
- Hast du Lust etwas zu machen?
- Wir beide?
- Eigentlich dachte ich, wir holen später dann Elias dazu.☺
Er wartete wieder ab, denn Selina schrieb eine weitere Mail an ihn.
- Sorry. Ich hätte nicht fragen sollen.😶 Dir geht's scheiße und ich hab jetzt nur an mich gedacht.
- Nein, ist schon okay. Ich hatte es dir ja versprochen. Wo willst du dich treffen?
Er setzte sich bereits auf und holte ein paar Schuhe von der Seite neben seines Bettes hervor, in die er schlüpfte.
- Auf dem Spielplatz? An den Schaukeln?
- Okay. Ich gehe sofort los.
Robin stand auf.
Nachdem er seine eigene Beziehung nicht hinbekommen hatte, half es ihm ja vielleicht, wenn er andere glücklich machen konnte.
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Reißen wir uns gegenseitig raus, oder reiten wir uns rein (Band 3)
ФанфикBAND 3 »Ich will keinen Streit mit dir. Ich will das wir uns beide wie erwachsene Menschen verhalten und ...« »Ich verhalte mich erwachsen oder siehst du, das ich gerade kindisch bin?« , sprach Carla. »Ich weiß, das zwischen uns mehr ist und ich geb...