Oben angekommen schloss ich hinter mir die Zimmertür und schaute ihn empört an.
„Was sollte das?"
„Was denn?"
Er hatte kein Lächeln im Gesicht, nicht wie sonst. Er schaute mich ernst an.
„Warum machst du ihn denn so fertig vor den anderen?"
„Aber er hat es doch verbockt, oder nicht?"
Ich seufzte.
„Ja, hat er, aber deswegen musst du dich doch nicht so benehmen. Es ist sicher nicht von Vorteil, wenn ihr streitet."
Er blieb still und schaute auf den Boden.
„Kaz, ich muss dich was fragen", brach ich die kurze Stille. Ohne auf eine Reaktion seinerseits zu warten, fügte ich hinzu: „Bist du eifersüchtig?"
Sein Kopf schnellte hoch und ein unsicheres Lächeln legte sich auf seine Lippen.
„Was? Nein..."
Ich zog eine Augenbraue hoch.
„Vielleicht..."
Erneut seufzte ich. Ich hatte es geahnt. Ehrlich gesagt wusste ich nun nicht mehr wirklich, wie ich damit umgehen sollte. Ich hatte es geahnt, aber nicht gehofft. Jetzt waren wir an dem Punkt angelangt, der alles schwierig gestalten würde.
„Deswegen musst du ihn doch nicht so behandeln. Du solltest das mit ihm klären."
„Vielleicht will ich das gar nicht klären." Jetzt klang er wie ein trotziges Kind.
Ich sah ihn stumm an. Ich wollte darüber nicht unbedingt diskutieren.
„Juna, sei ehrlich. Magst du ihn?"
Ich zuckte mit den Schultern. Möglich.
„Weißt du, ich wollte es langsam angehen, aber er kam mir mit seinem Date dazwischen."
Das waren also seine Absichten. Er hatte das nicht alles seit gestern vor.
„Kaz, ich sehe dich als sehr guten Freund, aber ich weiß nicht ob da mehr sein kann."
Ich wusste, dass war nicht das, was er hören wollte.
„Wir werden es nur erfahren, wenn wir es versuchen."
Da hatte er recht. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass es keine gute Idee war. Ich musste an Chase denken. Dabei wusste ich nicht einmal, ob es mit ihm besser wäre. Ob es überhaupt etwas mit ihm wäre. Immerhin hatte er mich in gewisser Weise abgewiesen. Und trotzdem ließ es mich nicht locker. Die Gedanken um ihn verschwanden nicht.
„Ich weiß nicht so recht, Kaz."
Wie kam ich da denn wieder raus.
„Lass uns sehen was die Zeit bringt." Ich versuchte ihn anzulächeln, merkte allerdings, dass ich dabei etwas versagte.
Dennoch nickte er und schaute mich an.
„Versuch trotzdem nicht so zu sein. So wie du sonst bist, gefällst du mir viel besser."
Er seufzte leise.
„Darf ich ihn trotzdem Klein nennen und sagen, dass er keine Freundin bekommt?"
Er hatte tatsächlich den Hundeblick aufgesetzt und schaute mich mit diesem an. Ich konnte nicht widerstehen und musste schmunzeln.
„Von mir aus", gab ich nach. Das war immerhin etwas, was sie so oder so tun würden. Und solange es auch niemanden ernsthaft verletzte, war es mir auch egal. Also sollte er das ruhig machen.
Als ich gerade die Tür öffnen wollte, um das Zimmer wieder zu verlassen, da wurde ich am Handgelenk geschnappt und in eine feste Umarmung gezogen.
„Sag einfach nichts." Kaz Stimme war leise. Er vergrub sein Gesicht in meinem Nacken und drückte mich fest an sich. Ein Lächeln konnte ich nicht unterdrücken und schlang ebenfalls die Arme um ihn.
Gefühlt standen wir eine Ewigkeit so da, bis ich mich dann doch entschied von ihm zu lösen, was er mit einem grummeln kommentierte.
„Na los, lass uns wieder zu den anderen gehen."
Ein seufzen seinerseits, dann öffnete ich die Tür und machte mich, gefolgt von ihm, wieder ins Wohnzimmer auf.
„Also Juna", kam Bree direkt wieder auf mich zu.
„Du musst mir alles erzählen. Was hat er getan?"
Ich musste kurz schmunzeln und ließ den Blick einmal über die Truppe schweifen, die im Wohnzimmer rumsaß und aufmerksam zu hörte. Bis auf Kaz, der sich wortlos zurück auf die Couch setzte und mich starr ansah.
„Sorry Bree, aber von mir erfahrt ihr nichts. Da musst du deinen Bruder selbst ausquetschen."
„Aber ihr habt euch nicht geküsst, oder?"
Sie ließ einfach nicht locker.
Aus dem Augenwinkel heraus konnte ich erkennen, wie sich auf Kaz Gesicht ein leichtes schmunzeln zeichnete. Ich wusste genau, was er gerade dachte. Dennoch ging ich wieder zu ihm und setzte mich neben ihn auf den freien Platz, den er mir ließ. Und sofort hatte ich einen Arm um mich. Er machte es mir auch nicht gerade einfach.
„Wie gesagt, ich schweige", lachte ich nur auf Brees Frage.
„Ach komm schon. Das sind wichtige Informationen. Die könnten zu etwas gut sein."
Ich schüttelte grinsend den Kopf.
„Keine Chance!"
„Weißt du was? Du bleibst heute zum Essen. Und heute Abend schauen wir einen Film. Nur wir drei!"
Ich zog eine Augenbraue hoch.
„Und was ist mit mir?", meldete sich Kaz empört und auch Oliver begann zu schmollen.
„Keine Jungs erlaubt", sagte nun auch Skylar.
Ich lachte.
„Ich weiß worauf das hinausläuft, aber selbst dann werde ich nichts ausplaudern."
Bree grinste hinterlistig.
„Das werden wir dann noch sehen."
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Zwischen Bionic und Superkräften
FanfictionJuna ist neu in Centium City. Da sie von nun an im Daventower wohnt, lernt sie direkt auch ihre neuen Nachbarn kennen. Eine Bande junger Menschen mit ungewöhnlichen Fähigkeiten. Kaum hatte sie sich mit Kaz angefreundet, hatte sie es mit Superschurke...