𝕂𝕒𝕡𝕚𝕥𝕖𝕝 𝟙𝟘𝟡

152 17 22
                                    

Es war ein vertraut inniges Gefühl, Dags Mund zu spüren, als er ihre Lippen sanft küsste. Und als dann im Übrigen noch seine Zunge leicht zögerlich aber doch bestimmend den Weg fand, ließ Isabelle auch dies zu.

Vorsichtig und nicht zu schnell drängte er sie schließlich auf die Matratze ... oder war es doch Isabelle, die ihn mit sich zog?! Keiner vermochte zu wissen, wer da genau die Richtung angab, aber beide konnten nichts dagegen tun.

Er brachte sich zwischen ihre Beine. Seine linke Hand wanderte ihren Schenkel hinauf und er zog ihr leicht das Kleidchen nach oben. Dabei hörte er nicht auf sie zu küssen.

Seine Fingerspitzen berührten ihre Haut, als er sanft über ihre Hüfte streichelte.

Isabelle stöhnte unter dem Kuss auf und legte ihre Hände auf seinem Nacken ab, den sie ebenso zärtlich betastete.

Nun löste er sich von ihren Lippen und sah sie kurz an. Da war keine Angst, keine Scheue, also begann er ihren Hals hinab zu küssen. Dezent leckte er über ihr Dekolleté.

Isabelle spürte so etwas, wie einen elektrischen Schlag, der ihren kompletten Körper für eine Millisekunde einnahm, was ihr Herz zum Stolpern brachte.

Es war eine Mischung von mehreren starken Empfindungen, die zeitgleich auf sie einprasselten, sodass ihre Nerven regelrecht zitterten.

Dag spürte, wie ihr Körper bebte.

Er kam wieder hinauf, küsste sie und strich ihr einige Strähnen aus dem Gesicht. Es gab so viele Worte, die er ihr gerne gesagt hätte ... jetzt in diesem Moment ... aber er blieb stumm ... und legte erneut seine Lippen auf ihren Mund, mit der Hoffnung sie würde wissen, was in ihm vorging.

Dieses Gefühl hatte er die ganze Zeit über so sehr vermisst. Er wusste nicht, dass es das war, was gefehlt hatte, aber genau jetzt fühlte er so, als hätte er etwas wiedergefunden, was er die komplette Dauer über gesucht hatte.

Sein Herz pochte so stark ... oder war es Isabelles, das er durch seine Haut hindurch spürte? Er war sich nicht sicher, aber er wusste, das er dieser Frau ... seiner Frau ... so nahe wie möglich sein wollte.

Seine Hand, die vorhin noch auf ihrer Hüfte verweilte, wanderte zu ihrer Mitte in ihr Höschen. Er bemerkte, dass sie kurz nicht atmete, als er durch ihre Nässe glitt. Beide stöhnten zeitgleich auf und auch wenn er die Augen geschlossen hatte, registrierte er ihr Lächeln, als er sie weiter küsste.

Isabelle drückte ihn nahe an sich. Sie benötigte so sehr seine Wärme, dass sie nicht mal für sich selbst bemerkte, wie sie sich unter ihm bewegte ... bis ... bis sie seine Erektion zwischen ihren Beinen spürte. Seine harte Männlichkeit rieb sich an ihrer intimsten Stelle.

Sein Kuss stoppte ab und er sah ihr in die Augen, als er langsam in sie eindrang. Mit langen, sanften Vorgängen bewegte er sich in ihr.

Isabelle konnte nicht wegschauen. Sie war wie hypnotisiert von seinen hellen Augen, die soviel Vertrautheit und Liebe in diesem Moment ausdrückten, dass sie wahrlich nichts anderes mehr vernahm. Es gab in diesem Augenblick nur sie beide.

Dag stieß in sie und stöhnte dabei ein wenig auf. Obwohl er nicht wie wild loshämmerte, krallte sie sich vor lauter Empfindungen in seinen Rücken fest.

Bei jedem Stoß kam sie ihm entgegen, so sehr wollte sie ihn spüren. Sie hätte schwören können, dass sie noch nie so viel für ihn empfunden hatte, wie zu diesem Zeitpunkt. Nicht mal nachdem einem Mal in der WG, wo sie dachte, alles würde wieder gut werden. Das hier war nichts Weltbewegendes, aber doch um ein Vielfaches mehr. Es war Sehnsucht ... Hoffnung ... Hingabe ... Verbundenheit ... Intimität ... und noch so vieles. Es gab keine Erklärung. Keine genauen Worte, um dies zu beschreiben.

Dag spürte, wie er kam. Er wollte das nicht, aber die Gefühle in ihm nahmen die Überhand. Als er erfühlte, dass sie zeitgleich mit ihm kam, konnte er jedoch ein Lächeln während seines Orgasmus nicht unterdrücken.

Völlig außer Atem blieb er in ihr ... auf ihr ... und betrachtete sie. Ihre Nägel ließen von seinem Rücken los und wanderten wieder hinauf zu seinem Nacken.

Er wollte nicht aus ihr raus ... nicht von ihr runter ... am liebsten hätte er diesen Moment eingefroren.

Abermals nahm er seinen Mut zusammen und küsste sie. Kurz. Sanft. Aber mit viel Gefühl. Sie ließ es zu.

»Isy, ich ...« Er wusste nicht mal, was er genau sagen wollte, was im Grunde auch egal war, denn die Türe des Busses öffnete sich und er sprang direkt erschrocken auf. Er reichte Isabelle die Hand und half ihr auf.

»Ey Dag.« , startete Vincent, als dieser fix aus seiner Räumlichkeit trat.

»Ey ... ja ... ehm ...« Er sah zu Katja, die ebenfalls dabei war und ihn mit zusammengezogenen Augenbrauen anblickte.

Isabelle trat ebenso hinaus und flanierte an ihm vorbei. Ihre Augen waren nass. »Ich muss gehen.« , sagte sie stockend.

»Warte.« , rief Dag, doch dieses Mal blieb sie nicht stehen, sondern beeilte sich, so schnell wie nur möglich eine Entfernung zwischen ihnen hinzubekommen.

»Sie hat es hart getroffen.« , meinte Vincent sagen zu müssen.

Katja blieb stumm und betrachtete kurz Dag, ehe sie Isabelle hinterherrannte.

Er schloss für einen Moment die Augen und boxte dann gegen die Türe eines Schrankes. »Fuuuuuuck.« , schrie er los.

Vincent, der nicht ahnte, was seinen Freund genau aufwühlte, legte seinen Arm um dessen Schulter. »Wir wussten doch, das es so kommen musste.«

»Scheiße.« , kam über seine Lippen. Er überlegte, ob er es Vincent sagen sollte. Doch was genau, sollte er ihm da erzählen? Was genau war geschehen? Egal was, aber Dags Empfindung nach, war es zu kurz. Er fühlte diese Kälte, die seinen kompletten Körper eingenommen hatte. Dieser Schmerz, weil sie jetzt in diesem Moment nicht bei ihm war.

Hätte er ihr sofort nachrennen sollen?

Er drängte sich an Vincent vorbei. Er musste mit ihr reden.

Jemand kam die Stufen hinauf, aber statt der erwartenden Isabelle war es Thilo. »Ey Dag. Deine Freundin sucht dich.«

Carlas Kopf erschien nun ebenso. »Wo warst du die ganze Zeit?« , fragte sie. »Was meinst du, wie lange ich jetzt auf diese Scheiß Backstage-Pässe warten musste?!«

Er hob die Hände und schloss die Augen. »Nicht jetzt, okay?!«

»Nicht jetzt?« Ihre Augenbrauen waren hochgezogen.

Darauf hatte er zum jetzigen Zeitpunkt gar keine Lust und ging zurück in seinen Raum. Die Türe knallte er zu und schloss ab.

Er sah, das Ejakulat auf seiner Bettwäsche und war froh, dass er die Türe noch zumachen konnte, ehe Carla hineingetreten wäre.

Dag setzte sich auf den Rand des Bettes, als seine Freundin gegen den Eingang hämmerte. »Sach ma' spinnst du?!«

Er hörte Vincent, der Carla von Andis Tod berichtete und ihr erzählte, dass Dag die Nachricht wohl hart getroffen haben musste.

Natürlich hatte ihn sein Tod nicht kalt gelassen. Er war mehr als betroffen deswegen, aber ... selbstverständlich war seine Laune das Erzeugnis dessen, was soeben passiert war ... und das Isabelle mir nichts dir nichts abgehauen war.

Sie hatten nicht mal die Möglichkeit gehabt, darüber zu reden. Er nahm sein Handy. Das Video lief noch und er verließ die Galerie, um in seine Anrufliste zu gelangen. Direkt wählte er ihre Nummer. Doch nur die Mailbox war zu erreichen. 

Reißen wir uns gegenseitig raus, oder reiten wir uns rein (Band 3)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt