Kapitel 76 🌷

98 8 1
                                    


Draco hatte vor gut 10 Minuten das Schlafzimmer verlassen und Y/N allein zurückgelassen. Y/N starrte seitdem ununterbrochen auf ihre Hand. Sie traute sich nicht, die kleine schwarze Schachtel in ihrer Hand zu öffnen. In ihrem Kopf spielten sich die letzten Tage wieder ab. Die letzten Stunden. Die letzten Worte von Draco. Er wollte ihr einen Antrag machen. Er wollte sie heiraten. Konnte es sein, dass sie seine Gedanken falsch gedeutet hatte?
Konnte es möglich sein? Es war ihr noch nie passiert. Aber hier ging es um ihn. Um Draco Malfoy. Den Mann, den sie liebte. Der immer für sie da war. Selbst als sie es nicht wollte, hat er es getan. Sie erinnerte sich an alles zurück: Die Schulzeit in Hogwarts. Der Tod ihrer Eltern. Ihre überstürzte Flucht aus London nach Amerika. Nach seiner Verhandlung. Y/N umschloss die Schachtel fest mit ihren Fingern. Dann steckte sie ihre Hand samt Schachtel in ihre kleine Umhängetasche und verstaute diese in ihr. Sie atmete tief durch und disapparierte.
Sie stand vor einer Tür und klopfte. Während sie wartete, dass die Tür geöffnet wird, atmete sie tief ein und aus. Die Tür wurde nach wiederholtem Klopfen geöffnet. Vor ihr stand Ginny. "Y/N“, sagte sie überrascht. Sie hatte nicht mit ihr gerechnet. Ginny war immer noch im Abendkleid. "Hey“, begrüßte Y/N leise und lächelte schwach.
"Komm rein“, sagte Ginny schnell und trat zur Seite. "Ginny, wer ist da?“ hörte sie Harrys Stimme an der Tür. Y/N lief in die Richtung, in der Harrys Stimme kam. Die Küche. Sie betrat diese und sagte: "Ich bin es.“ Y/N sah sich um und erkannte, dass Harry nicht alleine war. Sirius, Ron, Hermine und die Weasley-Zwillinge waren anwesend und lächelten sie an. "Oh, Y/N“, sagte Harry und stand auf. Eine silberne Kanne, die dampfte, flog von Person zu Person und goss heißen Tee in die Tassen. Für Kaffee war es schlichtweg zu spät. "Geht es dir gut?“, erkundigte sich Fred.
"Setz dich“, sagte Harry und bot ihr einen Stuhl an. "Danke“, meinte sie an Harry gerichtet und nickte Fred zu.
Hermine stand auf und holte eine Tasse aus dem Schrank. Sie stellte die Tasse vor Y/N auf den Tisch. Rons Miene verdunkelte sich. Doch bevor er etwas sagen konnte, kniff Harry seine Augen zusammen und presste hervor: "Ron, kann ich dich mal sprechen?“ Ron musterte Y/N und stand auf. "Klar“, sagte er und er verließ mit Harry zusammen die Küche. Hermine setzte sich neben
Y/N. Ginny kam in die Küche. "Entschuldige, Y/N. Aber seit ich schwanger bin, muss ich gefühlt jede Minute auf die Toilette. Ich hasse das“, jammerte Ginny und ließ sich auf einen freien Stuhl nieder. Hermine lachte. Y/N merkte, dass alle Augen der Anwesenden auf sie gerichtet waren. "Was ist?“, fragte sie in die Runde. "Naja, du bist hier“, erklärte Hermine. "Wie bitte?“, fragte Y/N verwirrt. "Das Frettchen wollte dir einen Antrag machen“, sagte Fred. Y/Ns Augenbraue hob sich fragend. "Entweder ist die Überraschung dahin, du bist verlobt oder getrennt“, sagte George amüsiert. Hermine warf ihm einen tödlichen Blick zu. "Jetzt mal ehrlich“, lachte Fred. "Das will jeder hier im Raum wissen.“

"Haltet die Klappe“, schimpfte Ginny, und ihre Brüder verdrehten die Augen.
"Wir sollten die Frauen alleine lassen“, schaltete sich Sirius ein. Als er sich gerade erheben wollte, glitt die Hand von Y/N in ihre Tasche und holte die kleine Schachtel heraus. Sie legte sie auf den Tisch. Alle Augen landeten auf der kleinen Schachtel. Die Schachtel, die die meisten der Anwesenden bereits in Dracos Hand gesehen hatten. "Ahh“, kam es von Sirius, und er setzte sich wieder.
"Ihr wusstet also davon“, stellte Y/N fest. Das konnte sie aus den Reaktionen sehen. Sie war kurz davor, die Gedanken jeden einzelnen im Raum zu lesen. Doch sie verkniefte es sich. "Woher wisst ihr wovon?“, fragte Y/N. Harry und Ron betraten die Küche und setzten sich an den Tisch. "Malfoy hat es uns vorhin vor dem Ministerium gesagt, kurz nachdem du verschwunden bist“, erklärte Ginny. "Y/N“, seufzte Hermine und legte ihre Hand auf Y/N. "Was ist passiert?“, wollte sie wissen. Die Weasley-Zwillinge lehnten sich zurück. "Ich wollte gehen, so wie ich es immer tue, wenn ich Angst bekomme oder ich unsicher bin“, fing sie an zu klären und erzählte alles, was passiert war. „"Und jetzt bin ich hier“, endete sie. "Oh, Y/N“, sagte Hermine einfühlsam. "Was willst du jetzt tun?“, fragte Ron gespannt. "Es ist ein verdammt schöner Ring“, kommentierte Ginny. Y/N zuckte mit den Schultern und antwortete: "Ich weiß es nicht.“
"Was meinst du damit?“, fragte Harry. "Ich weiß nicht, was ich tun soll, und die kleine Schachtel habe ich nicht geöffnet.“ Sie legte ihren Kopf auf ihre Arme, die sie auf die Tischplatte abgelegt hatte. "Wo ist das Problem?“, sprach Ginny aus, was alle dachten.
Y/N sagte gedämpft: "Ich weiß es nicht.“
"Ich kann nicht glauben, dass ich das jemals fragen würde“, schüttelte Ron seinen Kopf und fixierte Y/N, die sich nun ausgerichtet hatte, um Ron fragend anzusehen.
"Was meinst du damit?“, fragte ihn seine Frau. Ron atmete hörbar auf. "Liebst du ihn?“, fragte er plötzlich. "Ja“, schoss es aus Y/N. "Willst du mit ihm zusammen sein?“, fragte Ron weiter. "Ja“, antwortete sie."Aber es ist komisch.“
"Was meinst du mit komisch?“, hackte Fred nach. "Es ist kompliziert“, sagte sie. "Also ich sehe kein Problem. Du liebst ihn und er liebt dich“, sagte Ginny. "Der Ring ist traumhaft schön“, sie griff nach der Schachtel. Sie öffnete diese und legte sie vor Y/N auf dem Tisch. Y/N sah ihn an. Der Ring funkelte sie an. Er war wunderschön. Sie fasste ihn allerdings nicht an. "Das ist er“, flüsterte Y/N. "Also wo ist das verfluchte Problem?“, ertönte Sirius’ Stimme. Alle Köpfe flogen zu Sirius. Sirius stand auf und stürzte sich mit seinen Händen auf den Tisch ab. Er sah Y/N abwartend an. Jetzt schnellten die Köpfe zu Y/N. "Als ich damals einfach abgehauen bin, hatte es einen Grund“, erklärte sie.
"Ich habe Angst.“
"Wovor denn?“, fragte Hermine gespannt. Alle hingen an ihren Lippen. "Meine Eltern sind tot. Ich möchte einfach nicht…“ sie hielt kurz inne. "Du willst niemanden an dich heranlassen, weil du Angst hast, dass du die Person verlieren könntest, wie deine Eltern“, vervollständigte Harry. Harry, der genau nach empfinden konnte, was Y/N durchmachen musste. Ihr ging es schlimmer. Sie hatte ihre Eltern kennengelernt und sie geliebt. Sie konnte sich an alles erinnern. Sie hatte ihre Leichen gesehen. Sie hatte sie beerdigt. Harry hingegen war ein Baby, als seine Eltern ermordet wurden. Er hatte nur Bilder von ihnen und die Erzählungen der Anderen. Das war für Harry etwas leichter, und trotzdem war es schlimm für ihn, ohne sie aufzuwachen. Harry hatte seine Freunde und er hatte Sirius. Jetzt würde er mit Ginny eine Familie gründen. "Hab ich recht?“, fragte er einfühlsam. Y/N stiegen die Tränen in die Augen. Sie nickte leicht.
"Oh, süße“, kam es von Hermine. Sie umarmte sie seitlich.
"Wir sind deine Familie“, sagte Ginny. Alle stimmten ihr zu. "Wir sind dir auch nicht böse, dass du einfach abgehauen bist“, sagte Harry. Auch ihm stimmten alle zu. "Und so leicht wirst du uns nicht mehr los“, versicherte ihr Ron. "Wenn du noch einen Onkel brauchst, übernehme ich das gerne“, lachte Sirius. "Schließlich verdanke ich dir mein Leben, und das habe ich nicht vergessen.“ Y/N war gerührt. Sie konnte sich glücklich schätzen, solche Freunde zu haben. Sirius war wahrlich wie ein Onkel für sie, immerhin kannte sie ihn von klein auf. "Danke, Leute“, bedankte sie sich, und ihr liefen die Tränen stumm über ihr Gesicht. Sie wischte sich die Tränen weg und lächelte dankbar. Y/N musste es wagen und Draco ihr Herz öffnen. Sie liebte ihn, und das tat sie mit jeder Faser ihres Körpers. Y/N griff nach dem Ring und betrachtete ihn. Er war wunderschön. "Malfoy kann ein Arschloch sein, aber wir werden ihn an deiner Seite akzeptieren“, versprach Harry.
"Egal wie du dich entscheidest, wir stehen hinter dir“, ergänzte Hermine. Ein zustimmendes Nicken machte die Runde.
"Danke, Leute. Ich liebe euch“, war
Y/N gerührt. "Wir lieben dich auch“, gab Ginny zurück. Y/N holte eine etwas größere Schachtel aus ihrer Umhängetasche und öffnete diese. Eine Feder kam zum Vorschein.
"Was hast du vor?“, fragte Hermine. "Brauchst du Tinte?“, fragte Harry. "Nein“, schüttelte sie mit dem Kopf. Sie griff nach der Feder und schrieb eine Nachricht auf die Tischplatte vor sich. Ganz ohne Tinte und mit dem Wissen, dass sie Nachricht ankommen würde.

Draco Malfoy x Reader / Gedanken*Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt