3. (Albus)

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Die ersten Sonnenstrahlen des heutigen Tages kitzelten mich im Gesicht, weshalb ich schon früh am morgen aufwachte. Genervt, weil ich noch nicht aufstehen wollte, zog ich mir meine Bettdecke über den Kopf und mein Kissen darüber. Wieder ein neuer Morgen und wieder ein neuer Tag, an dem ich mich wie scheiße fühlen werde. So blieb ich eine halbe Stunde im Halbschlaf liegen, bis ich mich schlussendlich dazu zwang doch aufzustehen, - was eher an meinem starken Hungergefühl lag, da ich gestern den ganzen Tag nichts gegessen hatte, also richtete ich mich, immer noch müde auf, gähnte, streckte mich und trottete schließlich in meinem Schlafanzug gekleidet und mit zusammen gekniffenen Augen nach unten in die Küche. Dort angekommen, blickte mich mein Bruder wütend an, was daran liegen könnte, dass ich mich die ganzen restlichen Tage kaum blicken lassen hatte, abgesehen von gestern, aber das war auch nur kurz. Meist selbst nicht, wenn Ab mich zum essen rief. Entweder aß ich einfach gar nichts oder wartete bis spät in die Nacht, bis ich dann schließlich die Reste des kalten Essen nahm und verputzte. Das alles nur, um Diskussionen auszuweichen, die sich dadurch nur noch verschlimmerten.

„Damit du dich nicht um Ari oder den Haushalt kümmerst, ist eine Sache, aber dich nicht einmal mehr bei uns blicken lassen ist zu viel! Was für ein großer Bruder bist du denn?", fuhr er mich sofort an. Ich konnte es ihm eigentlich nicht übel nehmen. Ich war ein schrecklicher Bruder in letzter Zeit, aber ich wollte einfach niemanden sehen. Ich wollte alleine sein und meine Ruhe haben, aber Aberforth den ganzen Haushalt zu überlassen war auch nicht richtig. Immerhin hatte er ebenfalls sehr unter dem Tod unserer Mutter gelitten und dazu war er erst siebzehn Jahre alt, aber irgendetwas in mir konnte es einfach nicht. Ich musste mein Leben endlich mal wieder in den Griff bekommen, da nicht nur ich darunter litt, sondern mein gesamtes Umfeld dazu.

„Was ist dein Problem? Du wunderst dich ernsthaft, warum ich dir aus dem Weg gehe? Alles was ich mache, oder nicht mache ist falsch in deinen Augen." Im nächsten Moment bereute ich es bereits, ihn so angeschrien zu haben. Es war immerhin nicht seine Schuld, aber war es dann meine? Ich wusste einfach nicht, was mit mir los war. Ich fühlte mich scheiße, weil ich meinem kleinen Bruder so viel Stress machte und weil meine kleine Schwester Aufmerksamkeit brauchte, die ich ihr nich gab. Sie dachte mit Sicherheit, dass sie der Grund dafür war. Da der ganze Unfall wegen ihrem Obscurus passierte, doch keiner der beiden trug die Schuld. Das hatte ich auch nie in Erwägung gezogen, da ich wusste, dass das alles mir zu Verdanken war. Ich glaube, ich brauche einfach wieder eine Person, der ich mich vollkommen anvertrauen konnte, da all meine Freunde in Hogwarts waren. Ich brauchte jemanden, an den ich mich binden konnte. Nach einer kleinen Stille, fuhr ich mit einer ruhigen Stimme fort. „Hör zu: Ich werde mich in nächster Zeit besser um Ariana kümmern und diese Woche noch das Haus aufräumen. Heute kann ich auch noch etwas einkaufen gehen." Hoffentlich beruhigte ihn das ein wenig und ich nahm ihm wenigstens ein wenig Arbeit ab.

„Wenn du es auch wirklich machst, bin ich zufrieden. Und das mit dem Einkaufen ist gar keine schlechte Idee, wir brauchen einiges. Ich kann dir einen Einkaufszettel schreiben, wenn du möchtest", sagte er ebenfalls in einem nun ruhigeren Tonfall.

„Mach das... Ach ja, ich gehe später zu Bathilda zum Mittagessen, also kann ich erst danach Einkaufen gehen, ich hoffe das ist okay", erklärte ich ihm.

„Warum?", fragte er neugierig. "Sollte ich mitkommen?"

„Nein, nein! Alles gut, du musst nicht mitkommen. Sie hatte mich gestern nur zu Mittag eingeladen, weil sie keine Zeit mehr hatte. Und außerdem muss jemand auf Ari aufpassen", sagte ich schnell, in der Hoffnung, ich würde ihn überzeugen, nicht mitzukommen, da ich echt keine Lust hatte, dass er dabei war.

„Alles klar", antwortete er nur halb überzeugt. „Auch wenn es sich wie eine weitere Ausrede anhört, damit du nicht auf Ari aufpassen musst."

Das Gespräch war somit beendet und ich konnte mir endlich mein Frühstück zubereiten. Ich schüttete mir ein paar Harferflocken in eine kleine Schüssel und kippte die restliche Milch aus unserem Kühlschrank dazu. Darauf, diese zu erhitzen, hatte ich keine Lust. Mit meinem „5 Sterne" Frühstück setzte ich mich schließlich an unseren Esstisch und lies mir Zeit beim Essen, da ich währenddessen in der Zeitung rumstöberte. Viel aß ich nicht, da ich ja dann später zu Bathilda gehen würde.

Serendipity (Grindeldore FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt