Unterbrochen

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Harry zerrte Brad in Richtung Alphahaus, doch kurz bevor sie die Stufen zur Veranda nach oben gegangen waren, erklang Nialls Stimme durch die Dunkelheit: "Harry, wir brauchen dich. Die Jungwölfe haben eine Schlägerei angezettelt."

Der Arzt seufzte, schüttelte den Kopf und murmelte: "Heute soll es wohl nicht sein.",  rannte dann hinter Niall hinterher, zurück in den Saal, wo bereits die Geräuschkulisse seine sensiblen Ohren heimsuchte.

"Was ist hier los?", donnerte er direkt los und in dem Moment genoss er es, die Gabe eines Alphas zu haben, denn alle hielten inne.

Auch die beiden Streithähne, die in der Mitte der Versammlung auf dem Boden lagen, waren in ihrer Bewegung erstarrt.

Harry drängte sich durch die Menge, die sich scheinbar nicht getraut hatte dazwischen zu gehen und packte die beiden Teenager am Kragen.

"Geht es euch noch gut?", fragte er und sah sie wütend an. "Euch hier auf einem Fest zu schlagen? Überhaupt euch zu schlagen, obwohl ihr im gleichen Rudel seid? Gibt es überhaupt eine Situation in der Gewalt notwendig ist?", polterte er weiter und die Junge sahen zu Boden, fiepten fast nicht hörbar.

"Morgen erscheint ihr Punkt 8 Uhr morgens vor meiner Tür und dann werdet ihr hier den Saal aufräumen und allein putzen. Es ist mir egal, wie lange ihr dafür braucht. Hilfe wird es nicht geben.", er sah sich um, sah besonders die beiden Mütter der Jungen an, die zustimmend  nickten.

"In meinem Rudel dulde ich keine Gewalt. Wenn ihr das nicht verstehst, werdet ihr auch beim nächsten Mal die Konsequenzen tragen und dann werdet ihr sicher nicht noch einmal so glimpflich wie mit Aufräumen und Putzen davon kommen.", drohte er und man hörte Schlucken im Saal.

"Gut. Ihr verschwindet sofort vom Fest. Allen anderen, feiert gern weiter. Es tut mir leid für die Störung."

XXX

Anne grinste in sich hinein. Auch wenn Harry sich eigentlich noch so sehr sträubte, gerade eben hatte er definitiv seine Alphagene gezeigt und auch wenn das Rudel kurz erschrocken reagiert hatte, ob der Vehemenz, die sie von dem sonst so ruhigen und besonnenen Harry nicht kannte, zeigten alle im Nachhinein großen Respekt und Freude.

"Er kann sich nicht ewig gegen sich selbst und seine Alphanatur wehren.", Steve grinste sie an und sie nickte.

"Nein, sein Wolf wird seinen Platz in ihm einnehmen. Er hat ihn lange verdrängt, aber wenn die Aufgaben vor ihm liegen, wird er sie automatisch übernehmen. Es ist nur ein Frage der Zeit. Hast du mitbekommen, wie es mit den Omegas gelaufen ist?"

Steve seufzte, fuhr sich durch die Haare. "Also zwischen ihm und Brad hat es geknistert, das aber wohl eher auf körperlicher Ebene. Brad ist bekannt dafür, gern Spaß zu haben, sich aber nicht festlegen zu wollen. Sie sind sich da wohl recht ähnlich. Die Mädels waren ja gleich raus und Tony...", er schüttelte den Kopf.

"Louis scheint ihn beeindruckt zu haben. Sein Gesichtsausdruck war sehr interessant zu beobachten. Aber von dessen Seite war eher Ablehnung zu spüren. Keine Ahnung, ob da vielleicht eine Chance wäre. Zumindest haben sie ja das gleiche Interesse in der Medizin, sodass es eine Schnittmenge gäbe."; erklärte der Beta und Harrys Mutter nickte.

"Louis ist süß. Ich mag ihn. Er ist nicht der typische Omega, der sich sofort unterwirft, aber grundsätzlich hängt er sehr an den Traditionen. Dazu hat er was im Kopf.", sie grinste.

"Mal gucken. Louis und Mark sind ja bereits weg, aber vielleicht könnten wir ja in Kürze noch einmal ein Treffen arrangieren."

"Wenn er nicht vorher mit Brad...", sie deutete auf ihren Sohn, der dem großen Omega ziemlich nah stand und man förmlich sah, dass die beiden sich mit den Augen auffraßen

Unwanted Leadership (Alpha/Omega) - Larry Stylinson AUWo Geschichten leben. Entdecke jetzt