Gellert räusperte sich. „Bist du fertig? Wollen wir los?", fragte er.
„Ja", antwortete ich nur und wir beide gingen zuerst in die Küche, weil ich meinen Geschwistern noch eine kleine Nachricht hinterlassen wollte, damit sie sich keine Sorgen um mich machten. Vor allem Ariana. Immerhin wollte ich ihr einen Ausbruch ersparen. Als das erledigt war, machten wir uns auf den Weg ins Dorf hinein. Ich zeigte ihm die Bücherei, ein paar alte Häuser, in denen nun angesehene Zauberer und Hexen gelebt hatten und viele weitere Gebäude. Zu einigen konnte ich ihm sogar einiges erzählen. Gellert staunte nicht schlecht. Als wir am Friedhof angekommen waren, entschieden wir uns, uns aufzuteilen, damit wir das Grab von dem einen Peverell Bruder schneller fanden. Sollte ich meine Mutter besuchen? Immerhin wäre es das erste mal seit der Beerdigung. Entschlossen steuerte ich auf ihr Grab zu und kniete mich davor. Die Blumen wurden seit der Beerdigung nicht mehr ausgetauscht, aus diesem Grund, waren sie komplett verwelkt und sahen traurig aus, also zückte ich meinen Zauberstab und lies die wilde Mischung aus Wildblumen und Rosen mit einem wink aus meinem Handgelenk verschwinden. Mit einem weiteren Schwung, dem ich meinem Zauberstab verpasste, tauchten frische Blumen auf. Hauptsächlich rote, denn das war Kendras' Lieblingsfarbe, aber auch rosa und lila Blumen.
„Kendra Dumbledore", las Gellert's vertraute Stimme hinter mir vor. Seine Hand ruhte sanft auf meiner Schulter. Ich nickte Stumm und bemerkte erst jetzt - weil meine Sicht verschwamm - dass sich Tränen in meinen Augen bildeten. „Deine Ma?"
Schnell wischte ich über meine Wange und richtete mich auf. „Ja. Verzeihung, es ist noch nicht so lange her", entschuldigte ich mich. Er legte nur seine Hand, die er wieder runter genommen hatte, da ich aufgestanden war, auf meine Schulter und kam näher an mich heran. Er stand nun so nah hinter mir, dass ich seinen Atem in meinem Nacken spürte, was in mir ein kribbeln auslöste, welches gar nicht zu der jetzigen eher traurigen Situation passte. Es war eher ein kribbeln aus Nervosität.
„Alles gut... Möchtest du drüber reden?", fragte er vorsichtig, worauf ich nur stumm den Kopf schüttelte, immerhin wollte ich seine Stimmung nicht ruinieren, beziehungsweise nicht noch mehr, als ich es eh schon tat. Mein Blick haftete auf dem Grab meiner Mutter. „Okay... Das sind wirklich schöne Blumen", berichtete er mir, um die Stimmung wieder aufzuhellen.
Ich blickte über meine Schulter zu ihm und als ich sein vorsichtiges Lächeln sah, zogen sich wie Automatisch meine Mundwinkel ebenfalls in die höhe. „Rot war ihre Lieblingsfarbe", erklärte ich ihm. „Hast du es gefunden", versuchte ich das Thema zu wechseln.
„Ja, komm mal mit", sagte er schnell. „Das heißt, wenn du okay bist?", fügte er kurz angebunden hinzu. Ich gab einen bejahenden Laut von mir, woraufhin er nach meiner Hand griff und mich sanft hinter sich her zog. Ich musterte ihn von seinem Zielstrebigen Blick, zu der Art und weise wie er mich mit sich zog. Das Gefühl in mir, welches seine Berührungen immer auslöste, war nun intensiver als zuvor. Mein Herz klopfte, nachdem es einen Schlag ausgelassen hatte, viel schneller weiter als zuvor. Was war das bloß? So erging es mir nie mit Nathan oder allen anderen Freunden. Gellert war der erste, der dieses Gefühls-Chaos in mir auslöste. Es fühlte sich so ungewohnt, aber wohlig zu gleich an. Er blieb plötzlich stehen und sah auf das Grab, an welchem wir nun standen. Als ich meinen Blick von Gellerts - meiner Meinung nach wunderschönen - Gesicht löste und den Namen auf dem Grabstein las, bemerkte ich, dass es sich um Ignotus Peverell's Grab handelte. Meine Augen wanderten neugierig zu einem Zeichen, welches auch in den Grabstein gemeißelt wurde.
„Was ist das?", fragte ich Gellert und nickte in die Richtung des Symbols.
„Das mein lieber, sind die Heiligtümer des Todes. Beziehungsweise das Zeichen für die Heiligtümer", erklärte er mir. Sein breites Grinsen, konnte ich aus seiner Stimme heraushören. Mit einem großen Fragezeichen auf meiner Stirn, drehte ich mich in Gellerts Richtung. Er schien zu bemerken, dass ich keinen Plan davon hatte, also setzte er wieder zum Reden an. „Also..." Er trat von der Seite an den Grabstein heran. „Das Dreieck Symbolisiert den Tarnumhang." Seine schlanken Finger fuhren an den schmalen Linien entlang. „Der Kreis ist der Stein der Auferstehung und der senkrechte Strich, steht für den Elderstab" Ich gab bloß einen faszinierten ah-laut von mir. Es machte mich Glücklich, Gellert so Glücklich zu sehen.
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Serendipity (Grindeldore FF)
FanfictionAlbus POV Jedes mal, wenn sich unsere Blicke kreuzten, schien die Zeit still zu stehen. Die Momente der Stille, waren geprägt von meinen Herzschlägen und meinen Sinnlosen Gedanken. Ich verlor mich in seinen besonderen Augen, die mich in ein Paradis...