Teeniefilm und Zeit zu Zweit

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„Okay, jetzt erzähl uns alles!", forderte Skylar, als ich zusammen mit ihr und Bree in meiner Wohnung auf der Couch saß.
Wir hatten uns erneut einen albernen Teeniefilm angeschmissen, der tatsächlich gut war. Oder meine Anforderungen waren geschrumpft.
Ich hatte uns gestern sogar ein paar Snacks gekauft, die nun vor uns auf dem Tisch standen.


„Was denn?"
„Na, du und Kaz?"
Ich schaute Skylar an.
„Muss das sein?"
„Und wie das sein muss. Los, erzähl!"
Ich seufzte.
„Was soll ich denn großartig erzählen? Ihr wisst doch, was passiert ist."
„Man, Juna. Details. Was ist genau zwischen euch gelaufen?"


„Wir haben uns geküsst, mehr nicht", sagte ich und schaute Beide an.
„Einmal? Zweimal? Jetzt sei nicht so verklemmt", lachte Bree.
Erneut seufzte ich. Ich tat das in letzter Zeit viel zu oft.
„Ein paar Mal. Weiß nicht mehr genau", murmelte ich.
Dann schaute ich zu Bree.
„Wehe du sagst deinem Bruder etwas hiervon."
Sie schüttelte schnell den Kopf.
„Das bleibt unter uns, versprochen."
„Sicher?", hakte ich nochmal nach.
Ein erneutes nicken.
„Soll ich auf mein Grab schwören?"
Ich lachte leise.


„Und, wie war er?"
Ich schaute Bree mit großen Augen an. War das ein Verhör?
„Gut, sagte ich kleinlaut, wobei das untertrieben wäre. Er Küsste ziemlich gut.
„Ich sehe es dir an", lachte Skylar.
„Du fährst auf ihn ab, hab ich recht?", fügte Bree hinzu.
„Was? Nein!", sagte ich schnell. Zu schnell.
Es war direkt klar, dass das gelogen war und an den Blicken der beiden Mädchen vor mir, wusste ich, dass auch sie das wussten.


„Was hast du jetzt vor?"
Ich sah Skylar an.
„Wenn ich das nur wüsste. Kaz einfach weiter ignorieren?"
Schien mir erst mal die beste Lösung zu sein.


„Wir könnten ihm eine Freundin suchen."
„Dann wünsch ich dir viel Spaß, Bree. Finde mal eine Frau, die auf ihn stehen würde. Das ist so gut wie unmöglich."
Na danke auch. Ich fühle mich rein gar nicht angesprochen.
Bree schaute zu mir und schien zu erahnen, was ich dachte.
„Juna, tut mir leid, aber du hast auch einen komischen Geschmack. Ich weiß nicht mal, warum du meinen Bruder gut findest."
„Na, weil er süß ist, gut aussieht und ein Arsch sein kann", sprudelte aus mir heraus, nicht ohne ein kleines Schmunzeln im Gesicht zu haben.
Eigentlich wollte ich gar nicht antworten, doch ich tat es ohne nachzudenken. Augenblicklich schoss mir die Röte ins Gesicht.


„Man, Juna", sagte Skylar und legte ihre Hand auf meine Schulter. „Zwei auf einmal und dann sind es auch noch die Beiden."
Ich atmete tief durch.
„Ich werde Kaz einfach weiter ignorieren."
Wie davor auch. Und weiter heimlich vor mich hin leiden.
„Aber bitte lasst uns nicht mehr darüber reden", lächelte ich schwach, fügte noch hinzu: „Erzählt mir lieber von euren Liebsten."


-


„Ich bin so fertig", murmelte Chase und ließ sich erschöpft in mein Bett fallen.
Da wir in letzter Zeit so wenig miteinander Zeit hatten, da eine Mission nach der anderen stattfand, kam er direkt zu mir, nachdem er nach Hause gekommen war.
„Vielleicht wäre es entspannter, wenn du dich erst mal umziehen würdest", schmunzelte ich.
Schließlich hatte er noch seinen Missionsanzug an.
„Aber das ist Arbeit", nuschelte er in das Kissen, auf dem er mit dem Gesicht lag.
Ich seufzte, lachte dann aber leise.


„Alles muss man selbst machen."
Ich stand von meinem Platz neben ihm auf und ging um ihn rum. Dann schnürte ich seine Schuhe auf und zog ihm diese vorsichtig aus, um sie neben das Bett zu stellen.
„Ziehst du mich jetzt wirklich aus", lachte er leise und drehte sich auf den Rücken.
„Du machst es ja nicht."
Ich schaute ihn lachend an. Ein breites Grinsen bildete sich auf seinem Gesicht.
„Na dann, will ich dich dabei nicht aufhalten."
Entsetzt sah ich zu ihm. Ich würde diese Arbeit sicher nicht ohne seine Hilfe machen.
„Jetzt hab ich keine Lust mehr", grinste ich und setzte mich wieder neben ihn.


„Och komm schon", schmollte er, doch ich bewegte mich kein Stück mehr.
Stattdessen legte ich mich neben ihn und schaute mir seine Muskeln an, die durch das blaue Leder hervorblickten. Ich wusste nicht, ob ich mir das einbildete, doch ich glaubte, dass sie immer größer wurden.
Als wir uns kennen lernten, hatte er lange nicht so ausgeprägte.
Ich hob eine Hand und strich mit den Fingerspitzen darüber. Anhand seines Blickes und dass er die Augen geschlossen hatte, erkannte ich, dass er es genoss.
Und dann kam mir eine Idee.


Ich öffnete den Reisverschluss hinter bis zu seinem Gürtel, auf dem sich das Logo des Teams befand. Ich spürte dabei seinen Blick auf mir, doch den ignorierte ich.

Danach streifte ich den Anzug von seinen Schultern. Sofort erhob er sich, damit es mir leichter gelingen konnte. Letztendlich saß er nur in Boxershorts vor mir und das breite Grinsen war gar nicht mehr weg zu bekommen. Mir war klar, was er sich dachte, doch ich musste ihn enttäuschen.


„Leg dich auf den Bauch", forderte ich und sah, wie sein Grinsen zu einem Fragezeichen wurde. Dennoch tat er was ich wollte und machte es sich bequem. Ich kletterte kurzerhand über ihn und setzte mich auf seinen Hintern, aber so, dass nicht mein ganzes Gewicht auf ihm lastete.

Schnell knetete ich meine Finger kurz durch, um diese zu lockern und begann ihn zu massieren.


„Ich hatte zwar auf etwas anderes gehofft, aber das nehme ich auch", murmelte er und seufzte entspannt aus.
Ich freute mich, dass ich ihm wenigstens etwas bei seiner Arbeit helfen konnte und außerhalb dieser, konnte ich ihn etwas verwöhnen. Und nach all diesen Missionen, die er in letzter Zeit hatte, hatte er sich das auch verdient.


Eine Weile war es still und ich befürchtete schon, er wäre eingeschlafen, doch dann drehte er sich einfach unter mir um. Verwirrt schaute ich zu ihm hinab.
„Was wird das wenns fertig ist?", wolle ich wissen, doch er sprach immer noch nicht. Er schaute mich einfach an.
„Weißt du, dass du wunderschön bist?", sagte er nach einiger Zeit.
„Jetzt ja", lachte ich verlegen.


Chase nahm meine Hand in seine, spielte kurz mit meinen Fingern und zog mich dann komplett zu sich herunter. Ich bettete meinen Kopf auf seine Schulter und kuschelte mich an ihn. Die Bettdecke zog ich noch schnell über uns, bevor ich es mir auch bequem machte.


„Morgen bleibe ich hier."
Ich schloss meine Augen.
„Kannst du das überhaupt?"
„Die Anderen waren schon öfters alleine unterwegs, wenn ich etwas in der Zentrale oder bei Davenport zu tun hatte. Ich brauche einen freien Tag."
Ich lächelte. Ja, den brauchte er.
„Lass uns morgen was unternehmen. Nur wir Beide."
Ich nickte stumm.
Somit war das beschlossene Sache.
Morgen. Nur Chase und ich. Niemand anders.

Zwischen Bionic und SuperkräftenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt