Es vergingen 2 Stunden seitdem ich Justus' Bogenschützen gezeigt habe, wer der Chef ist. Justus würde sagen, es war vor genau 126 Minuten. Aber das ist ja fast das selbe.
Tatsächlich hat Bob es geschafft, meine Verteidigung zu durchdringen und mit anschließend Justus in die Kapitulation zu zwingen. Eigentlich war ich mir sicher, dass meine Taktik klappen würde, aber Justus' Worte haben mich sehr verunsichert. Seit 2 Stunden beschäftige ich mich mit der Frage, ob ich Bob mehr mag als nur freundschaftlich.„Ich gehe eben raus, das Gartentor schließen" erklärte Bob, schon den Stuhl mit einem schrillen quietschen zurück und verließ die Küche, an deren Tisch Justus und ich saßen.
„Was meintest du eigentlich vorhin? Von wegen Bob und Crush?" frage ich fordernd. Justus schaute in meine Richtung und trank aus seinem Glas kaltem Wasser. Die Sonne ging bereits unter und lies den Himmel in einem rot-orangenen Licht scheinen, während die Temperatur etwas absank und es einigermaßen erträglich machte.
„Ach, das habe ich gesagt, um dich zu verunsichern. Leider hat Bob meine Verteidigung dann doch durchbrochen. Aber dennoch hat dies dazu geführt, dass du mich nicht weiter angegriffen hast."
Erklärte Just. Also nur eine Ablenkung?„Nur um das klar zu stellen: ich bin nicht schwul und empfinde auch nichts für Bob"
Erklärte ich aufgebracht, worauf Just nur schnell nickte „keine Sorge, Zweiter, wir wissen alle, dass Kelly und du zusammen seit. Und dann wieder getrennt. Und dann wieder zusammen, und dann wieder-""Ja ja...ist ja gut. Ich habe es verstanden" sagte ich genervt und lehnte mich in den Stuhl zurück. Ja...Kelly und ich. Ich würde immer abstreiten, dass unsere Beziehung toxisch ist. Wir brauchen ab und zu unsere Pausen. Und das ist auch (meiner Meinung nach) nicht weiter schlimm, solange man später wieder zusammenfindet.
Das letzte mal, als wir eine Pause einlegten, ging ich danach an den Strand um zu verarbeiten, dass wieder einmal Pause ist.
Ich ließ mich in einem der Strandkörbe nieder und schaute der prallen Sonne zu, wie sie sich im türkisblauen Meer Spiegelte und den Sand in einen bronzefarbenden Ton färbte. Justus hat sich damals neben mich gesetzt, da er wusste, dass mich diese Pausen immer etwas mitnehmen.
„Bob hat gesagt, du würdest hier sein. Weil du immer hier wärst, wenn du das Bedürfnis hast, allein zu sein" argumentierte Justus.
Bob war an dem Tag krank und schickte daher Justus, um nach mir zu sehen, wie ich später erfuhr.
Damals hätte ich Bob eine Suppe gebracht, damit er schneller gesund wird. So wie er es immer macht, wenn er sieht, dass ich nicht in der Schule war.
An dem Tag jedoch waren meine Gedanken voll mit Kelly und der Frage, ob und wann wir die Pause wieder beenden.„Auf jeden Fall sollte ich meiner Tante mal Bescheid geben, dass wir heute hier bleiben"
Holte mich Justus in das warme Küchenzimmer zurück, während er aufstand, sein Handy griff und seiner Tante schrieb, dass er heute bei Bob übernachten würde.
Auch ich war von der Idee nicht ganz abgeneigt. Zum einen ist es immer lustig, Zeit mit den beiden zu verbringen, zum anderen, und viel wichtiger, war die Klimaanlage der Andrews unglaublich erfrischend.
Ich schrieb also auch meinem Vater, dass ich die Nacht hier verbringen würde:
„Hallo Papa, ich schlafe heute bei Bob. Wunder dich also nicht, dass ich nicht nach Hause komme"Dann kam auch Bob wieder in die Küche und räumte das Kartenset zusammen.
Als ich mein Handy beiseite legen wollte, fiel mir aber noch die Benachrichtigung auf Instagram auf: „Jahrmarkt in Rocky Beach! Nächstes Wochenende" stand es auf einem blauen Hintergrund geschrieben.
„Hey Jungs, wollen wir dahin? Das ist morgen" fragte ich und zeigte den anderen den Instagrambeitrag.„Ja! Da hab ich schon so lange Lust drauf"
Freute sich Bob auf eine kindliche Art.„Ich wäre von der Idee auch nicht ganz abgeneigt. Vielleicht erfahren wir dort etwas über unseren neuen Fall. Man weis ja nie, wer sich da so rumtreibt" schloss sich Justus der Meinung Bobs an.
Es war bereits 21 Uhr, als wir uns entschieden, Pizza beim Italiener zu bestellen. Wir entschieden uns für den Italiener die Straße runter, Gustavo's, der erst vor 2 Jahren nach Rocky Beach kam um sein Restaurant zu eröffnen. Man sagt ihm nach, er hätte den besten Käse und würde immer schnell und pünktlich liefern.
Justus und ich machten uns also auf den Weg die Straße runter. Wir liefen den Fußgängerweg entlang, der Kies knirschte unter unseren Flipflops während wir an den, beinahe ausgetrockneten Büschen und bunten Gebäuden vorbeiliefen. Zu unserer Rechten war eine Wiese, die mit einem Zaun versehen war, um kleine Kinder daran zu hindern, sie zu betreten.
Bob würde in der Zwischenzeit sein Zimmer aufräumen und die Luftmatratzen aufbauen, damit wir bei ihm übernachten
Können. Justus und ich redeten nicht über viel. Über Schule, die bevorstehend Sommerferien und was unsere Pläne wären. Für mich war eins klar: Ich werde surfen gehen. Sehr viel, sehr oft. Es ist einfach ein Gefühl von Freiheit, sich bei heißer Temperatur auf ein Brett zu stellen und über das kühle Wasser zu gleiten. Es hilft extrem dabei, mich zu konzentrieren. Genau wie laufen oder Fahrrad fahren. Ich liebe es, mich zu bewegen. Ein Bürojob ist nichts für mich. Genau deshalb ist Bob auch für Recherche und Archiv zuständig. Ich würde bei dem Job nur versauen.Ich erinnere mich noch genau, wie Justus mir vor all den Jahren Bob vorstellte. Wir waren damals 8 Jahre alt. Justus und ich waren für alles zu begeistern: Käfer, Steine, Brettspiele. Aber Detektive spielen hat uns immer am meisten Spaß gemacht. Eines Tages kam Justus mit einem Blonden Jungen zum Spielplatz. „Das ist Bob. Er ist neu und wollte mit uns spielen"
„Hallo, ich bin Peter" stellte ich mich vor, woraufhin Bob meine Hand schüttelte und Nervös ein „Bob" flüsterte.
Seither sind wir 3 die besten Freunde und es fühlt sich so an, als würde ich Bob genauso lange und genauso gut kennen wie ich Justus kenne.
Bob entwickelte schnell das Talent, jede Information aus dem Internet zu beschaffen.
Wir wollten wissen, wie spät es dunkel wird? Bob muss nur 5 Sekunden auf den Rechner schauen und konnte uns die genaue Uhrzeit sagen.
Mittelwelle können Justus und ich das auch. Aber damals war es einfach nur unglaublich, wie schnell Bob sowas herausfinden konnte.Dieses Talent besteht noch fort. Sodass Bob und in Null Komma Nichts Adressen, Namen, Grundrisse und Beziehungen nennen kann, die er nur nach einer kurzen Recherche ermitteln konnte.
Ich setzte mich auf eine Bank in der Pizzeria während Justus 2 mal Salami und eine Pizza Schinken bestellte. Im Fernsehen lief eine Sportschau, der ich gebannt folgte. Während wir auf unsere Pizza warteten, ergriff Just das Wort
„Ich wollte dich vorhin nicht verunsichern. Wegen der Sache mit Bob" sagte er und schaute mich an. Mein Blick richtete sich vom Fernseher rasch auf meine Füße. „War ja nur ein Spaß. Schon gut, erster" flüsterte ich nervös und wagte es nicht, Just in die Augen zu sehen.
„Wenn du wirklich was für Bob empfindest, dann kannst du mir das-"
Ich unterbrach ihn
„Ich habe Kelly. Und Kelly und ich sind glücklich. Erstens das. Zweitens bin ich weder schwul, noch bisexuell, noch irgendwas anderes. Und drittens: selbst wenn ich es wäre, würde ich ganz sicher nicht auf Bob stehen."
Haute ich genervt heraus. „Deine passive Art-""Was ist mit meiner passiven Art?" fragte ich genervt, aber gleichzeitig so, dass Just sofort erkannte, dass er nicht weiter reden sollte.
„Ach...nichts" sagte er nur und wir schwiegen uns für den Rest der Zeit an.
Als wir wieder bei Bob ankamen, legten wir die Pizza auf den Tisch im Wohnzimmer und ließen uns auf die Couch fallen. Während Justus und Bob Besteck und Getränke aus der Küche holten, schaltete ich schnell den Sportkanal an, um das Spiel, das in der Pizzeria lief, noch zu Ende schauen zu können, bevor die anderen beiden etwas anderes anschalten konnten.
Just kam, mit 3 Gläsern und einer Flasche Limonade sowie einer Flasche Orangensaft ins Zimmer und setzte sich auf den neuen Sessel der Andrews. Bob folgte ihm ins Zimmer, hielt 3 Gabeln in der einen und 3 Messer in der anderen Hand. Legte sie auf den Tisch und setzte sich neben mich.
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Die drei ??? Und der Fall der Liebe
FanfictionLiebe. Schwer zu fassen, schwerer zu verstehen und am Schwersten zu gestehen. Als Peter unfreiwillig mit der Frage der Liebe konfrontiert wird, beginnt nicht nur für ihn, sondern auch für Bob eine Reise voller Gefahren, Gefühlen, Emotionen, Neid und...