Story 15 - Geschwister

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Eddies Sichtweise (Herbst der 3. Klasse):

"Hey Seb, wollen wir nachher zusammen ein Eis essen gehen?", fragte ich meinen Bruder am Samstag Vormittag, als wir noch in unseren Betten lagen und lasen.

"Sorry Ed, aber ich hab nachher ein Date mit Mary.", antwortete er mir ohne seinen Kopf von seinem Buch abzuwenden.

"Hmm, ist schon okay.", antwortete ich. Kurze Zeit später ging ich aus dem Raum. Mary hier, Mary da, ich konnte es nicht mehr hören.

Es ist nicht so, als hätte ich ihn um seine Beziehung beneidet, aber es kotzte mich einfach an, dass er nur noch Augen für sie hatte und mich gar nicht mehr beachtete. Ich erwartete ja nicht, dass wir auf ewig jeden Moment zusammen verbrachten, aber das letzte Mal, dass wir etwas unternahmen, war im Sommer. 

In letzter Zeit blieb sogar Papa öfter über Nacht im Schloss und beschäftigte sich mit mir, weil er merkte, wie schlecht es mir ohne Sebbi ging. Ich verstand mich zwar auch mit einigen anderen Schülern, aber die meisten davon langweilten mich einfach nur. 

Aber es war Samstag und Papa war zuhause. Ich beschloss Koody einen Besuch abzustatten, als mir ein Mädchen entgegen kam. Ein hellblondes Slytherin Mädchen aus meiner Klassenstufe. Venia.

"Hey Ed, was hast du heute so vor? Es ist recht sonnig, wollen wir in Hogsmeade ein Eis essen gehen?", fragte sie mich und lächelte mich an.

Ich fand sie recht süß, und hin und wieder sprachen wir auch mal kurz miteinander, aber wir sahen uns aufgrund dessen, dass sie in Slytherin war, nicht sonderlich oft.

"Klar, aber ich geh vorher noch eben zu den Elfen. Willst du mitkommen?", sagte ich und lächelte zurück.

"Zu den Elfen? Meinst du die Hauselfen?", fragte sie mich und zog eine Augenbraue nach oben. "Ja, ich hab einige Elfenfreunde." "Aber es sind doch nur Hauselfen?" "Und?" "Sind die nicht nur als Diener gut?" "Okay, ich glaub wir sollten das mit dem Eis lassen, Venia. Sorry.", sagte ich und ging weiter.

"ED! Bitte warte! Es tut mir leid, ich kenne nur niemanden, der sich je mit Hauselfen angefreundet hat.", rief sie mir hinterher. Ich blieb kurz stehen, als Venia mir hinterher rannte.

"Es tut mir wirklich leid, aber in meiner Familie wurde mir von Kindesbeinen an eingeprügelt, dass Elfen nichts wert sind. Ich wusste nicht, dass es Zauberer gibt, die das anders sehen." "Gibt sogar einige, aber allen voran mein Vater." "Echt? Das wusste ich wirklich nicht. Ich wollte dich oder deine Freunde auch nicht beleidigen." "Willst du denn mitkommen?" "Soll ich?" "Wenn du bereit bist, die Elfen mit dir auf eine Stufe zu stellen, bist du gern eingeladen. Andernfalls nicht." "Ich werde es versuchen."

"Wenn du es nicht schaffst, brauchst du nie wieder mit mir zu reden." "Du hast strikte Prinzipien, Edvin." "Ich weiß. Meine Eltern haben immer sehr viel Wert darauf gelegt, dass ich zu meinen Prinzipien stehe. Deswegen bin ich da nicht kompromissbereit." "Das war keine Kritik. Ich mag es, wenn Menschen zu dem stehen, was sie sagen.", sagte sie sanft und lächelte mich an, "Aber wie gehe ich mit den Elfen am Besten um? Ich hab leider wirklich keine Erfahrung damit." "So wie du auch mit Menschen umgehst. Sei einfach freundlich und aufmerksam." "Okay. Ich schaffe das."

"Ist schon süß, wie du dich bemühst, nur um mit mir ein Eis essen zu gehen.", sagte ich und grinste sie an. Venia errötete etwas, während wir gemeinsam zur Hauselfenküche gingen.

"So, da sind wir. Folge mir einfach. Und wie gesagt, Hauselfen reden etwas seltsam, aber im Grunde genommen, sind sie einfach nur von Natur aus freundliche Mini-Magier.", sagte ich und lächelte ihr zu, als wir die Küche betraten. 

Zauberhafte Sommersprossen - KurzgeschichtenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt