Kapitel. 3

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"Yelena! Wie schön das du wach bist!"

, begrüßte Janson mich, und wenn ich es nicht gewusst hätte, dann hätte ich schwören können er meinte es ernst.

Super Schauspiel, Respekt.

"Wie geht es dir?"

Ich musste schlucken.

Alleine das er da war, nachdem er mir ein Mittel zum vergessen geben hatte, brachte in mir die Galle zum aufsteigen.

Von der Panik ganz zu schweigen, und dem Gedanken, das jedes Wort von mir gegen mich gerichtet werden könnte, und meinen Grabstein ziehen würde.

Eine Antwort musste ich jedoch über die Lippen bringen.
Ich räusperte mich, wobei ich erstmals merkte wie trocken mein Hals war, bevor ich mich ganz aufsetzte und somit Janson fast auf Augenhöhe war.

Super, dass ich noch immer diesen Schleier auf den Augen hatte, und nicht mehr erkennen konnte, als das er groß, schlank und unfreundlich war. Letzteres aber auch nur aus Erfahrung.

"M-meine Augen", brachte ich schließlich hervor. In diesem Punkt war es wohl nicht verkehrt, ehrlich zu sein. "Ich kann nicht richtig sehen"

Nicht richtig, war gut. Verschwommen, unklar, grotesk, traf es wohl besser.

Aber vor dem Mann traute ich mich nicht noch mehr Einzelteile zu sagen.

Dieser schien gerade wohl verstehend zu nicken, ehe er langsamen Schrittes zu mir kam.

Mit jedem Stück das er mir dabei näher kam versteifte ich mich, und betete das er nicht noch näher kommen würde.

Das tat er aber. Bis er schließlich direkt vor mir stand, und ich sein Gesicht hätte sehen können.

"Ich verstehe... Sie sehen auch seltsam aus, vermutlich wird sich das in den nächsten Tagen ändern. Sonstige Beschwerden?"

Dabei neigte er immer wieder den Kopf, wie um meine Augen besser sehen zu können. Ich dagegen konnte nur Stillhalten und still beten.

"Meine Schulter", krächzte ich.

Und erneut, er nickte mitfühlend, legte diesmal aber seine Hände auf die besagte Stelle, und tastete vorsichtig an ihr herum.

Erstaunlicherweise tat es auch nicht weh. Solange nicht, bis seine Finger zu meiner nackten Haut kamen, und ein brennen durch mich hindurch fuhr.

Ich zuckte nur kurz zusammen, und hoffe auch sofort, dass er es nicht bemerkt hatte.

Zu spät.

"Es ist ganz normal das es noch etwas weh tut. Die Wunde ist schließlich erst drei Tage alt."

Drei Tage?!

Und ich war gerade erst das dritte Mal wach! Für Janson natürlich das erste Mal.

"Dein Körper brauchte Zeit sich zu erholen, er war schwer angeschlagen.", erklärte er die lange Zeit auch gleich.

"Allerdings wirst du bald schon zu deinen Freunden können."

Mit seinen Worten stieg Vorfreude in mir auf. Ich hätte fast schon ein klitzekleines Lächeln zustande gebracht, wenn er nicht seine nächsten gesagt hätte.

"Vorerst musst du mir allerdings ein paar Fragen beantworten."

Somit schluckte ich die aufgestiegene Euphorie herunter und zwang mich zu einem Nicken. "Natürlich", brachte ich Stumpf über die Lippen.

Janson nahm meine gespielte Bereitschaft gut auf, denn er lächelte leicht, ehe er ein Stück zurück trat und mir somit endlich wieder Platz zum Atmen gab.

Breathe while you still can |¦| Maze Runner Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt