Als ich fertig war mit schreiben, hatte ich die Kündigung über Ezras Drucker schon einmal ausgedruckt, Ezra wollte allerdings noch liegen bleiben, weshalb ich sie noch nicht wegschicken konnte.
Schon eine ganze Weile strich ich nun durch seine Haare und Ezra hatte die Augen geschlossen. „Ich freu mich auf deine Kündigung. Dann hab ich dich ganz für mich." seufzte Ezra zufrieden. „Du weißt schon, dass ich mir dann einen neuen Job suchen muss?" lachte ich leicht verlegen.
„Warum denn?" brummte Ezra ein wenig verärgert, weshalb ich ihm leicht an den Haaren zog. „Soll ich den ganzen Tag hier auf dich warten oder was?" „Hm, ich muss weniger arbeiten." seufzte Ezra und verschränkte unsere Finger miteinander.
„Du bist wie ein kleines Baby." ärgerte ich ihn. Ich wollte immer noch meine Kündigung abschicken, aber Ezra schmollte lieber darüber, dass er arbeiten musste und deshalb nicht immer bei mir sein konnte. Nachdem ich das gesagt hatte schaute er mich ziemlich verärgert an, bis er meine Hand wieder an seine Wange schmiegte.
„Da musst du ab jetzt mit Leben." danach ließ er mich aufstehen und holte mir sogar einen Briefumschlag für meine Kündigung. Endlich war es soweit und ich konnte meine Kündigung einreichen, ohne wirklich zu wissen, was ich danach machen wollte.
„So bevor wir die jetzt zum Briefkasten bringen, muss ich erstmal meinen Chef anrufen und selber mit ihm reden." erklärte ich Ezra, der sich schon Schuhe anziehen gehen wollte.
Ich machte Anrufe zwar wirklich ungern, allerdings hinterließ es einen besseren Eindruck, wenn man sich vorab bereits persönlich bei seinem Chef meldete. Hinterher könnten sie sauer werden und könnten mir ein schlechtes Arbeitszeugnis rein drücken oder so.
Nervös rief ich also meinen Chef an und erklärte ihm meine Situation. Ich erzählte ihm, dass ich das Gefühl hatte, dass dieser Beruf mich zu sehr belastete, ich aber trotzdem dankbar für diese Chance war. Es war das übliche, was man seinem Chef wohl erzählen sollte, wenn man kündigte.
Zum Glück schien mein Chef sehr verständnisvoll zu sein, er fragte mich noch einige Sachen über meinen Gesundheitsstatus ab und danach war das Gespräch auch ziemlich schnell beendet. Ich seufzte zufrieden und steckte mein Handy in meine Tasche.
Als ich zur Garderobe kam, stand vor mir ein vermummter Ezra, der sich gerade noch eine Mütze aufsetzte. „Jetzt bist du doch viel auffälliger, als vorher." lachte ich, aber Ezra setzte auch mir eine Mütze auf. „Auffällig vielleicht, aber nicht identifizierbar. Wir werden ja auch nicht in die Innenstadt gehen, das ist viel zu riskant." erklärte er mir.
Danach wickelte er mir einen Schal um den Hals und verdeckte somit gleichzeitig meinen Mund und einen Teil meiner Nase. „Es ist nicht einmal Winter." überlegte ich laut, aber Ezra zuckte nur mit den Schultern. Er half mir weiter beim anziehen, danach konnten wir endlich los. Zumindest trug er selber eine medizinische Maske, die ein wenig gewöhnlicher wirkte.
Der Weg zum Briefkasten war nicht weit und ich konnte ziemlich schnell den Brief einwerfen. „Ich hoffe ich mach das Richtige." seufzte ich, woraufhin Ezra mir aufmunternd über den Kopf streichelte. „Du hast da jetzt so lange drauf hingearbeitet, vertrau auf dein Gefühl." sagte er und ging weiter.
Allerdings ging er nicht zurück zu sich Nachhause, wodurch ich verwirrt zu ihm aufschließen musste. „Wohin gehen wir?" „Lass dich überraschen." murmelte Ezra und schien sich ein wenig zu freuen. „Keine Angst, wir gehen nicht weit. Ich will nicht, dass du dich überanstrengst." fügte er noch hinzu.
Innerlich verfluchte ich mich immer noch dafür, dass ich so eingeschränkt in meinem Tuen war. Den einzigen Vorteil den es hatte war, dass Ezra immer sehr süß war, wenn er mir irgendwo mit helfen musste oder sich wie gerade um mich sorgte.
„Sag mal, ist das dein eigener Park oder so?" fragte ich, als wir vor dem kleinen Park standen, wo wir uns das zweite Mal getroffen hatten. „Wenn du es einen Park nennen möchtest, dann ja." schmunzelte Ezra und führte mich wieder einmal zu dem kleinen Häuschen.
Drinnen zog ich mir erstmal meine Jacke, die Mütze und den Schal aus, da es doch ein wenig zu warm dafür war. Immerhin bekam ich meine Jacke alleine aus und Ezra musste mir nicht auch noch dabei helfen.
Ezra führte mich weiter in ein kleines Wohnzimmer, welches ich bei meinem ersten Aufenthalt nicht gesehen hatte. Er erklärte mir, dass er uns etwas zu essen machen würde und ich hier warten könnte. „Du kochst gerne, kann das sein?" fragte ich ihn und setzte mich auf das Sofa. Woher hatte er immer so bequeme Sofas?
Ezra nickte „Wenn ich die Zeit dafür hab. Ich hoffe es schmeckt auch?" ich nickte nur zufrieden. „Du kannst dir auch das Haus in der Zeit angucken, wenn es dich interessiert. Ruf mich einfach, wenn etwas ist." schlug er mir vor und verabschiedete sich daraufhin in die Küche.
Eine weitere Haustour? Sehr gerne. War das hier eigentlich auch sein Haus oder gehörte es jemand anderem? Der Stil des Hauses überschnitt sich allerdings mit Ezras Haus, weshalb ich davon ausging, dass es sich hier auch um sein eigenes Haus handelte.
Da das Haus nicht sonderlich groß war, gab es auch nicht viel zu sehen. Ich fand noch ein Bad, eine Abstellkammer und das allerwichtigste ein Schlafzimmer. Das Schlafzimmer sah wirklich beeindruckend aus.
Es hatte ein großes Bett, was aus dem selben Holz war, wie die Schränke. Das wichtigste war aber das große Fenster vor dem Bett. Es war an dem Design alter Fenster angelehnt und man konnte raus in den Park schauen. Es zeigte genau auf die Stelle, welche Ezra mir einmal gezeigt hatte, als wir den Sonnenuntergang beobachtet hatten.
Zur Zeit war es allerdings noch Nachmittags, trotzdem fesselte mich der Anblick für eine gewisse Zeit. Hier schlafen zu können müsste ein Traum sein. Vielleicht könnte ich Ezra ja einmal fragen...
Ich verwarf den Gedanken erstmals und ging zurück ins Wohnzimmer, um mich hinzusetzten. Wenn der Streifschuss nicht an meiner Taille sein würde, dann würde die Wunde viel schneller heilen. Aber durch die ständigen Bewegungen konnte die Wunde einfach nicht vernünftig heilen.
Da hatte ich schon mehr Geduld mit meiner Schulter, obwohl es da nicht bloß ein Streifschuss war. Aber auch sie würde noch eine Weile brauchen, bis sie komplett abgeheilt sein würde.
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Ein Leben ohne Gesetze (BoyxBoy)
Short StoryMarlon ist Polizist und gerät eines Tages zufällig in eine Geiselübergabe. Dort trifft er auf einen gesuchten Schwerverbrecher, welcher ein gewisses Interesse an ihm pflegt. Gleichzeitig ist er einer der wenigen Menschen, die ihn selber nicht nur al...