-Erwins Sicht-
Während Mike in meinen Armen lag, blickte ich zu den Regalen, in denen die Bücher meines Vaters standen. Ich hatte beinahe alle von ihnen gelesen - sie lesen müssen. Es war ein seltsamen Gefühl, in seinem Zimmer zu knien und Mike in meinen Armen zu halten. Es fühlte sich so an, als würde ich etwas Verbotenes tun, obwohl das, was ich tat, etwas völlig normales war.
,,Wirst du den Ring ablegen?", fragte ich, nachdem Mike keine Reaktion gezeigt hatte. Er sah mir in die Augen und versuchte meinen Worten eine Bedeutung zuzuordnen. ,,Was bedeutet das für uns, wenn ich diesen Ring trage?", hakte Mike nach, ohne auf meine Frage einzugehen.
,,Was möchtest du denn, dass es bedeutet?" Auch ich stellte ihm eine Gegenfrage. Ich wollte wissen, was Mike darüber dachte, bevor ich etwas sagte, das ihn dazu verleiten könnte, den Ring abzulegen. ,,Dass wir eine richtige Beziehung führen. Dass ich dein Partner bin und du nur Augen für mich hast", antwortete Mike, woraufhin ich schmunzelte.
,,Ich werde nicht daran denken, einen anderen Mann anzusehen", sagte ich und streichelte seine Wange. Mike hatte mit keinem Mann geschlafen, seitdem wir zusammen lebten - Er hatte dabei zusehen müssen, wie ich es mit anderen Männern getrieben hatte. ,,Was möchtest du noch?", fragte ich. Mike senkte seinen Blick und ich ahnte, dass das nichts Gutes bedeuten konnte.
,,Ich habe eine sehr schlimme Ehe hinter mir, Erwin", begann Mike, während seine Fingerspitzen mich sanft berührten. Er würde diesen Ring nicht tragen - Er hatte immer noch nicht mit seinem Ex-Mann abschließen können. ,,Ich wünschte, ich könnte dir all das geben, wozu er nicht bereit war", erwiderte ich.
Er wollte eine Familie. Ein kleines Kind und einen Parnter, der dazu bereit war, dieses Kind großzuziehen und zu lieben. Selbst wenn es bedeuten würde, Mike zu verlieren, würde ich kein Vater werden wollen.
,,Du weißt, dass du der einzige Mann bist, für den ich auf die Knie gehen werde", sagte ich und sah meinem Gegenüber in die Augen. Ich wollte diesen Mann; ich wollte Mike so sehr, dass es beinahe schon schmerzte. ,,Ich trage mit Stolz Narben von dir auf meiner Haut", ergänzte ich noch.
Mike berührte meine Brust, über die sich eine tiefe Strieme zog. Während seine Hand unter mein Hemd fuhr, um die Narbe spüren zu können, blickte er mir in die Augen.
,,Du versorgst deine Narben nicht", hauchte Mike gegen meine Lippen. Ich umfasste sein Handgelenkt und zog ihn näher zu mir. ,,Ich möchte nicht, dass die Narben verblassen", erklärte ich ihm. Mikes Wangen wurden rot und er blickte zu Boden. Dann ließ ich sein Handgelenk los und nahm seine Hand in die meine.
,,Leg den Ring ab, aber trage ihn immer bei dir. Und wenn du bereit dazu bist, jemand anderen in dein Leben zu lassen, dann lass bitte mich derjenige sein. Lass mich auf die Knie gehen und dir erneut diesen Ring anstecken", sagte ich.
,,Ich bin es nicht gewohnt, dich betteln zu hören. Normalerweise bin ich derjenige, der auf den Knien bettelt", hauchte Mike, woraufhin ich lachte. Mike presste seine Lippen aufeinander. ,,Ich habe unser Kind für dich aufgegeben... selbst wenn ich den Ring nicht trage, werde ich nicht von deiner Seite weichen."
Meine Gesichtszüge wurden mit einem Mal weicher. Ich lehnte mich gegen den Schreibtisch meines Vaters und zog Mike zwischen meinen Beinen in meine Arme. Ich fühlte mich schwach. Mich daran zu erinnern, wie mein Vater mir in diesem Zimmer erklärt hatte, dass das, was ich für Mike empfand, eine Sünde sei, fühlte sich grausam an.
,,Ich habe mich als Kind nie geliebt gefühlt", flüsterte ich gegen Mikes Haar, ,,deshalb weiß ich nicht, was es bedeutet, jemand anderem dieses Gefühl zu vermitteln. Ich kann und werde dir nicht versprechen, dich gut zu behandeln, wenn du dich dazu entscheidest, an meiner Seite zu bleiben, Mike."
,,Du kaufst mir teure Geschenke, verbringst Zeit mit mir. Du hast angefangen, mich in dein Privatleben miteinzubeziehen und zu küssen...", zählte Mike auf, doch ich wusste, dass ich trotzallem niemand war, den man als Partner wählen sollte. Wenn es sein musste, würde ich Mike erneut in seinen Entscheidungen beeinflussen, damit er bei mir blieb.
,,Wenn du mit deinem Ex-Mann damals in einer gesunden Beziehung gewesen wärst, würdest du nicht hier in meinen Armen liegen, Mike. Mein engster Freund hat mir so oft an den Kopf geworfen, nicht dazu fähig zu sein, eine Beziehung zu führen. Ich gebe es ungern zu, aber er hat Recht. Levi kennt mich lang genug, um das beurteilen zu können."
,,Er trägt Eren auf seinen Händen", sagte Mike. Und wie er das tat. Levi liebte diesen Mann mehr als alles andere. Er liebte ihn so sehr, dass er sein eigenes Leben aufgeben würde, nur um ihn zu retten. Das war nicht das, was ich für Mike empfand. ,,Ich wünsche mir auch so jemanden, Erwin", setzte er noch an.
,,Ich kann dir das nicht geben."
,,Selbst wenn du mir all die schlimmen Dinge antun würdest, die er mir angetan hat, könnte ich dich nicht verlassen, Erwin. Es tut mir leid." Ich hatte ihm gesagt, dass er sich nicht alles gefallen lassen und für sich einstehen sollte. Mike würde das nicht tun. Wenn er mich nicht verlassen konnte und ich ihn bei mir wissen wollte, dann sollte das so sein. Er sollte bei mir bleiben.
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Nothing more than... [ErwinxMike]
أدب الهواةErwin Smith ist ein erfolgreicher Unternehmer, der spezielle Interessen hat. Er ist in der BDSM-Szene tätig und sieht in Mike Zakarius seinen neuen Sub. Erwin findet an diesem Mann sofort Gefallen und lädt ihn bei der nächsten Gelegenheit zu sich ei...