Story 36 - Nachwuchs

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Garreths Sichtweise (Anfang 1913): 

Freitag. Endlich Wochenende und die Ruhe genießen. Ich apparierte nach Hause, und begrüßte meine beiden Lieblinge, doch sie sahen nicht sonderlich glücklich aus. 

Gerade als ich nachfragen wollte, riss jemand die Tür auf. Eddie und Venia kamen hereingerannt. "LEUTE!! VENIA UND ICH KRIEGEN EIN BABY! MEINE VENIA IST SCHWANGER!", rief er laut und freudig. 

Ein Baby? Klar, der Junge ist erwachsen geworden. Fühlt sich trotzdem so an, als wäre es erst kurze Zeit her, als Caelie und ich die Zwillinge erwarteten. Ein Schmunzeln kam mir ins Gesicht. Beide sahen so glücklich aus, doch als ich zu Caelie und Sebastian sah, guckten die beiden eher schockiert. 

"Das ist wundervoll.", sagte ich lächelnd und umarmte beide, als ich Caelie laut aufheulen hörte. Blitzschnell drehte ich mich wieder um, und sah, dass Sebastian sie bereits im Arm hatte.

"Warum weinst du?", fragte ich, doch Caelie sagte nichts und setzte sich einfach auf das Sofa. Eddie und Venia sahen mich genauso verwirrt an, wie ich sie. 

"Garreth, nicht nur Venia ist schwanger.", sagte Sebastian und sah mich etwas besorgt an. 

Ich zeigte nur fragend mit dem Finger auf Caelie, als Sebastian anfing zu nicken. Mir und den beiden jüngeren blieb der Mund offen stehen. 

Ich war inzwischen 38 Jahre alt, hatte mehr graue Haare, als mir lieb war, und steckte Hals über Kopf in der Organisation der Schule und meines Unterrichts fest, und trotzdem, füllte sich mein Körper im Bruchteil einer Sekunde mit Liebe und Freude. 

"Das ist fantastisch.", sagte ich und konnte mir ein breites Lächeln nicht verkneifen. "Ich krieg die Bäckerei allein nicht geschmissen.", sagte Sebastian und sah mich traurig an. 

Klar, deswegen machten sie sich Sorgen. Die Bäckerei lief immer noch wunderbar, und die beiden machten fast so viele Einnahmen, wie ich verdiente. 

Venia setzte sich zu Caelie und lehnte sich an sie, "Dann stellt doch jemanden ein.", schlug sie vor. 

"Das ist leichter gesagt als getan. Wir hatten schon überlegt, einen zweiten Laden zu eröffnen, aber geeignetes Personal ist rar. Immerhin können wir keine Muggel einstellen." "Oh, das stimmt. Da hab ich nicht dran gedacht."

"Ich überleg mir was. Im schlimmsten Fall muss ich mich halt um die Teige kümmern, bevor ich zur Arbeit gehe." "NEIN!", schrie Caelie plötzlich, "Garreth, nein. Du kannst nicht noch mehr arbeiten!" "Was soll ich denn sonst machen? Soll ich dabei zu sehen, wie ihr euch den Kopf zerbrecht?"  "Ich weiß es nicht, aber du kannst nicht noch mehr arbeiten."

"Sonst können wir halt nur noch drei Tage die Woche öffnen. So habe ich immer einen Tag zum Vorbereiten, und einen zum Verkauf.", schlug Sebastian vor. "Das ist eine gute Idee. Kannst du damit leben, meine Schönheit?", fragte ich, beugte mich über sie und küsste ihren Kopf. 

Sie nickte leicht. Ich richtete mich wieder auf, und sah zu Eddie, der mich mit dem gleichen Stolz ansah wie ich ihn. Gleichzeitig nahmen wir uns in die Arme. Eddie war fast genauso groß wie ich. Seltsames Gefühl, vor gefühlt ein paar Wochen war er erst zehn Jahre alt. Langsam gingen wir zu Sebastian und schlossen ihn in unsere Umarmung ein. 

"Wir werden Väter.", flüsterte Eddie freudig, als Caelie wieder zu weinen begann. Ich ließ die anderen beiden los und kniete mich vor sie. 

"Was beschäftigt dich denn noch?", fragte ich und sah sie ehrlich verwirrt an. Eigentlich war doch alles in Ordnung?

"Es war so schön ruhig zuhause.", schluchzte sie laut. "Wir können uns doch abwechseln. Mal passt du auf mein Kind mit auf, und mal passe ich auf deins auf. So habt ihr zwar nicht dauerhaft Ruhe, aber immerhin etwas.", sagte Venia und legte Caelie eine Hand auf den Bauch. 

Zauberhafte Sommersprossen - KurzgeschichtenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt