Der Mond strahlte hell und rund am Himmel. Sie schloss die Augen und genoss seine zarten Berührungen auf ihrer nackten Haut. Ein leichtes Lächeln schlich sich auf ihre Lippen dabei. Bei ihm fühlte sie sich wohl, bei ihm fühlte sie sich geborgen und angekommen. Sie strahlte mit ihm um die Wette, hatte sie das Gefühl und als sie ihre Augen öffnete, sah sie, dass sie nicht nur das Gefühl hatte, dem Vollmond Konkurrenz zu machen. Erstaunt hob sie ihre Hand. Wie weiß sie aussah und ja, sie strahlte. Ihre Haut leuchtete in den Farben des Mondes. Glücklich grinsend drehte sie sich auf der Lichtung um ihre eigene Achse und lachte ein glockenhelles klares Lachen, welches sie noch nie zuvor von sich gehört hatte. Ihr schwarzes Kleid mit den weißen Akzenten, welche sich wie Sternenstaub über es legten, flatterte im Wind, den sie selber erzeugte, wenn sie sich um sich selber drehte. "Mondmädchen.. Mooondmääädcheeen." Sofort hielt sie inne und blieb starr. Ihr war klar, dass sie mit "Mondmädchen" gemeint war, was ihr mehr Gänsehaut verschaffte, als die Stimme selber, die nicht gerade einladend und freundlich zu sein schien. Ihre Augen huschten durch den Wald, der sich vor ihr erstreckte, immer noch starr und vor Schreck, als sie plötzlich starke Arme um sie spürte und sie zusammenzuckte. Der einzige Gedanke war, dass das ihr Ende sei. Nichts anderes ging ihr durch den Kopf und sie schloss ehrfürchtig ihre Augen. "Keine Angst, Mondmädchen. Ich beschütze dich." Die Stimme kannte sie. Sofort beruhigte sie sich, ihr Herzschlag verlangsamte sich wieder und sie wiegte sich in Sicherheit. "Was war das?", wisperte sie. "Ich weiß es nicht, aber sieh mich an." Sie drehte sich in seinen Armen um und blickte dem Braunhaarigen ins Gesicht. Er lächelte leicht. "Hör mir zu und befolge meinen Rat, dann wird dir nichts passieren." Sie nickte. "Wach auf." "Was?" Total perplex starrte sie ihn an. "Wach auf." "Ich bin doch wach." "Wach auf, Luna!"
Erschrocken riss sie die Augen auf und blickte in ein anderes Gesicht, nicht das von Gwaine, Gaius' Gesicht sah sie streng an. "Hast du die Nacht nicht geschlafen?" "Nur schlecht, tut mir Leid", murmelte sie und rieb sich die Augen. "Brauchst du nachts einen Schlaftrank?" Er zog eine Augenbraue hoch und drehte sich sofort von ihr weg, um sich im Raum umzuschauen und nach einem dieser Schlaftränke zu schauen. Doch sie schüttelte den Kopf. "Nein, danke, Gaius. Ich kann auch ohne einen Schlaftrank schlafen. Nur an manchen Tagen ist das nicht möglich. Vollmond." Sie stand von der Bank auf, auf der sie gesessen hatte. Er drehte sich wieder zu ihr und nickte bedenklich. "Davon hab ich auch schon mal gehört und gelesen. Vor allem Personen, die eine starke Verbindung zum Mond spüren, können an Vollmond nicht schlafen." Sie erstarrte in ihrer Bewegung. "Ich kenne dein Geheimnis, Mondmädchen." Schlagartig drehte sie sich um und sah ihn mit großen Augen an. "Ich weiß alles von dir. Vor mir ist kein Geheimnis sicher." Seine Stimme änderte sich abrupt in die gleiche Stimme, wie im Traum zuvor. Ihr Herz fing an schneller zu schlagen und langsam wich sie erschrocken ein paar Schritte zurück. Ein gruseliges Grinsen schlich sich auf Gaius' Gesicht. Als plötzlich die Tür aufsprang, wäre sie vor Schreck fast an der Decke gehangen. Auch Gaius schien erschrocken zu sein, sein Grinsen war einem entsetzten Blick gewichen, als er sah, wer in der Tür stand. Sie hingegen war erleichtert ihn und sein Grinsen zu sehen. "Keine Angst, Mondmädchen. Ich werde dich weiterhin beschützen, wenn du nicht aufwachst." Sie verzog wieder das Gesicht zu einer verwirrten Miene. "Aber ich bin doch aufgewacht!" "Ich würde nicht sagen, dass ein Gaius, der plötzlich bedrohlich wird und seine Stimme wechselt, der Realität entspricht, wenn Gaius noch nicht einmal hier ist." Stirnrunzelnd sah sie wieder dorthin, wo Gaius stand. Auch Gaius sah erst ihn, dann mich stirnrunzelnd an. "Aber da steht er doch!" Er lachte leicht, als alles um sie herum zu verschwimmen schien. "Hier steht nirgendwo jemand. Wir zwei sind hier alleine." Um sie herum wurde alles grün und plötzlich saß sie an einen Baum gelehnt auf dem Boden, direkt neben ihr Gwaine.
Endgültig schlug sie ihre Augen auf und erschrak leicht, als sie Gwaines Lachen wieder hörte. "Na? Auch endlich mal wach?" Sie rieb sich die Augen und sah verschlafen zu ihm. "Was...?" Er grinste bloß breit. "Wieso bist du hier...?", murmelte sie, gähnte und streckte sich erst einmal ausgiebig. "Ich war wieder auf Patrouille und hab dann dich hier schlafen gesehen, ich konnte nicht widerstehen, ich musste dir einfach zu hören, was du vor dich hingemurmelt hast." Erschrocken riss sie die Augen auf. "Ich hab im Schlaf gesprochen?!" Sofort war sie hellwach und merkte, wie ihre Wangen anfingen zu glühen, was darauf schließen ließ, dass sie rot anlief. Er nickte breit grinsend. "Klang ziemlich interessant." "W-was hab ich denn gesagt?" "Erst irgendwas von einer Stimme, die dir Angst eingejagt hat, dann irgendwie von Gaius und wie er seine Stimme geändert hat und dann die gleich klang wie die Stimme vorher. Und irgendwas, dass du bei Vollmond nicht schlafen kannst." Er ließ ein leises Lachen seinen Stimmbändern entweichen. "Was irgendwie zu deinem Namen passt, meinst du nicht? Luna heißt doch Mond, hab ich recht?" Sie nickte leicht und sah ihm in die Augen, während er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht strich. "Und hab ich sonst noch irgendetwas gesagt?", fragte sie leise, Angst irgendetwas falsches gesagt zu haben, was sie in Schwierigkeiten bringen könnte. "Nein, du hast mir nur auf das geantwortet, was ich zu dir gesagt habe." Wieder stahl sich ein Grinsen auf seine Lippen. "Und da du sichtlich Angst hattest, hab ich dich in den Arm genommen und, naja, gesagt, dass ich dich beschütze." Sie lächelte. "Das hab ich mitbekommen." "Und hat es denn irgendwie geholfen?" Sein Grinsen wurde breiter. "Ohja, bei so einem starken und gut aussehendem Kerl, wie dir, muss man sich doch einfach sicher fühlen." Sie fing auch an zu grinsen. Er lachte leicht. "Das hast du doch jetzt nicht ernst gemeint, oder?" "Hm... Was wenn doch?" Sie zog herausfordernd ihre Augenbrauen hoch. "Dann verlange ich von dir, dass du mit mir heute Abend zum Fest kommst." "Und was hat das jetzt damit zu tun?", fragte sie lachend. "Nichts, aber ich würde dich heute Abend gerne wiedersehen." Wieder stahl sich ein Grinsen auf seine Lippen. "Ich geh mit Merlin schon dorthin. Tut mir Leid." Sie stand auf und streckte sich, bückte sich dann aber wieder, um eine Tasche voller Kräuter, welche sie für Gaius gesucht hatte, und ein Buch, mit dessen Hilfe sie die Kräuter versucht hatte, zu identifizieren, vom Boden aufzuheben. "Wie willst du mit Arthurs Diener zu einem Fest gehen, bei dem er aller Hand zu tun hat?" Auch Gwaine stand auf und klopfte sich den Dreck von der Hose. "Indem ich dorthin gehe, mich zu Gaius setze und Merlin still und heimlich amüsiert auslache. So still und heimlich, dass nicht einmal ich es mitbekommen werde." Sie warf sich die Tasche über die Schulter, sah dann, kurz bevor sie verschwand, zu Gwaine und fragte ihn: "Aber wie sollte jemand wie ich mit einem Ritter zu solch einem Fest gehen?"
"Samhain..", fing er zögernd an. "In dieser Jahreszeit fühlen wir uns mit den Geistern unserer Vorfahren am engsten verbunden. Die Zeit, in der wir uns deren erinnern, die wir verloren haben, und ihr Andenken hochhalten." Ihr Blick fiel auf Merlin, der auf der anderen Seite des Raumes stand, auch seinen Blick zu ihr wandern ließ und ihr aufmunternd zu lächelte, während sie zwischen all diesen Fremden saß. Sie lächelte leicht zurück, kurz danach sahen wieder beide zu Prinz Arthur, der gerade seine Rede mit einem "Auf den König." endete und sein Weinbecher in die Höhe hieb. Alle standen auf und erwiderten ein "Auf den König!", während sie die Becher klirren ließen. Mit großen Augen sah sie zu Merlin, der sie amüsant lächelnd fixierte und ihr dann durch ein leichtes Kopfnicken deutete, dass sie auch aufstehen sollte. Schnell stand auch sie auf, während ein paar andere Augenpaare sie schon ansahen und sich wahrscheinlich darüber aufregten, welch Balg sich hier zu geschlichen hatte. Ihre Wangen fingen an zu glühen, sodass sie wusste, dass diese rot angelaufen waren. Schnell warf sie ihren Blick Gaius zu, mit welchem sie gleich darauf auch anstoß, während sie versuchte, ein flaues Magengefühl zu unterdrücken, welches sie nur überkam, wenn Merlin in Schwierigkeiten steckte oder es ihm nicht gut ging. Sie war sich sicher, dass es diesmal von etwas anderem kommen musste, denn Merlin hatte bis vor einer Sekunde noch fröhlich gewirkt, außerdem hätte er sich hier in keinerlei Schwierigkeiten verwickeln können, das wäre schon längst aufgefallen. Sie trank einen Schluck aus dem Weinbecher, doch als das Gefühl immer noch nicht verschwand, warf sie einen harschen Blick zu Merlin, der sofort einem verwirrten Blick schwand. Merlin blickte starr auf einen Punkt in mitten der Tische, schien das laute Gelächter und Gemurmel nicht mehr mitzubekommen. Er wirkte bleich, viel bleicher als sonst und sein Lächeln war längst verklungen. Gerade als sie Gaius, der neben ihr wieder Platz nehmen wollte, auf Merlin aufmerksam machen wollte, drehten sich seine Augen in seine Augenhöhlen und ehe sie sich versehen konnte, war Merlin auch schon mit einem lauten Klirren, das nur vom Fallen des Weinkrugs verursacht werden konnte, umgekippt.
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Heartful of courage [Merlin FF]
FantasySie grinste leicht, während sie einen Pfeil aus dem Köcher nahm und ihren Bogen in die richtige Position brachte. Der Braunhaarige ritt los. Erst langsam, dann immer schneller. Sie blieb ruhig, zielte und schoss. Als sein Pferd stehen blieb, grinste...