Nachdem wir den Volltrunkenen endlich im RTW haben, macht sich Alex sofort dran und will Lennox das T-Shirt nach oben ziehen. Dieser hat aber etwas dagegen und drückt die Hände des Notarztes weg. So fest scheint er also doch nicht zu schlafen.
"Lennox, ich will nur schauen, ob du noch weitere Verletzungen hast und wir sollten dich an einen Monitor anschließen, um dich besser überwachen zu können!", erklärt Alex sein Vorhaben, um seinen Patienten etwas zu besänftigen und zur Mitarbeit zu animieren. "Nein!", blafft unser Kollege sofort los und legt einen bitterbösen Blick auf.
Ich verstehe nicht so ganz, was für ein Problem unser junger Kollege jetzt genau hat und versuche, mit beruhigenden Worten zu ihm durchzudringen. Als ich jedoch meine Hand auf seine Schulter lege, wird er leicht panisch und schiebt diese ebenfalls von seinem Körper: "Kannich nahause? Ich willnich hier sein!" Ich erhebe meine Hände sofort in die Luft, damit er sich wieder beruhigt und uns hoffentlich nicht wieder mit einer Panikattacke, wie in der KaS, überrascht: "Hey, beruhig dich. Wir wollen dir nichts böses! Alex möchte dir doch nur helfen!" "Nein!" Lennox versucht sich aufzurichten, doch Alex drückt ihn sofort mit einer Hand gegen seine Brust wieder nach unten.
Die Atmung unseres Betrunkenen beschleunigt sich, während er panisch umherschaut und immer wieder fest die Augen zusammenpresst, als wenn er nicht richtig sehen könnte.
"Lennox, du musst dich beruhigen. Komm schon, ganz langsam und tief einatmen!" Alex' Stimmlage hat sich jetzt in eine noch strengere verwandelt und sein Blick liegt eindringlich auf unserem Kollegen.
Neben mir öffnet sich die Seitentüre und zu meiner Überraschung gesellt sich Tom zu uns dazu: "Hey, gibt's Probleme?"
"Wo kommst du denn jetzt her?", ich hätte jetzt eher mit Paul oder einem Sani gerechnet, aber nicht mit Herrn Mayer. "Nachher... Was ist mit Lennox los?" "Der hat sich komplett wegbetoniert und möchte jetzt nicht so richtig den Anweisungen unseres Notarzt folgen. Er möchte lieber nach Hause!", erklärt Franco, der in unmittelbarer Nähe steht, für den Fall, dass Lennox anders reagiert als erwartet. Bei Betrunkenen weiß man eben nie, ob sie aus heiterem Himmel die Fäuste schwingen und jeden, sei es Feind oder Freund, aus dem Weg räumen wollen."Hätte ich nicht von dem Burschen erwartet..." Tom ist sehr verwundert über die aufgekommene Situation und schiebt mich ein Stück zur Seite, um direkt neben Lennox' Kopf stehen zu können: "Hi Lennox. Ich bin's, Tom! Erkennst du mich?" Der Angesprochene hat anscheinend gerade mit seiner Müdigkeit zu kämpfen, denn er fährt sich immer wieder durch sein Gesicht und verdreht ab und zu ungewollt die Augen. "Schlaf doch ein bisschen, okay? Wir passen auf, das nichts passiert!" Herr Mayer legt seine Handfläche auf die Augen unseres Kollegen, worauf dieser noch ein paar unkoordinierte Versuche unternimmt, Tom's Hand von seinem Gesicht zu entfernen. Da die Treffsicherheit und auch die Kraft sehr zu wünschen übrig lassen, gibt er irgendwann auf und wird ganz ruhig.
Nach ein paar Minuten nimmt Tom seine Hand wieder zu sich und wir stellen zufrieden fest, dass der Herr endlich eingeschlafen ist.
"Gute Arbeit! Ich hatte schon Sorge, dass ich ihm Beruhigungsmittel verabreichen muss. Das mache ich bei so einer stark alkoholisierten Person wirklich nur in äußersten Notfällen!", der Notarzt nimmt nebenher die Kleiderschere von Franco entgegen und schneidet Lennox' T-Shirt auf, damit er nach weiteren Verletzungen suchen kann. Als der Stoff von dem Oberkörper entfernt ist, staunen wir nicht schlecht. Uns stechen viele Blutergüsse in unterschiedlichen Farben und Größen entgegen. Das sind aber nicht nur die, die Oli noch vor ein paar Tagen entdeckt hat, sondern auch ein paar neue. "Herrgott, was ist denn da los?", ich bin zutiefst schockiert über die neue farbliche Veränderung unseres Kollegen und schaue Tom ins Gesicht, der den geschundenen Oberkörper genauer mustert. Er hatte bisher noch keinen Blick auf den körperlichen Picasso werfen können und sieht das alles zum ersten Mal.
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Hinter verschlossenen Türen; Die verborgene Realität
FanfictionEin neuer Kollege, der durch einen Versetzungsantrag auf das Revier unter Klaus Wiebel's Leitung gelangt, wirft einige Fragen bei Tom und Marc auf. Dass er anfänglich etwas schüchtern ist, stempeln die Polizisten als normal ab. Als allerdings mit de...