𝕂𝕒𝕡𝕚𝕥𝕖𝕝 4

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Im Schneidersitz saß Isabelle auf der Couch. Vor ihr lagen mehr als nur genug zerknüllte Taschentücher und sie sah dabei zu, wie Katja ihr irgendwas Alkoholisches in ein Glas schüttete. »Wie konnte er mir nur so etwas antun?« , schniefte sie.

Die sonst viel plappernde Blondine setzte sich neben sie und nahm ihre Freundin stumm in den Arm. Wenn ihr schon keine Worte einfielen, wollte sie ihr wenigstens so ein wenig Trost spenden.

Nia und Robin wurden eben bereits ins Zimmer geschickt. Ihr eigener Sohn hatte es eher schweigsam verfolgt, während die Tochter des Hauses stets aufs Neue sagte, das alles wieder gut werden würde. Dass Dag die andere Frau nicht lieben würde und das er bald wiederkäme.

Katja empfand dies nicht als die richtigen Worte, die Isabelle hören sollte. Dag war schließlich nicht von sich aus gegangen, geschweige denn das er von sich aus gebeichtet hatte. Ihre Freundin musste es auf eine schmerzliche Art und Weise erfahren. Es war ihre Entscheidung gewesen, Dag sofort nach draußen zu befördern. Manche Dinge konnte man halt nicht verzeihen. Besagtes konnte kein Ausrutscher gewesen sein, so wie man es meist bezeichnete. Ihr Mann hatte dieses Verhältnis mit der anderen Frau eine längere Zeit aktiv vollzogen.

»Er war doch tatsächlich mit ihr in unserem Urlaub. Ich hab' da schon dieses seltsame Gefühl gehabt, aber konnte es nicht deuten.« , schluchze Isabelle weiter. »Dieses beschissene Foto, was er hochgeladen hatte, wo er breitbeinig im Bademantel sitzt, das hat sie gemacht. Sie war das. Ich will mir gar nicht ausmalen, was er davor oder danach mit ihr ...«

»Dann hör auf, darüber nachzudenken.« Katja bemerkte selbst, dass sie dies ein wenig streng von sich gegeben hatte, allerdings war ihr auch klar, dass man Isabelle gelegentlich so gegenüber treten musste.

»Kann ich aber nicht. Da ist ein Bild, was sie ihm geschickt hatte, wo sie ihm ihre neue Unterwäsche präsentiert hatte.« , sagte sie. »Man sieht nur ihren Körper in eindeutigen Posen, und er hatte daraufhin geschrieben, er könne es kaum erwarten, ihr diese später mit den Zähnen auszuziehen.« Isabelle zog die Nase hoch. »Mein Mann Katja. Mein Mann.« Sie schlug sich dabei mit der Hand auf die Brust.

»Es wird nicht besser, wenn du weiter darüber nachdenkst.«

»Ich hab' nicht mal ein Gesicht vor mir. Nur ihren Körper.«

»Süße, hör' jetzt auf.« , ermahnte Katja sie, doch wurde nicht erhört.

»Ist sie blond? Brünett? Hat sie rote Haare?« , sprach diese weiter. »Mein Kopf projiziert andauernd irgendeine Frau ohne Gesicht, die meinen Mann angesehen hat, während er ihre Unterwäsche ausgezogen hat. Mit den Zähnen.« Isabelle griff nach dem Glas und nahm einen kräftigen Schluck. »Weißt du, was sie als Profilbild hat?!« , fragte sie und redete umstandslos sofort weiter. »Seine beschissene tätowierte Hand auf ihren Oberschenkel.«

»Ich glaube, sie hat dunkle Haare.« , gab Katja von sich, weil sie immer mehr bemerkte, dass ihre Freundin, auch wenn es sie verletzte, dringend Antworten gebrauchte. Sie musste einen Ausgang aus diesem Labyrinth finden, wo sie momentan in tiefster Schwärze unterwegs war. Ein wenig Licht wurde sozusagen benötigt, damit sie dort alleine rausfinden konnte. Kein positives Licht, wenn man es genau betrachtete, aber wichtig war nur der Weg aus diesem Irrgarten heraus.

»Was?« Isabelles Augenbrauen zogen sich zusammen, nachdem ihr Kopf sich zur Seite gedreht hatte, und sie Katja nun genauestens visierte. »Wie kommst du darauf?«

»Ich ... ich ... ich hab' ihn einmal mit einer Dunkelhaarigen gesehen.« , gestand sie. »Ich bin direkt hin, als ich ... na, als ich gesehen hatte, wie er an ihrem Eis geleckt hatte. Auf dem Weg dahin, hat sie ein Selfie mit ihm gemacht und ist auch eilig verschwunden. Nachdem ich bei ihm angekommen war, beteuerte er, sie wäre nur ein Fan gewesen, und ...«

Ich brauch dir nicht zu erklären wie schön das wär' so für immer BAND 3Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt