𝕂𝕒𝕡𝕚𝕥𝕖𝕝 8

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»Ich will ihn nicht in Schutz nehmen Isabelle, aber ... manche Ereignisse im Leben hält auch die beste Beziehung nicht aus. Da kann die Liebe noch so stark sein.« Çan saß mit ihr im Büro ihrer gemeinsamen Einrichtung.

»Ich hasse ihn. Er hat alles kaputtgemacht. Du weißt, wie viel Anstrengung und Liebe ich hineingesetzt habe, mein altes Zimmer wieder herzurichten, und ... hinterrücks hat er mich die ganze Zeit über betrogen.« , sagte sie. »Er hat uns zerstört damit. Ich werde ihm das niemals verzeihen, dass er mir so etwas antut, nachdem ich mein Kind begraben habe. Wenn ich ihn ansehe ... ich sehe nicht mehr den Mann, in den ich mich damals verliebt habe.«

»Ich weiß, was du meinst. Es tut extrem weh, wenn der Mensch der dir am nächsten steht, dich auf so eine Art und Weise hintergeht.«

»Weh ist kein Ausdruck dafür. Er hat mir auf die schlimmste Art wehgetan. Und dass es kein One-Night-Stand war, macht es umso schlimmer.«

»Ihr seid ein starkes Paar. Ihr werdet das überstehen.«

»Nein. Das werden wir nicht.« Isabelle schüttelte den Kopf. »Ich kann und werde ihm das niemals verzeihen können. Nie-mals.«

»Jeder macht Fehler, und ...«

»Das war kein Fehler Çan. Das war seine Entscheidung. Ein einziges Mal hätte vielleicht noch irgendwas ...« Sie stoppte ab. »Nein ... nicht so. Er war immer wieder bei ihr. Immer wieder war es seine Entscheidung gewesen, sie zu küssen, ihr zu sagen, dass er sie vermissen würde, neben ihr einschlafen zu wollen, und ... mit ihr zu ... ficken ... Das kann ich ihm nicht vergeben. Niemals. Während ich getrauert habe, hat er sich vergnügt.«

»Du bist gerade schwer enttäuscht. Der Schmerz ist frisch. Natürlich denkst du jetzt so, aber ...«

»Nein. Er war bei einer anderen. Wieso versteht das keiner? Ich habe geheult. Tag für Tag und Nacht für Nacht. Dag hat einfach aus dem Nichts heraus währenddessen irgendwann entschlossen, ach bumse ich doch mal eine andere. So etwas ist nicht verzeihbar.«

»Laut einer psychologischen Studie heißt es, dreimal ist bedeutsam.« , sprach Ramona und klatschte einen Ordner auf Çans Schreibtisch, ehe sie sich an den runden Tisch setzte.

»Wie, dreimal?« , fragte Isabelle.

»Wenn man dreimal von jemandem auf dieselbe Art und Weise enttäuscht wurde, liegt es nahe, dass er es immer wieder tun wird. Dann wird nie eine Änderung eintreffen. In dem Fall macht es keinen Sinn mehr, noch einmal nachzugeben.«

»Soll ich jetzt nachzählen, wie oft er sie gefickt hat?«

»Nein. Sie zählt als einmal. Hat er dir denn davor schonmal so wehgetan?«

Isabelle überlegte, ob die Sache mit Nicole dazu gewertet werden könnte. Quasi hat er ja da nichts getan und doch hat er sie verletzt. Obwohl ... empfänglich war er damals schon gewesen. Oder? Sie dachte an die Titten, die er bekritzelt hatte. Abgeneigt, war er demzufolge nicht gewesen.

»Nein. Du solltest einfach auf dein Bauchgefühl hören und nicht auf irgendeine Studie.« , meinte Çan. »Verzeihen können ist wichtig.«

»Man kann nicht alles verzeihen.« Isabelle nickte und gab Ramona damit Recht, als sie dies aussprach.

»Im Prinzip kann man alles verzeihen. Selbst sehr tiefe, furchtbare Sachen.« , sagte er. »Wir müssen uns aber dazu willentlich entscheiden. Nicht die Schwere der Demütigung und Erniedrigung ist ausschlaggebend, sondern unsere innere Bereitschaft zum Verzeihen.«

»Leichter gesagt als getan.« , sagte Isabelle.

»Mir hast du auch verziehen.« , meinte er daraufhin.

Ich brauch dir nicht zu erklären wie schön das wär' so für immer BAND 3Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt