»Kommst du?« Vincent zog an Dags Arm, nachdem dieser mit Katja Andis Bar erreicht hatte und da seinen Besten allein' an einem Tisch vorgefunden hatte, während Isabelle mit dem mittlerweile sehr schlanken Besitzer in ein Gespräch vertieft war.
»Wohin?« , brummte er und trank an seinem Bier.
»Mit mir ... nach draußen. An die Luft. Keine Ahnung.«
Dag trank ein weiteres Mal und stand schließlich auf, um seinem Kumpel zu folgen. Mit einem Nicken grüßte er Katja, als sie an der Blondine vorbeigingen.
Weiterhin ging er Vincent hinterher bis nach draußen, wo der Lockenkopf sich auch direkt an die Hauswand lehnte und eine Zigarette anzündete.
»Du ignorierst mich die ganze Zeit.« , meinte er.
»Stimmt doch nicht. Ich hatte dir zurückgeschrieben, als du diesem Treffen hier ... zugestimmt hast.«
»Du hast mir einen Daumen geschickt. Mehr nicht.« , moserte er. »Jeder Anruf hingegen wurde weggedrückt oder komplett ignoriert. Auch meine Bitte, mich mal anzurufen, hast du außer Acht gelassen.«
»Sorry.«
»Also?«
»Also was?«
»Ja schweigen wir uns jetzt an oder haust du mal raus, was genau geschehen ist, das ... du jetzt hier bist, statt bei ...«
»Nenn' nicht ihren Namen.« , unterbrach er Vincent und schloss für einen kurzen Moment seine Augen.
Dieser zog die Augenbrauen zusammen. »Okay.« , sagte er. »Also?«
»Was willst du hören? Isy und ich versuchen es nochmal. Ende.«
»Ja, das habe ich bereits mitbekommen, aber ... wieso?«
»Weil's ... richtig ist?!«
»War das jetzt 'ne Frage oder eine Aussage?«
Dag zog an der Kippe und blies den Qualm in die Luft. »Liegt das nicht auch in deinem Interesse?«
»Das du und Isabelle wieder zusammen seid?« , hakte er nach. »Klar ist das ... gut. Wenn's aber auch ... gewollt ist.«
»Wieso soll es nicht gewollt sein? Ich bin hier.«
»Ja. Aber ich hab' die Story schon gehört. Isabelle hat das alles in Nias Beisein getan.«
Dag sah ihn folgend an. »Und?«
»Dag, du hast mir die Kleine gerade vorgestellt.« Er vermied nun mit Absicht ihren Namen. »Du kannst mir nicht sagen, das du das hier ... aus vollster Überzeugung machst.«
»Ich bin hier.« , wiederholte er.
»Und ... was ist mit ihr?«
Er sah nun einem fahrenden Wagen hinterher und konzentrierte sich auf die Bremslichter und das Blinken, ehe dies die Ecke herumfuhr. »Ich werde sie nicht mehr sehen.«
»Ist es auch das, was du willst?«
»Warum fragst du mich das?« Dag wurde lauter.
»Weil ich der Meinung bin, dass das, was du gerade machst, nicht das ist, was du willst.«
»Was ich will ist zweitrangig. Ich muss an meine Familie denken.«
»Natürlich da gebe ich dir Recht. Die Familie sollte immer an erster Stelle stehen, aber frag' dich mal, ob ihr Nia damit die Realität vorlebt.«
»Es ist die Realität. Da gibt es nicht nur Schlagsahne und Kirschen.«
Vincent lehnte sich neben ihn an die Hauswand. »Willst du das wirklich?«
»Wir werden eine Therapie machen.«
»Soll ich mit dem Thema aufhör'n?« Vincent realisierte Dags feuchte Augen, der daraufhin auch nickte. »Gut. Fürs Erste. Aber ich will, dass du mit mir redest. Vielleicht hilft die Therapie. Ich hab' echt keine Ahnung. Aber falls nicht, und du immer mehr merkst, dass du das hier nicht durchziehen kannst, dann ... lass es sein. Niemand verlangt das von dir.«
»Doch Vince. Jeder verlangt von mir, das Richtige zu tun. Andi kam eben auch direkt an, umarmte mich und meinte, mit mir über alte Zeiten reden zu wollen bla bla bla. Hab' auf der Stelle gegengelenkt und ihn ausgefragt, wegen seiner Diät, die er da durchführt.« Er bemerkte eine Träne, die aus seinem Auge kullerte, welche er schnellstens wegwischte. »Nia ... freut sich, weil ...«
»Andi sieht nicht das Gesamte. Natürlich war er dabei, als ihr euch verliebt habt und ... ohne ihn, ohne seine Bar, wär' es wohl auch nie geschehen. Logischerweise macht es ihn happy zu sehen, wenn er hört, ihr versucht es nochmal. Und Nia ... sie ist eure Tochter. So gut wie kein Kind, will die Trennung der Eltern haben.«
Dag zog erneut an der Kippe. »Ich bin hier.« , gab er ein weiteres Mal von sich.
»Ich glaub' nicht, das du hier bist. Dein Körper vielleicht, aber nicht dein Kopf ... und auch nicht dein ...«
»Was macht ihr denn hier?« Isabelle trat ins Freie.
»Nichts. Wir unterhalten uns.« , meinte Vincent daraufhin.
Sie schaute Dag eindringlich an. »Man kann sich auch drinnen unterhalten oder nicht?«
»Was ist los mit dir?« , mischte sich Vincent ein. »Wir wollten halt, ohne uns anzuschreien unterhalten, weil die Mucke so laut ist.«
»Das ich ihm kein bisschen über den Weg traue, nachdem was er hinterrücks abgezogen hatte, sollte man mir nicht vorhalten.«
»Du hast ihm doch angeboten, ihm zu verzeihen. Dein Hinterherschnüffeln ist aber nicht gerade toll für einen Neuanfang.«
»Ach. Denkst du etwa, von heut auf morgen hab' ich die ganze Demütigung vergessen?«
»Leute, es ist gut.« , sagte Dag laut und trat die Kippe aus, die er auf den Boden hatte fallen lassen. »Alles ist super. Das ganze Leben ist super.« Ohne ein weiteres Wort zu sagen, ging er wieder hinein.
»Findest du das toll?« , fragte Vincent und hielt Isabelle fest.
»Was meinst du?« , sagte sie und riss sich los.
»Ist das hier das, was du willst?«
»Wovon sprichst du?«
»Isabelle stell' dich nicht dumm. Ist das für dich der Weg zu einer glücklichen Zukunft?«
»Es war doch sein Wunsch.«
»Das hier war bestimmt nicht sein Wunsch.«
Sie zog die Augenbrauen zusammen. »Ach ich bin nicht sein Wunsch? Wer dann? Diese Hure?«
»Erst einmal, lass doch die Ausdrucksweise. Und zweitens, habe ich keine Person gemeint. Ich meine damit dieses Leben hier.« Er wedelte mit seinem Zeigefinger umher. »Ein Leben, wo ihm nur Vorwürfe gemacht werden. Sachen unterstellt. Und und und. Du kannst mir nicht sagen, dass dich das selbst glücklich macht.«
»Es hat dich nicht zu interessieren, wie ...«
»Doch. Natürlich. Er ist mein bester Freund. Wir beide sind Freunde Isabelle. Unsere Leben sind involviert. Ich will dir einfach nur sagen, wenn dir wirklich etwas daran liegt, es mit ihm nochmal hinzubekommen, dann arbeite auch an dir selbst und erwarte keine Wunder. Wenn du ihn wie Dreck behandelst, wird auch nur Müll dabei herauskommen.« Damit beendete im Übrigen Vincent seine Ansage und ging denselben Weg, den Dag gerade noch beschritten hatte.
Isabelle blickte ihm fassungslos hinterher.
Wieso war sie denn jetzt die Böse?
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Ich brauch dir nicht zu erklären wie schön das wär' so für immer BAND 3
FanficAlternatives Ende für die Dag und Isy Story Zweite Chance?! Oder nicht? Dag versucht auf irgendeine Weise nach der Trennung von Isabelle, den für ihn richtigen Weg zu finden. Doch wie erkennt man, wer genau der passende Partner für einen wäre? Sollt...