»Also war das Essen nicht so ...?«
»Nein.« , schnitt Isabelle Mara das Wort ab. »Er hat nicht geredet und mich auch noch mit Rotwein bekleckert.«
Dag sah kurz zu Boden. Sollte er weiter ruhigbleiben und sich die Anschuldigungen antun? Schließlich hatte Isabelle davor erzählt, er wäre so kaltherzig gewesen sie zu bemängeln, während sie am Grab ihres Sohnes getrauert hatte.
~ Ihres Sohnes ~
Irgendwie brachte ihn das innerlich zum Kochen, weshalb er dann doch entschied, besser ruhig zu bleiben, bevor er noch etwas sagen würde, was er später bereuen könnte.
»Hat Dag dich früher oft zum Lachen gebracht?« , hakte Mara nach, als wäre er gerade gar nicht anwesend.
»Ja.« , gab Isabelle zu. »Früher schon.«
»Es hat sich einiges geändert. Man reift. Und manchmal ... wächst man nicht gemeinsam.« , sagte die Therapeutin. »Kann es sein, dass du überreagiert hast, aufgrund seines Versuches dich ... zum Lachen zu bringen?«
»Nein keineswegs.«
Mara blickte in dem Fall zu Dag. »Wie siehst du es?«
»Ich wollt' sie nicht zum Lachen bringen.« , beichtete er. »Ich hab' mich nur ... erschrocken, und daraufhin ... ist das Malheur geschehen.«
Isabelle grunzte auf. »Klar.«
»Für was erkläre ich mich eigentlich noch? Egal, was ich sage, stimmt ja eh nicht und wird gedreht und gewendet, bis es dir passt. Hauptsache ich bin das Arschloch.«
Ihr linkes Auge zuckte. »Wem der Schuh passt.«
»Wie bitte?«
»Wenn dir der Schuh passt, dann tanz' damit Cinderella.«
Augenblicklich musste er an den Antrag denken, den er ihr gemacht hatte. Und das Thema, welches sie umgehen wollte. »Es hat sich schon lange ausgetanzt.« , sagte er daraufhin. »Und das weißt du.«
»Siehst du, was er macht?« Isabelle zeigte mit dem Finger auf ihn. »Er weiß, das ich gerade in einem Tief stecke und drückt mich weiter runter.«
»Nein. Ich wollte dir Schutz geben. Ich wollte das wir reden, aber du hast mich auch wie damals direkt von dir weggedrückt. Du hast mehrmals betont, dass du mich nicht benötigst.« , fuhr er sie dieses Mal an.
»Okay. Ich sehe, wo das Problem ist.« , mischte Mara mit. »Die Intimität zwischen euch beiden ... war ja ... eingefroren. Dann hatten wir es geschafft, dass Isabelle ihre Mauer durchdringen konnte, und ihr wart ... wieder intim miteinander.« , begann sie. »Anschließend kam jedoch Dags ... ich nenne es mal ... Nebenaktivität zum Vorschein.«
»Das war keine ...« , startete er und wurde von Isabelle sofort unterbrochen.
»Lass sie doch ausreden.«
»Also ... wo war ich stehengeblieben? Ach ja ... dann kam die Trennung und nun seid ihr wieder zusammen. Wie ... läuft die Intimität denn zurzeit?«
»Gut.« , antwortete Isabelle ohne Aufenthalt.
»Ihr habt also ... Sex? Und ist der eher ...«
»Nein, haben wir nicht.« Dag war es leid zu lügen. Vielleicht würde er es ja so schaffen, dass sie die Wahrheit endlich annahm. »Es gibt gar nichts. Kein Kuss. Keine Umarmung. Nichts.«
»Er lügt.« Isabelle lächelte Mara an.
»Tu ich das?« Er sah sie mit einem Blick an, der genug aussagte. »Ich penn' auf der Couch. Letzte Nacht habe ich ...« Er stoppte ab. So weit wollte er dann doch nicht vordringen. »... nicht mal zu Hause geschlafen, weil du mich nicht in deiner Nähe haben wolltest.«
»Willst du die ganze Therapie kaputtmachen?« , giftete sie ihn nun an.
»Eine Lösung aufgrund von Lügen ...«
»Ich glaube, wir sind für heute fertig. Oder nicht?!« Ihr Blick ging nun zur Therapeutin, nachdem sie Dag unterbrochen hatte.
»Nein.« , antwortete diese. »Ich bin dafür, das wir dies mal ein bisschen mehr ... beleuchten.«
»Was soll da beleuchtet werden? Er ist Sexbesessen.« , äußerte sich Isabelle dazu. »Nicht umsonst hatte er ja eine Gespielin in meiner schlimmsten Zeit.«
»Ja ... notgeil bin ich jetzt anscheinend auch noch.« Dag wedelte mit seiner Hand. »Fahr fort Isabelle. Bin gespannt, welche Defekte du noch bei mir diagnostizierst.«
»Siehst du?« Ihr Finger deutete wiederholt auf ihn. »Er hört nicht auf, mich zu provozieren.«
»Und was machst du?« , fragte Mara.
»Was ich mache? Ich spreche aus, wie es ist. Er sagt, es würde nichts laufen zwischen uns, weil er nur das Eine im Kopf hat, und daraufhin direkt jammern muss, wenn ich nicht meine Beine für ihn öffne, nachdem was er mir alles so angetan hat.«
»Okay. Stopp jetzt. Ich bin zwar dafür, wenn man seine Erbitterung ausspricht, aber ... ich denke, so kommen wir nicht weiter.« Mara sah beide abwechselnd an.
»Also können wir jetzt gehen?« , fragte Isabelle.
»Nein. Ich will euch doch helfen.« , entgegnete sie. »Aber ich habe eine neue Hausaufgabe für euch.«
»Die wäre.«
»Intimität. Ich glaube, die fehlt euch.«
Dag runzelte die Stirn. »Ich glaub' nicht, das dies uns're Probleme ...«
»Ihr müsst kein'n Sex haben. Berührt euch. Küsst euch. Streichelt die Haut den anderen. Schaut, wohin es führt.«
»Was?« , kam nun aus Isabelle heraus.
»Momentan tut ihr euch nicht gut. Ihr giftet euch eher an. Deswegen ist eure Hausaufgabe Guttun. Endorphine aussenden. Der in der Nebenniere gebildete Neurotransmitter hebt auch die Laune. Die erste wichtige Hürde im Annäherungsprozess ist das Küssen. Ich würde sagen, dass ihr jedoch anfänglich mit ein wenig Streicheln beginnt. Erkundet meinetwegen den Körper des anderen neu. Vielleicht eine Massage. Wie weit ihr geht, ist euch überlassen. Ihr könntet euch auch, sobald ihr euch bereit und wohl fühlt, gegenseitig zum Höhepunkt führen. Ich mag diese Art der Intimität, weil man etwas für den Partner macht.« , sagte sie. »Jedoch ohne Penetration. Meist ist dies viel intensiver und erst Recht bei eurer Vorgeschichte eventuell sogar ratsamer als direkt aufs Ganze zu gehen.«
»Das ist uns're Hausaufgabe?« , fragte Isabelle nochmal nach.
»Keine Sorge. Ich möchte nachträglich keine ausgeschmückten Details hören. Ich will lediglich eure Gefühle vor, während und danach notieren.«
»Kein Problem.« , sprach Isabelle mit einem Lächeln, welches Dag kannte. Sie fühlte sich unwohl und würde das niemals durchziehen ... was er im gleichen Sinne willkommen hieß.
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Ich brauch dir nicht zu erklären wie schön das wär' so für immer BAND 3
FanfictionAlternatives Ende für die Dag und Isy Story Zweite Chance?! Oder nicht? Dag versucht auf irgendeine Weise nach der Trennung von Isabelle, den für ihn richtigen Weg zu finden. Doch wie erkennt man, wer genau der passende Partner für einen wäre? Sollt...