„Hast du auch jemanden der sich um dich sorgt?" fragte Bruno mich und ich überlegte. Außer Ezra? Eine Traurigkeit breitete sich in mir aus „Mein Arbeitskollege hat sich immer um mich gekümmert, ich vermisse ihn. Er hat mich eingearbeitet und immer sichergestellt, dass es mir gut ging. Es ist komisch ohne ihn." überlegte ich. Wie es Daniel wohl gerade so ging? Was machte er? An was dachte er in diesem Moment? Vielleicht auch an mich?Ich wusste es nicht und es war Quatsch es überhaupt zu denken. „Und was gedenkst du dagegen zutun?" fragte er mich, woraufhin ich nur mit den Schultern zuckte. Konnte ich einfach zu ihm? Das würde ich lieber erstmal mit Ezra klären, allerdings würde ich es schon komisch finden, wenn er es mir verbieten würde. Aber ich würde keine voreiligen Schlüsse ziehen.
„Na komm, sollen wir anfangen?" „Womit?" fragte ich verwirrt. „Na, ich bin doch heute für die Physiotherapie hier, hast du das schon wieder vergessen?" fragte Bruno mich belustigt. Tja Bruno, niemand hat mir überhaupt gesagt, dass du Therapeut bist. „Stimmt, Entschuldigung." sagte ich rasch. Warum konnte mir Ezra sowas nie vorher sagen? Immer wurde ich überraschst und langsam war es auch nicht mehr schön.
Noch eine ganze Weile unterhielt ich mich mit Bruno über Ezra, während wir zusammen irgendwelche Übungen machen. Irgendwann verabschiedete er sich aber auch und ging wieder. Puh, wer hätte gedacht, dass Physiotherapie so anstrengend sein kann, aber genau dafür war sie ja im Endeffekt auch da. Bruno hatte mir noch so einiges zu denken mitgegeben.
Erstmals sollte ich mit Ezra über diese viele Geheimnistuerei reden, dann wollte ich mit ihm über Daniel reden und ich wollte mir in Zukunft mehr Mühe geben, dass Ezra mir vertraute und offen mit mir über alles reden konnte.
Ich legte mich in Ezra's Bett, er würde bestimmt nichts dagegen haben. Hier fühlte ich mich einfach wohler und es roch so gut nach ihm. Am liebsten würde ich hier drin ertrinken.
Ich würde Daniel gerne nochmal wiedersehen. Er war die letzten Jahre ein wichtiger Bestandteil meines Lebens gewesen und ich wollte ihn nicht aus dem nichts verlassen.
Ich hoffte einfach, dass es ihm gut ging und er sich von dem Vorfall weitestgehend erholt hatte. Mit diesen Gedanken schlief ich langsam ein schade, dass Ezra nicht hier war...
Erst als ich hörte wie die Zimmertür aufging, wurde ich langsam wieder wach. An den Schritten konnte ich schon erkennen, dass es Ezra war. Er bewegte sich auf das Bett zu und kuschelte sich von hinten an mich ran.
„War es so anstrengend heute?" flüsterte er vorsichtig in mein Ohr, woraufhin ich vorsichtig nickte. Ich war noch viel zu müde, um schon richtig reagieren zu können und Ezra schien es auch nicht zu stören. „Ich hab dich vermisst." flüsterte er weiter und wieder nickte ich, woraufhin Ezra kurz auflachte.
Mit immer noch geschlossenen Augen drehte ich mich zu ihm um und kuschelte mich fest an ihn. Wie sehr ich mich doch immer freute ihn wiederzusehen. „Du scheinst mich auch vermisst zu haben." stellte Ezra fest und wieder einmal nickte ich. „Das freut mich zu hören. Ich hab mich so gut beeilt, wie ich konnte, um endlich wieder bei dir zu sein." flüsterte er weiter.
Noch eine ganze Weile lagen wir stumm, zusammengekuschelt da und ruhten uns aus. Irgendwann wurde ich aber wacher und war endlich in der Lage wieder meinen Mund zu benutzen.
„Ezra?" „Ja, Marlon?" „Ich möchte, dass du mich nicht immer im Dunkeln tippen lässt. Zum Beispiel heute, du hast mir nicht gesagt, dass ich mit Bruno heute Physiotherapie mache, sowas würde ich gerne vorher wissen. Versteh mich nicht falsch, ich bin dir sehr dankbar deswegen, aber ich verstehe nicht ganz, warum du mir da nicht vorher Bescheid sagen kannst." erklärte ich mich.
„Da hast du recht." Ezra überlegte eine Weile. „Ich werd mir Mühe geben." sagte er und ich nickte wieder. „Kann es sein, dass du sehr viel um die Ohren hast in den letzten Tagen hast?" fragte ich weiter. „Ich denke schon, ja. Vincent hat da echt nochmal einen draufgehauen, ich hoffe, dass es bald vorbei ist. Dann schau ich, dass ich mir was frei nehme für uns beide." erklärte er. „Wenn ich dir dabei irgendwie helfen kann, dann lässt du es mich bitte wissen. Mach dir mit mir nicht noch mehr Stress, ich komm auch alleine klar." wollte ich ihn beruhigen.
„Ich aber nicht, ich brauche dich hier, jetzt und für immer." „Du machst mir immer Hoffnungen." lachte ich verlegen. „Was meinst du?" „Ach, garnichts. Ich hab nur laut gedacht." wechselte ich schnell wieder das Thema.
„Du weißt doch bestimmt von meinem Arbeitskollegen Daniel oder?" „Ja." „Ich möchte mich mit ihm treffen, ich vermisse ihn irgendwie." sagte ich also. „Soll ich dich hinfahren?" fragte Ezra mich und ich schwieg einen Moment. Mit der Antwort hatte ich so erstmal nicht gerechnet.
„Wenn du die Zeit dafür findest, dann würde mich das sehr freuen, sonst schaffe ich das bestimmt auch selber. Dann werd ich mich mal mit ihm in Verbindung setzen, ich wollte das nur vorher mit dir absprechen." erklärte ich zufrieden. „Du bist doch kein Gefangener. Zumindest hoffe ich, dass du dich nicht so fühlst." „Ja, ich wollte es dich einfach früh genug wissen lassen." erklärte ich.
„Es erleichtert ihn bestimmt auch dich mal wiederzusehen. Mich tut es das ja schließlich auch, also komm bitte heile zurück." murmelte Ezra weiter. „Natürlich werd ich heile zurückkommen. Ich pass schon auf mich auf." „Hat Daniel eine Familie?" „Ja, er ist verheiratet, wieso?" fragte ich. Was hatte das damit zutun?
„Nur so, er ist ja auch sowieso viel älter als du." „Du denkst doch nicht, dass ich was von ihm will oder?!" fragte ich ihn empört. Der hatte sie doch nicht mehr alle...
„Nein, ich denke, dass er was von dir will, aber dann ist ja gut." sprach er weiter seine Gedanken aus. „Du bist verrückt." lachte ich. „Pff, du bist einfach nur naiv!" verteidigte er sich, weshalb ich ihm zur Strafe an den Haaren zog.
„Au! Ich hab doch garnichts gemacht!" zischte Ezra. „Du übertreibst grundlos!" „Garnicht, es sieht eher so aus, als ob du ihn in Schutz nimmst!" er konnte sein Grinsen nicht einmal mehr verstecken. Gespielt beleidigt setzte ich mich auf.
„Garnicht wahr! Ich beschwer mich ja auch nicht mit welchen Leuten du auf der Arbeit zutun hast oder?" „Sag nichts gegen meine Geldquellen!" lachte Ezra und blinzelte mich von unten an. Ich schüttelte empört den Kopf und stand auf.
„Wohin gehst du?" schnaubte Ezra, sichtlich unzufrieden darüber, dass ich plötzlich verschwand. „Ich muss schon die ganze Zeit mal auf die Toilette..." gab ich ein wenig verlegen zu.
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Alle Jahre wieder lade ich auch mal was hoch, sorry...😅
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Ein Leben ohne Gesetze (BoyxBoy)
Short StoryMarlon ist Polizist und gerät eines Tages zufällig in eine Geiselübergabe. Dort trifft er auf einen gesuchten Schwerverbrecher, welcher ein gewisses Interesse an ihm pflegt. Gleichzeitig ist er einer der wenigen Menschen, die ihn selber nicht nur al...