𝙺𝚊𝚙𝚒𝚝𝚎𝚕 13

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Die Detektei Naumeier & Tac war leicht zu finden.

Dag wollte jedoch alleine die weiteren Schritte angehen. Zudem hatte er erst einmal lange überlegt, ob er überhaupt diesen Weg einschreiten sollte.

War das nicht ein wenig übertrieben?

Momentan zögerte er, obwohl er einen Termin ausgemacht hatte. Dennoch klingelte er schließlich. Ein junger Mann mit dunklem Haar, welches ihn bis zur Schulter ging, öffnete den Eingang.

»Hallo. Kopplin mein Name. Ich ... ich habe einen Termin bei ... Jona Naumeier.«

Der Mann sah ins Innere und anschließend wieder zu ihm. »Thomas Tac.« Er reichte ihm die Hand, kam dabei jedoch nach draußen. »Gehen Sie ruhig rein. Immer den Flur entlang.« Mit den Worten beendete, er das Gespräch im Übrigen und beeilte sich, zu seinem Wagen zu gelangen.

Dag schloss derweil die Türe hinter sich und ging im Hausflur vorwärts. Er vernahm leise Musik und das Tipp-Geräusch einer Tastatur, als er eine junge dunkelhaarige Frau an einem Schreibtisch sitzen sah, die konzentriert auf den Bildschirm sah. Ihre Brille schob sie mit dem Zeigefinger hinauf, eh sie weiter tippte

Dag klopfte gegen den Türrahmen neben sich. »Hallo. Dag-Alexis Kopplin.« Er näherte sich mit ausgestreckter Hand den Tisch. »Ich habe einen Termin bei ...« Mit gerunzelter Stirn betrachtete er die Frau, die ihn nun freundlich mit ihren blauen Augen ansah. War das nicht ...? »... Phil Collins.« , kam es aus ihm herausgeschossen.

Die Frau lachte. »Tut mir leid, Phil Collins ist heute nicht da. Ich könnte Ihnen allerdings Mick Jagger anbieten.«

Er lachte verlegen. »Nein Sorry, ich mein'... wir kennen uns doch?!«

Sie runzelte die Stirn und betrachtete ihn kurz, bis sie die Erkenntnis traf. »Oh Gott ja. Der Mann von der Straße.«

»So wurde ich noch nie bezeichnet, aber ... ja.«

»Sie haben mich bei ... meiner kleinen Performance im Auto erwischt.«

»Ja. Und da lief Phil Collins.« , sprach er. »In the Air tonight.«

»Das haben Sie gut erkannt.« Sie lächelte und nahm wieder platz, nachdem sie zuvor kurz aufgestanden war, um ihm die Hand reichen zu können. Dag setzte sich auf den gegenüberliegenden Stuhl. »Also ... Sie haben einen Termin?!«

»Ja, bei ... Herrn Naumeier.«

Sie runzelte wiederholte die Stirn. »Oh ... das bezweifle ich.«

»Doch. Ich hab' gestern angerufen. Ich denke mal, ich hab mit Ihnen telefoniert. Da habe ich formuliert, ich hätte gerne einen Termin bei Jona Naumeier. Sie haben ... ja okay gesagt. Und ... hier bin ich.«

»Ja, den haben Sie auch.« Sie lehnte sich mehr zurück und schlug die Beine übereinander. »Ich bin Jona Naumeier. Frau ... Jona Naumeier.«

»Oh ... oh.« , sprach er. »Das ... das ... das tut mir leid. Ich dachte, Sie wären ... also man hatte mir gesagt, Sie wären ein ... Er, als man Sie empfohlen hatte und aufgrund des Namens bin ich jetzt auch davon ausgegangen, und ...«

»Schon okay, Herr Kopplin. Ich weiß zwar nicht, wieso die Person mich als Er bezeichnet hat, aber ...«

»Ich denke mal, wegen des Namens. Er kennt Sie wohl nicht persönlich. Sie haben für seine Frau einen Job erledigt.« , sprach er. »Weil ... wie man sieht, sind Sie ja eindeutig eine Frau.«

Sie sah an sich hinab. »Ehm ... ja. Danke.« Jona setzte sich wieder normal hin.

Dag zog kurz die Lippen ein. Hatte er ihren Körper ein wenig zu lange gerade angesehen? Ihre weiblichen Reize konnte man auf jeden Fall deutlich erkennen. Sie trug figurbetont und ... allen Anschein nach einen BH ohne dicke Polsterung, denn ihre Knospen konnte man leicht erahnen.

Doch ... deswegen war er ja nicht hier. Weshalb er nun starr auf ihr Gesicht achtete, welches jedoch auch mehr als ansprechend war. Aber das hatte er ja schon an dem einen Tag festgestellt. Eilig begann er zu reden. »Also es geht darum, dass Sie eine Person für mich ausfindig machen sollen.«

»Name?« Sie holte einen Block hervor.

»Élaine Cappellen. E mit Accent aigu. Das ist ...«

»Ich hatte französisch Herr Kopplin. Mir ist der Begriff bekannt.« Sie lächelte.

»Ach so. Ehm okay ... L-A-I-N-E. Und ihr Nachname damals war halt Cappellen. Ich weiß nicht, ob sie mittlerweile anders heißt. C-A-P-P-E-L-L-E-N.«

Sie schrieb alles auf und sah ihn an. »Wir sollten vorerst über die Bezahlung ...«

»Das ist mir egal. Also ... wie viel es kosten wird.«

»Ich wollte Ihnen sagen, das die Kosten je nach Schwere und Suche selbstverständlich in die Höhe steigen können, und ...«

»Dessen bin ich mir bewusst.«

»Und das Sie ... vorübergehend in Vorkasse gehen müssen.«

»Ist okay. Kein Problem.«

Jona hielt ihm dennoch ein Blatt Papier hin, wo das Nötigste vermerkt war. Dag überflog es einfach und nickte. Ihm war es tatsächlich egal.

»Gut. Ehm ... was können Sie mir denn von ihr verraten?« , fragte sie im weiteren Verlauf.

»Das letzte Mal gesehen, habe ich sie 2002. Sie ist geboren am 18.07.1984. Zuletzt gewohnt hatte sie in Wilmersdorf.«

»Haben Sie ein Foto von ihr?«

Er nickte. Dag hatte sich schon gedacht, dass so etwas kommen würde, und hatte eines herausgesucht, wo er mit ihr zu sehen war. Er kramte es aus seiner Tasche und übergab es ihr.

Jona betrachtete es und anschließend ihn. »Sie haben sich aber nicht viel verändert.«

»Ah doch.« Er lächelte sie an.

»Ehm ... ich müsste es aber so lange behalten. Ist es Ihnen Recht?«

»Klar natürlich.« Sein Blick fiel wiederkehrend ein wenig tiefer, eh er dann eilig wieder hinaufsah. War er so untervögelt derzeit? Mein Gott, das waren doch nur Nippel.

»Sie wollen also mich?«

»Was?« Minimal verwirrt sah er sie an.

»Ob Sie mich dafür beauftragen wollen oder meinen Kollegen.«

»Ach so.« Er fasste sich ein wenig genierlich an den Hinterkopf, weil er in dem Moment doch tatsächlich an etwas anderes gedacht hatte. »Ehm ... ich will Sie.«

»Okay. Gut. Dann ... gehen wir mal die weiteren Informationen durch.«

Mein Leben ist nicht wie ein Film, es ist wie ein BuchWo Geschichten leben. Entdecke jetzt