52. ein Neuanfang?

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Fix und fertig fuhr ich nach Hause. Daniel und ich waren nach dem Essen noch ein wenig spazieren gewesen. Es war einfach sehr aufregend, ihn wiederzusehen und gleichzeitig darauf zu achten, dass ich ihm nichts falsches erzählte.

Es fiel mir doch schwerer als gedacht, da ich ihm sonst immer alles erzählen konnte. Des Weiteren dachte ich noch an seine Ideen bezüglich meines weiteren Werdeganges nach. So schlecht hörten sie sich für mich gar nicht an.

Als ich zu Hause ankam, war Ezra noch nicht wieder da. Sollte ich ihm was kochen? Ein Blick in den Kühlschrank verriet mir, dass er mein Essen von gestern nicht angerührt hatte. Wozu machte ich mir überhaupt noch die Mühe? Wenn er Hunger hat, dann kann er die Reste essen.

Wann er wohl wiederkommen würde? Ich hatte keine Lust auf ihn zu warten, ich war sowieso schon viel zu müde und wollte nicht immer auf dem Sofa einschlafen.

Ich ging ins Bad und putzt mir die Zähne. Danach zog ich mich um und legte mich in mein Bett im Gästezimmer. Vielleicht brauchte Ezra Abstand zu mir? Dachte ich mir doch, das ist eine schlechte Idee war so früh einzuziehen.

Aber meine Wohnung hatte ich jetzt gekündigt, so schnell konnte ich also nicht mehr weg. Eigentlich wollte ich das auch gar nicht, aber was sollte ich sonst machen? Ich war hier überflüssig geworden, dabei hätte ich das nie erwartet.

Ezra hatte mir genau das Gegenteil versprochen, aber manchmal verspricht man etwas ohne sich sicher zu sein, ob man es einhalten kann. Und vielleicht war genau das auch passiert.

Hoffen tat ich das natürlich nicht, aber es fühlte sich einfach so an. Ich wünschte, es wäre wieder alles beim alten, wir würden kuscheln und lachen, und ich konnte das Gefühl haben, dass meine Welt eine gute war. Ich vermisste ihn und das sehr, viel zu sehr.

Aber ich war zu weich geworden, es war, als hätte ich meine eigene Stärke verloren und das innerhalb so unglaublich kurzer Zeit. Ich musste herausfinden, wie ich den Weg zu ihr zurückfinden würde.

Für heute wollte ich aber nur noch schlafen gehen. Ich war müde und erschöpft. Das immer noch anhaltende warten auf Ezra war anstrengender als anfangs gedacht. Ich legte mich also schlafen.

Als ich das nächste Mal aufwachte, war es draußen schon wieder hell. Um genau zu sein, war es 9:00 Uhr. Ezra war wie erwartet nicht da. Ich hatte ihn weder kommen, noch gehen, gehört. Ob er überhaupt da war?

Als ich aufstehen wollte, bemerkte ich einen Zettel an meinem Nachttisch:

Lieber Marlon,
Es tut mir wirklich leid, dass ich die letzten Wochen so selten für dich da war. Für dich ist das bestimmt nicht einfach, zumindest geht es mir so. Gib mir noch zwei Tage und ich bin endlich fertig. Danach nehme ich mir ein paar Tage frei, dann kümmer ich mich nur um dich. Ich hoffe, du kannst mir verzeihen, dass ich dich so vernachlässigt habe. An meinen Gefühlen zu dir hat sich nichts geändert und dass ich nicht so oft in deiner Nähe sein kann, wie ich es gerne hätte, schmerzt mich.
Ich liebe dich.

Ein leichtes Lächeln bereitete sich auf meinem Gesicht aus. Ich liebte ihn doch auch, ich sollte nicht darauf warten, dass er wiederkommt. Ich konnte schließlich auch was dafür tun, dass es wieder besser werden würde.

Wenn ich es richtig verstanden hatte, dann sollte ab morgen Abend alles wieder zum alten zurückkehren. Allerdings hätten wir wahrscheinlich was aufzuarbeiten, wir konnten schließlich nicht einfach wieder da anfangen, wo wir aufgehört hatten.

Bei dem Blick auf den Zettel musste ich mich an die Zeit erinnern, als er solche Zettel immer in meinem Essen versteckt hatte. Die Gefühle von damals kam wieder hoch. Wie konnte ich damals nicht begreifen, dass Ezra nichts freundschaftliches von mir wollte? Es war so offensichtlich gewesen.

Ich verstaute den Zettel in der Schublade meines Nachttisches und stand auf. Endlich mal wieder konnte ich den Tag mit guter Laune starten.

Nachdem ich gefrühstückt hatte, nahm ich mir vor heute etwas aufwändiges für Ezra zu kochen. Auch wenn er erst spät wiederkommen würde, so würde es ihm vielleicht eine Freude bereiten. Ein neuer Blick in den Kühlschrank, verriet mir, dass Ezra gestern die Reste doch noch gegessen hatte.

Ich suchte ein Rezept raus und beschloss, einkaufen zu gehen. Mittlerweile schaffte ich schließlich schon größere Strecken, und meine Verletzungen waren kaum noch eine Einschränkung für mich. Vielleicht könnte ich heute mal wieder joggen gehen.

Nach dem einkaufen bereite ich schon mal die ersten Sachen für das Essen vor. Danach holte ich seit langem mal wieder meine Sportklamotten raus. Ich würde zwar nicht so viel wie vor zwei Monaten schaffen aber da könnte ich wieder hinkommen.

Ich zog mich also um, nahm mein Handy, so wie meine Kopfhörer und machte mich auf dem Weg. Da ich mich in der Gegend nicht so gut auskannte, wie bei mir zu Hause, musste ich erst eine geeignete Strecke suchen. Aber die würde sich beim Laufen schon finden, dachte ich mir.

Als ich wieder zu Hause ankam, fühlte ich mich gut, richtig gut. Ich ging duschen und ruhte mich danach ein wenig auf dem Sofa aus, während ich den Fernseher laufen ließ. Bald könnte ich hier wieder mit Ezra liegen.

Diese Vorfreude gab mir Energie, ich stand nach einer knappen Stunde, also wieder auf und fing an, zu kochen. Im Thema kochen, war ich in den letzten Wochen richtig gut geworden. So fand ich das zumindest.

Und nach 2 Stunden war das Werk vollbracht. Da Ezra sowieso erst abends wieder kommen würde, konnte ich schon essen.

Mit vollem Bauch lehnt ich mich zufrieden zurück. Ich konnte den nächsten Tag kaum noch abwarten. Ich holte mein Handy raus und schrieb Daniel noch eine Nachricht, dass ich mich über das Treffen sehr gefreut hatte und über seine Vorschläge nachdenken würde.

Danach fing ich an, die Küche aufzuräumen, um alles wieder zu seiner gewohnten Ordnung zu bringen. Viel mehr hatte ich für heute nicht mehr vor. Es war aber auch schon spät geworden und die Sonne war schon halb untergegangen.

Da hörte ich es plötzlich an der Türe rascheln, war das etwa Ezra? Voller Vorfreude ging ich zur Tür, und tatsächlich stand er vor mir.

Ein Leben ohne Gesetze (BoyxBoy)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt